Sergio Marchionne. CEO Fiat
Geht's der Wirtschaft gut, geht's FIAT gut
 

Fiat-Chef fordert „Marshall-Plan“ für Italien

Es sollen keine italienischen Produktionswerke geschlossen werden

16.06.2013 APA

 

Der Fiat-Chef Sergio Marchionne fordert die Regierung in Rom auf einen „Marshall-Plan“ zur Ankurbelung der Wirtschaft zu erstellen.“Die Italiener erwarten sich Beschlüsse und Gesetze, die ihre Lage verbessern können“, meinte Marchionne in einer Ansprache in Florenz.

Fünf wichtige Maßnahmen

Die Regierung solle sich 90 Tage Zeit für die Umsetzung von fünf wichtigen Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstum Zeit geben. Wichtig sei unter anderem die bürokratische Vereinfachung und die Modernisierung des Justizsystems. Außerdem müsse man Verschwendungen in der Politik und der öffentlichen Verwaltung aktiv bekämpfen, sagte Marchionne.

Kein italienisches Werk soll schließen

Fiat werde seinen Beitrag für die Heimat Italien leisten. In maximal vier Jahren werde es zu einer Rückkehr von der Kurzarbeit zu einer vollen Arbeitszeit für alle Fiat-Mitarbeiter in Italien kommen, sagte Marchionne. Trotz des starken Rückgangs auf dem Heimmarkt werde Fiat in Italien kein Produktionswerk schließen.

Enorme Investitionen

In der neapolitanischen Fabrik von Pomigliano d ́Arco habe Fiat in den letzten Jahren 800 Mio. Euro investiert. Im süditalienischen Melfi seien Investitionen von vier Mrd. Euro geplant, dank denen ab 2014 zwei neue Automodelle investiert werden sollen. Für das Produktionswerk in Grugliasco bei Turin sei eine Milliarde Euro investiert worden, berichtete Marchionne.

Italienischer Markt rückläufig

Im vergangenen Jahr brach der Automarkt in Italien um 20 Prozent ein, und dieses Jahr dürfte er um weitere fünf Prozent schrumpfen. Damit kaufen die Italiener derzeit in Italien so wenig Autos wie zuletzt in den 1970er-Jahren. Trotzdem hat Fiat sowohl Politikern als auch Gewerkschaften wiederholt versprochen, keine Werke zu schließen.

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