1/12
 

Farbenfroh und über 6 Millionen wert

Es ist ja manchmal nicht nett, wie mit Automobilen umgegangen wird. Die kurze Version einer langen Geschichte eines Ferrari 400 Superamerica SWB Cabrio aus dem Jahre 1960.

15.07.2015 radical mag

Zuerst gehörte dieses Ferrari 400 Superamerica SWB Cabrio, Chassis-Nummer 1945SA, einem deutschen Unternehmer, der in der Schweiz wohnte. Er hatte das Fahrzeug in der zweiten Jahreshälfte 1960 erhalten, in einer außergewöhnlichen Farb-Kombination: Flaschengrün (Verde Bottiglia, Bestellnummer MM16364) mit rotem Connolly-Leder (Bestellnummer VM 3171). Der deutsche Unternehmer brachte den Wagen dann nach Italien, behielt ihn noch drei Jahre, und verkaufte ihn weiter nach Deutschland, das war 1964. Dort verliert sich seine Spur bis 1985, sicher ist nur, dass er sich in den USA befand, bis ein Schweizer den Wagen, der unterdessen weiß lackiert war, nach Europa zurückbrachte. Dort wurde 1945SA dann zuerst einmal rot lackiert – und stand viele Jahre als Ausstellungsstück beim Schweizer Ferrari-Importeur in Nyon. 1997 wurde der Superamerica in die USA verkauft, durfte dort zwei Jahre bei seinem neuen Besitzer bleiben, wurde wieder verkauft, durfte ein Jahr bleiben, und kam schließlich zu seinem letzten Besitzer, der den Ferrari komplett restaurieren ließ – und ihm so auch seine ursprüngliche Farbe wieder schenkte. Im März 2015 wurde 1945SA von RM Auctions versteigert – und schaffte das hübsche Sümmchen von 6,38 Millionen Dollar.

Ferrari 400 Superamerica SWB Cabrio (13)
© Bild: RM Auctions

Ein außergewöhnliches Fahrzeug

Gut, so ein 400 Superamerica SWB Cabrio mit Pininfarina-Karosserie ist auch wirklich etwas Außergewöhnliches. Nur gerade sieben Superamerica entstanden mit kurzem Radstand. Gut, Kastenrahmen und hinten eine Starrachse – und unter der Haube ein 4-LIter-V12, aber nicht die Lampredi-Maschine aus dem Vorgänger, dem 410 Superamerica , sondern eine Weiterentwicklung des Colombo-Motors aus dem 250 GT. Der schaffte dann fette 340 PS bei 7000/min – hey, wir schreiben hier vom Jahr 1960. Geschaltet wurde über ein 4-Gang-Getriebe mit Overdrive, es gab Scheibenbremsen rundum.

Ferrari 400 Superamerica SWB Cabrio (7)
© Bild: RM Auctions

Wahrscheinlichkeitsrechnung

Mit den Zahlen zum 400 Superamerica ist es etwas schwierig. Es gab zwei Serien, die erste mit dem kurzen Radstand, 2,4 oder 2,44 Meter, so ganz genau weiß man das nicht, es entstanden (wahrscheinlich) 23 Stück, die meisten davon mit der Aerodinamica-Coupé-Karosserie von Pininfarina. Die zweite Serie hatte dann einen längeren Radstand, 2,6 Meter, wieder entstanden (wahrscheinlich) 23 Stück. Nachfolger war dann der 1964 vorgestellte 500 Superfast. Die ganze Geschichte des 400 Superamerica haben wir schon einmal beschrieben.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-classic.com

Mehr zum Thema
pixel