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Fiat Croma Testbericht

Dank eines Radikal-Facelifts trägt der Croma seine inneren Qualitäten endlich auch nach außen.

01.05.2008 Autorevue Magazin

Was soll man zu einem Auto wie dem Fiat Croma sagen, das vergangenes Jahr gerade mal 303 Kunden gefunden hat? Dass es völlig unter Wert geschlagen wurde. Was zum einen der etwas exaltierten Grundidee (Van trifft Kombi), vor allem aber einer strunzfaden Optik (VW trifft Plattfisch) geschuldet war. Vorbei. In Turin haben sie nach zweieinhalb Jahren doch noch einen willigen Designer aufgetrieben. Das Ergebnis ist nun klar als „Fiat“ erkennbar, die ehemalige vordere Problemzone zitiert den schicken Bravo, baut stämmiger und beschert dem Croma insgesamt eine bessere Erdung. Prägnanter kommt dank einer feisteren Schürze auch das Heck – und mit einem Mal trägt der Croma seine inneren Kompetenzen auch nach außen.

Da wäre die höher gelegte Dachlinie samt der etwas angehobenen Sitzposition, die SUV-Üppigkeit dennoch keine Chance geben. Das Wesen des Croma ist eindeutig „Kombi“, also komfortabel mit straffem Grundton, wie überhaupt der von Opel Vectra/Saab 9-3 übernommenen Plattform keine Schwäche nachzuweisen ist. Langstreckenkompetenz geht hier mit einer soliden, im Stand etwas schwergängigen Lenkung zusammen. Ohne Mätzchen geht’s selbst in beherzte Kurven, nur am Ausgang meldet ganz gern das innere Antriebsrad – gleichzeitig ein klarer Hinweis, dass der 1,9 JTD in der Leistungsstufe 150 PS kein Schwerenöter ist. Akustisch unauffällig, elastisch und nachgerade knausrig (7,0 l Verbrauch) ist er außerdem, nur aus dem Drehzahlkeller kommt der Turbo-Diesel etwas bedächtig.

Im Innenraum des neuen Jahrgangs ist bis auf kleinere Änderungen (neues Lenkrad, überarbeitete Instrumente) alles gleich, also tadellos geblieben. Viel Luft nach allen Seiten, angenehme Sitzposition, informative Armaturen und der hochgesetzte Gangknüppel verschmelzen hier zu einem regelrechten Wellness-Angebot. Die Bedientasten unterhalb des Lenkradpralltopfs sind zwar nur spärlich mit Logik belegt, und der sprachbedienungs- als auch rätsellastigen Blue & Me-Navi wünschen wir baldige Überarbeitung, bei den praktischen Werten ist der Croma jedoch wieder ganz bei sich: viel Platz in Reihe zwei, feudaler Kofferraum mit großer Ladeluke, ein ausladendes Staufach harrt außerdem. In Summe gilt: Der Croma ist endlich auf der Welt. Sein vielseitiges Wesen, tadellose Qualität und die auf fünf Jahre ausgedehnte Garantie machen den Hochdach-Fiat zu einem kompletten Angebot. Ein Geheimtipp!

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