Suzuki Swift Sport Exterieur Dynamisch Seite
Fesch war er schon immer.
 

Feine Klinge

Der neue Suzuki Swift Sport ist da.

02.11.2011 radical mag

Japaner führen gerne eine feine Klinge. Beweis: Suzuki Swift Sport. Dank klassischem Motortuning hat er nun etwas mehr Leistung und das Fahrwerk hat man auch gleich noch überarbeitet. Ein Racer ist der kleine Suzuki trotzdem nicht. Spektakulär klingen die Leistungsdaten des kleinen Japaners nicht. 136 PS leistet der kleine Vierzylinder bei satten 6900 Umdrehungen. Das Drehmomentmaximum von 160 Nm steht bei 4400 Touren an.

Suzuki Swift Sport Exterieur Dynamisch Heck

Das kann heute jeder VW Polo. Also wird sich der Suzuki anders profilieren müssen. Beim Gewicht zum Beispiel. So wiegt der Swift Sport gerade mal 1045 kg. Damit steht er auf der magersüchtigen Seite der Gewichtsskala und dadurch relativieren sich die eher bescheidenen Leistungsdaten.

Mit dem Suzuki Swift bekommt man ein total alltagstaugliches Automobil, auch wenn es den Sport nur als Dreitürer gibt. Und eine kleine Drehorgel, die extrem wendig und nicht zu hart gefedert ist. Denn das Gustostückerl des Sport ist sein Fahrwerk. Zwar ist die Federrate und die Dämpfung eher auf der weichen Seite, dennoch ist es einem sportlichen Ritt alles andere als abgeneigt.

Selten zuvor hatten wir einen Fronttriebler unter dem Hintern, der kaum über- oder untersteuert. Der Wagen ist auch in Extremsituationen sehr leicht beherrschbar. Ein kleiner Lupfer des Gaspedals lässt das Heck fein dosiert mitlenken und die Lenkung ist rundum gelungen. Sie fühlt sich nie pampig an und ist doch leichtgängig genug, um auch beim Rangieren nicht zu nerven. Einziges kleines Manko: die Bereifung. Die 195er-Schlappen mit einem Durchmesser von 17 Zoll sind von der fahrwerkstechnischen Fähigkeiten des Suzuki zuweilen etwas überfordert.

Suzuki Swift Sport Exterieur Statisch Detail Felge

Das kündigt sich durch einen behutsamen Gripverlust an allen vier Rädern zwar frühzeitig an, etwas mehr Haftung wäre aber trotzdem wünschenswert. Aber da hilft der Reifenhändler sicher gerne aus. Anteil am Ausgewogenen haben sicher auch die neuen Leichtmetallräder, die insgesamt vier Kilo weniger wiegen als die des Vorgängermodells. Damit geht an jedem Rad ein ganzes Kilo an ungefederter Masse verloren – gut so.

Kurvengierig ist er also der Suzuki. Doch um in Kurven Spaß zu haben, muss man erst einmal Geschwindigkeit aufbauen. Verwöhnt durch die zahllosen, kleinvolumigen aber aufgeladenen Benzinmotoren auf dem Markt ist man nach den ersten Metern geneigt zu sagen: „Der geht nicht.“ Aber das stimmt so nicht. Der Swift Sport geht ganz gut – wenn die Drehzahl stimmt. Unter viertausend Umdrehungen hält sich der Japaner allerdings vornehm zurück. Erst danach wirken die Tuningmaßnahmen der Japaner. Mehr Ventilhub, bearbeitete Kanäle und die variable Steuerung der Einlassnockenwelle lassen die Pferdchen ab rund 5000 Umdrehungen von der Koppel.

Suzuki Swift Sport Exterieur Statisch Detail Spoiler

Dann fühlt sich der Suzuki richtig forsch an und dreht locker bis zur Drehzahlgrenze bei rund 7000. Trotz dieses Hochdrehzahlkonzepts soll der Vierzylinder deutlich sparsamer sein als sein Vorgänger. Grund dafür ist sicher auch das manuelle Sechsganggetriebe, welches eine wesentlich größere Spreizung ermöglicht. Die Schaltbox lässt sich mit sehr wenig Kraftaufwand bedienen, leider ist der Drehzahlsprung vom zweiten in den dritten Gang aber etwas groß. Der Swift Sport soll im EU-Schnitt 6,4 Liter auf 100 km verbrauchen. Das scheint realistisch, aber nicht, wenn man das ganze Leistungspotenzial des Dreitürers nutzen will.

Auch innen ist ein Touch Sportlichkeit eingekehrt. Rote Ziernähte allenthalben und ein Sportgestühl, das wesentlich mehr Seitenhalt bietet als die der zivilen Versionen. Dazu etwas Bling-Bling hier und da. Das Interieur wirkt durchdacht und wertig. Hinzu kommen Gadgets, die Alltag netter gestalten sollen. Klimaautomatik, sieben Airbags, ESP, elektrische Fensterheber und zahllose weitere elektrische Helfer sind mit an Bord. Die praktischen Ablagen hat man aus den normalen Modellen übernommen, und auch die Audioanlage klingt jetzt deutlich besser als beim alten Swift Sport.

Suzuki Swift Sport Exterieur Statisch Detail Spoiler

Wer sich einen Suzuki Swift Sport zulegen will, muss wissen, dass er sich keinen Sportwagen kauft. Aber ein Auto, das mit seinem Fahrwerk durchaus in der Lage ist, so manchen „Premium-Kompakten“ in den Sack zu stecken. Dabei ist er trotz seiner Sport-Insignien wie schwarze Scheinwerfereinfassungen und dunklem Kühlergrill oder zweiflutiger Auspuffanlage kein aufdringlicher Sport-Rotzlöffel. Wir mögen den Swift ganz gern, auch wenn wir uns trotz oder gerade wegen des tollen Fahrwerks die eine oder andere Pferdestärke mehr wünschen würden.

Vielen Dank an die Kollegen von www.radical-mag.com

Und bewegte Bilder zum neuen Suzuki Swift Sport haben wir auch noch.

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