Rush - alles für den Sieg Niki Lauda James Hunt Daniel Brühl Nordschleife 1976 Formel eins
Daniel Brühl mit einer fantastischen Leistung als Niki Lauda. Auch beim Dialekt.
 

Review: Rush – Alles für den Sieg

In Rush – Alles für den Sieg lassen Daniel Brühl als Niki Lauda und Chris Hemsworth als James Hunt den Motorsport der 1970er aufleben. Eine Filmkritik.

13.01.2014 Online Redaktion

Niki Lauda ist wie Batman. Als Schauspieler kannst du da gar keinen Fehler machen. Niki Lauda war Rennfahrer, kein Schauspieler. Vor der Kamera spielte er nicht, er war nicht besonders extrovertiert. Niki Lauda ist Niki Lauda. Entsprechend dankbar kann Daniel Brühl sein, diese Rolle bekommen zu haben, wäre da nicht der Dialekt.

Rush - alles für den Sieg Niki Lauda James Hunt Daniel Brühl Nordschleife 1976 Formel eins

Wenn Deutsche versuchen Österreichisch zu reden ist das im besten Falle für alle belustigend. Daniel Brühl ist Deutscher. Und man möchte ihm nur eine Frage stellen: „Wie oft musste die Szene gedreht werden, in der Sie „Stockerl“ sagen müssen?“ Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Daniel Brühl macht als Niki Lauda einen tollen Job. Auch und gerade bei der Sprache. Aber Brühl ist eben Deutscher und das merkt man regelmäßig. Österreicher natürlich noch viel eher.

Sprachbarrieren in Rush – Alles für den Sieg

Die Pressevorführung in Wien fand mit dem englischen Originalfilm statt. Soll heißen: zu neunzig Prozent spricht der deutsche Daniel Brühl einen Österreicher, der Englisch spricht. Und das gelingt sehr glaubwürdig.

Rush - alles für den Sieg Niki Lauda James Hunt Daniel Brühl Nordschleife 1976 Formel eins

Motorsportfans wissen was in dem Film passieren wird. Niki Lauda wird am Nürburgring verunglücken, wenig später wieder im Cockpit sitzen, James Hunt wird Weltmeister. Was die Handlung betrifft ist der Film ähnlich spannend wie Titanic oder das Wunder von Bern. Rush braucht also eine zweite Spannungs- und Handlungsebene – das Duell zwischen Hunt und Lauda einerseits, der Flair des Rennsports in den 1970er Jahren andererseits.

Beides gelingt ausgesprochen großartig. Lauda wird als akribischer, spaßbefreiter Arbeiter hingestellt, der von seinen Mechanikern die gleiche Selbstaufopferung verlangt. James Hunt ist der Partylöwe, Weiberheld und Enfant Terrible der Szene. Das führt dazu, dass der Film gleich zwei Hauptrollen zu bieten hat, von denen keine sympathischer oder bösartiger ist als die andere.

Von ihrem ersten Treffen bei einem Formel drei Rennen in London, bis zum großen Finale am Nürburgring wird die Fehde akribisch und detailreich nacherzählt. Der Zuseher versteht beide Seiten. Versteht, warum Hunt davon besessen ist, Lauda zu schlagen und er versteht, warum Lauda den selbstmörderischen Hunt besiegen muss.

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Der Kinosommer bringt reichlich Rennfahrerfilme auf den Markt.

Lauda und die Produktionsfirma legen freilich viel Wert darauf zu betonen, dass es sich um einen Spielfilm handelt. Den packenden Zweikampf zwischen Hunt und Lauda gab es, die Antipathie angeblich nicht.

Rush – Alles für den Sieg als Pflichttermin

Geradezu herausragend ist die Stimmung, die der Film versprüht. Die verwendeten Autos – egal ob im Straßenverkehr, auf der Rennstrecke oder einfach nur in der Garage – sind ein Freudenfest und einen eigenen Film wert. Die Kostüme der Frauen, die Schnauzbärte der Männer und die Zigaretten, die im Flugzeug noch geraucht werden dürfen. Alles passt zusammen und präsentiert sich wie aus einem Guss.

Rush - alles für den Sieg Niki Lauda James Hunt Daniel Brühl Nordschleife 1976 Formel eins

Sogar Ralf Schumacher bekam einen Film spendiert. Glauben wir.

Der Film muss an dieser Stelle niemandem angeraten werden.  Für Autorevue-Leser ist der Film ohnehin ein Pflichttermin. Die Chance sei genutzt um Ihnen viel Spaß zu wünschen.

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