Fiat und Chrysler würden mit 4,5 Mio. Fahrzeugen Honda von Platz 7 verdrängen.
 

Fiat wird nach Chrysler-Übernahme zu siebentgrößtem Autobauer

Nach der Chrysler-Übernahme mischt Fiat ganz vorne mit – die beiden Hersteller produzierten 2012 zusammen 4,5 Millionen Fahrzeuge

02.01.2014 APA

Mit der Komplettübernahme seiner US-Tochter Chrysler schließt der italienische Autobauer Fiat zu den weltweit größten Autobauern auf – die Italiener und die Amerikaner stellten 2012 gemeinsam knapp 4,5 Fahrzeuge her, davon nicht ganz 2,2 Millionen Autos. Damit würden die beiden Hersteller den japanischen Honda-Konzern von Platz sieben verdrängen.

Toyota, GM und VW im Kampf um Platz 1

Um Rang eins wetteifern seit längerem Toyota, General Motors und Volkswagen. Im Jahr 2012 gelang es Toyota, erstmals die Zehn-Millionen-Marke zu überschreiten. Laut dem Branchenverband OICA (Organisation Internationale des Constructeurs d’Automobiles) rollten bei den Japanern exakt 10,1 Mio. Fahrzeuge vom Band, ein sattes Plus von 25,5 Prozent. Damit katapultierte sich Toyota auf den Spitzenplatz, 2011 hatte GM die meisten Fahrzeuge hergestellt, VW war Nummer zwei gewesen.

© Grafik: Walter Longauer / APA

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VW 2012 mit 3. Platz insgesamt, Platz 1 bei Autos

Volkswagen musste sich 2012 mit dem dritten Platz zufriedengeben (9,25 Millionen Fahrzeuge), bei den Autos waren die Deutschen mit 8,58 Millionen aber an der Spitze. Die Silbermedaille ging 2012 an GM (9,29 Millionen Fahrzeuge, davon 6,61 Millionen Pkw). Dahinter folgten Hyundai mit 7,13 Millionen Fahrzeugen, Ford (5,6 Millionen), Nissan (4,89 Millionen) und Honda (4,11 Millionen). Die Ränge acht bis zehn belegten Peugeot, Suzuki und Renault.

Fiat und Chrysler im Vorjahr nicht unter den Top Ten

Fiat und Chrysler waren im Vorjahr nicht in den Top Ten vertreten. 2012 wurden der OICA zufolge 2,13 Millionen Fiat-Fahrzeuge fabriziert, etwas weniger als die Hälfte (1,5 Millionen) waren Autos. Der US-Konzern Chrysler, bei dem die Turiner 2009 eingestiegen waren, kam auf 2,37 Millionen Fahrzeuge. Das Gros entfiel bei den Amerikanern auf Pickups und Co. (1,7 Millionen), an klassischen Pkw wurden „nur“ 656.892 hergestellt.

20,7 Mrd. Euro Umsatz im 3. Quartal 2013

Fiat kam in seiner Heimat Italien zuletzt auf einen Marktanteil von 28,6 Prozent, wie aus dem Finanzbericht zum 3. Quartal 2013 hervorgeht. In Europa schrumpfte der Marktanteil auf 5,6 Prozent, nachdem es im Vergleichsquartal 2010 noch 7,1 Prozent gewesen waren. Den meisten Umsatz macht der 1899 gegründete Konzern aber in Nordamerika. Im dritten Quartal 2013 erlöste die Gruppe dort mit ihren Massenmarken 11 Mrd. Euro, in Europa betrug der Umsatz 3,9 Mrd. Euro. Weltweit setzte Fiat in den drei Monaten – inklusive der Luxusmarken Maserati und Ferrari – 20,7 Mrd. Euro um, nach 20,4 Mrd. Euro im Vorjahresquartal.

Chrysler-Übernahme: Glücksfall für Fiat

Die Übernahme von Chrysler erwies sich für Fiat trotz anfänglicher Skepsis als Glücksfall, konnte der Konzern doch nur mit dem US-Partner die Einbrüche am europäischen Automarkt übertauchen. Ohne Chrysler würde Fiat Verluste schreiben, zuletzt (Q3/2013) wäre es unterm Strich ein Minus von 247 Mio. Euro gewesen. Da aber Chrysler seit mehr als zwei Jahren schwarze Zahlen einfährt, verbuchte Fiat im dritten Quartal 2013 einen Nettogewinn von 189 Mio. Euro, mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (171 Mio. Euro). In den USA kommt der Konzern (Marken Chrysler, Dodge, Jeep, Ram) auf einen Marktanteil von 11,2 Prozent, in Kanada sind es 14,3 Prozent.

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