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Fiat Chrysler bringt Ferrari an die Börse.
 

Ferrari soll es an der Börse richten

Die italienische Sportwagenschmiede Ferrari wird an die Börse geschickt. Vorerst 10 Prozent. Was bezweckt der Fiat-Chrysler-Konzern mit diesem Schachzug?

29.10.2014 Online Redaktion

Für Ferrari geht’s an die Börse. Das Tochterunternehmen vom Fiat-Chrysler-Konzern (FCA), mit Sitz im norditalienischen Maranello, blickt auf eine ruhmreiche Geschichte im Sportwagenbau und im Motorsport zurück. Dieser Erfolg soll sich bald auf dem internationalen Börsenbankett bezahlt machen.

10 Prozent der Ferrari-Aktien sollen an der Börse platziert werden

Zunächst sollen zehn Prozent sollten an der Börse platziert werden, kündigte der Konzern am Mittwoch an. Bislang war ein solcher Schritt immer ausgeschlossen worden. Die restlichen Anteile würden an die Aktionäre von Fiat Chrysler gehen, darunter die Agnelli-Familie, die Fiat einst gründete. Die Transaktion dürfte nächstes Jahr über die Bühne gehen. Ferrari-Aktien sollen vor allem in den USA gehandelt werden.

Fiat-Aktie profitiert

Investoren reagierten euphorisch auf die Nachricht. In Mailand verteuerten sich Fiat-Aktien zeitweise um mehr als 18 Prozent auf 9,03 Euro und kletterten damit auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. In der Hintergrund trat, dass der Quartalsgewinn geringer ausfiel als erwartet.

Was erhofft sich Fiat-Chrysler aus dem Ferrari-Börsengang?

Mit der Ferrari-Abspaltung will der weltweit siebtgrößte Auto-Produzent seine 48 Milliarden Euro teuren Expansionspläne finanzieren. Mit diesen soll der Rückstand auf den Weltmarktführer Toyota und den europäischen Branchenprimus Volkswagen verringert werden. Einige Experten haben aber bereits Zweifel angemeldet. Sie gaben zu bedenken, dass sich Fiat mit den Plänen überheben könnte.

Wandelanleihe im Volumen von 2,5 Milliarden Dolalr

Die mit 11,4 Milliarden Euro hoch verschuldete Gruppe beschloss zugleich einige Kapitalmaßnahmen, die schon länger erwartet worden waren. So wird zum Beispiel eine Wandelanleihe im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar ausgegeben. Nur wer diese zeichne, könne später bei der Zuteilung von Ferrari-Aktien bedacht werden. Börsenexperten, die den Firmenwert der Sportwagen-Tochter auf fünf bis sechs Milliarden Euro taxieren, sprachen von einem geschickten Schachzug. Mit den Maßnahmen könne die Bilanz aufpoliert werden. Der Konzern kämpft noch immer mit Verlusten in Europa. Auch in Lateinamerika verschlechtert sich das Bild. Die Holding der Agnelli-Familie kündigte bereits an, rund 600 Millionen Euro in die Wandelanleihe zu investieren.

Ehrgeizige Ziele

Fiat hatte 2009 Chrysler übernommen, nachdem der traditionsreiche US-Hersteller in der Weltwirtschaftskrise mit staatlichen Geldern aufgefangen wurde. Das fusionierte Unternehmen ist mittlerweile nach niederländischem Recht organisiert. Sitz ist aus steuerlichen Gründen London. Das operative Geschäft wird von Turin und Detroit aus gesteuert. Der Absatz soll sich in den kommenden Jahren auf sieben Millionen Wagen erhöhen, was einem Zuwachs von 60 Prozent entsprechen würde. Der Nettogewinn soll sich bis 2018 verfünffachen – auf dann 5,5 Milliarden Euro.

Das Ende von Luca Cordero di Montezemolo

Bei Ferrari ist gerade erst Firmenchef Luca Cordero di Montezemolo nach fast einem Vierteljahrhundert an der Spitze zurückgetreten. Er hatte sich stets für die Eigenständigkeit starkgemacht und lag oft mit Fiat-Chef Sergio Marchionne über Kreuz. Marchionne hatte unter anderem das zuletzt schwache Abschneiden Ferraris in der Formel 1 als „nicht akzeptabel“ kritisiert. Zwischen 2000 und 2004 hatte der Stall mit Michael Schumacher noch fünf Weltmeistertitel in Folge eingefahren.

Operativer Gewinn von Fiat Chrysler gestiegen

Im dritten Quartal stieg der operative Gewinn von Fiat Chrysler um sieben Prozent auf 926 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro.

Vielen Dank an die Kollegen von format.at

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