John Elkann und Sergio Marchionne bei der Aktionärsversammlung
Bis 2018 soll der Gewinn verfünffacht werden.
 

Aktionäre segnen Fiat-Chrysler-Fusion ab

Die Fiat-Aktionäre haben, wie erwartet, bei der heutigen Versammlung in Turin die Fusion mit Chrysler abgesegnet. Der Fiat-Boss verfolgt ehrgeizige Pläne.

01.08.2014 APA

Die Fiat-Aktionäre haben, wie erwartet, bei der heutigen Versammlung in Turin die Fusion mit Chrysler abgesegnet. Damit feiert der Fiat-Boss Sergio Marchionne seinen bisherigen Höhepunkt beim italienischen Autokonzern. „Jetzt sind wir bereit, einen Qualitätssprung zu schaffen. Dieses Unternehmen kann und muss es weit schaffen“, kommentierte Marchionne. Bis Mitte Oktober soll der neue Fiat-Chrysler-Konzern (künftig „FCA“ genannt) an der New Yorker Wall Street notiert sein. Der Firmensitz wird nicht mehr in Turin, sondern in London sein. Der Steuersitz wird in den Niederlangen sein.

Fiat will am globalen Wettbewerb punkten

Fiat habe in den letzten Jahren mutige Beschlüsse gefasst. Das Unternehmen verfüge über alle technischen und menschlichen Fähigkeiten um im globalen Wettbewerb zu punkten. Die Nummer drei der großen amerikanischen Autohersteller Chrysler war im Jänner komplett von Fiat übernommen worden.

Neuer Name für den Auto-Konzern

Der neue multinationale Auto-Konzern heißt Fiat Chrysler Automobiles (FCA). Sein Sitz wird aus steuerlichen Gründen von Turin nach London verlegt, das neue italienisch-amerikanische Unternehmen nach niederländischem Recht organisiert. Mit dem gesellschaftsrechtlichen Vollzug der Fusion wird die Aktie ab Oktober an neben Mailand an der New Yorker Börse gehandelt.

Extrem ehrgeizige Ziele

Marchionne will durch 50 Mrd. Euro schwere Investitionen sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen den Jahresgewinn bis 2018 auf 5 Mrd. Euro verfünffachen und den Autoabsatz von 4,4 auf 7 Millionen Stück steigern. Dabei will er FCA Jeep, Alfa Romeo und Maserati zu Marken von Weltrang aufbauen und mit diesen ins Premiumsegment einsteigen.

Skepsis gegenüber Plänen

Branchenexperten und Anleger reagieren mit einer gewissen Skepsis auf Marchionnes kühne Strategie, die auch mit einem Ausfall der Dividende bis 2018 verbunden sein soll. Sie weisen daraufhin, dass Fiat Chrysler sich regional sehr unterschiedlich entwickelt: In Nordamerika wuchs der Absatz um fast 10 Prozent auf 627.000 Autos, in Asien um 42 Prozent auf 54.000.

Allianzen mit anderen Autokonzernen

Fiat schmiedet inzwischen internationale Allianzen mit anderen Autokonzernen. So hat der Autobauer ein Abkommen mit Renault für die Produktion eines neuen Lieferwagens abgeschlossen. In Deutschland kursierende Medienberichte über eine Fusion mit Volkswagen wies Marchionne entschieden ab. „Nach dem Erfolg bei der Fußball-WM in Brasilien haben sich die Deutschen vom Enthusiasmus ergreifen lassen“, scherzte der Manager.

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  • mike

    und LANCIA? …was ist mit LANCIA?

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