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FBI: Selbstfahrende Autos könnten zu „tödlichen Waffen“ werden

Einem internen Bericht zufolge fürchtet das FBI, selbstfahrende Autos könnten kriminelle Handlungen erleichtern – aber auch die Exekutive könnte von der Technologie profitieren.

21.07.2014 Online Redaktion

Mit Hochdruck wird an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos gearbeitet. Vorstöße in diesem Bereich sind nicht nur Automobil-Herstellern vorbehalten – auch der US-Internet-Riese Google stellste unlängst einen Prototypen seines eigenen selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedale vor. Bis 2020 sollen die Roboter-Fahrzeuge zur Realität auf den Straßen werden und den Verkehr komfortabler und vor allem sicherer machen. Doch nicht überall wird mit Vorfreude in die Zukunft der Mobilität geblickt: So hat das FBI (Federal Buro Of Investigation) seine Bedenken gegenüber den autonom fahrenden Autos. Einem internen FBI-Bericht zufolge, der der britischen Zeitung „The Guardian“ vorliegt, fürchtet die Behörde, dass die selbstfahrenden Autos zwar zur Sicherheit auf der Straße beitragen, aber zugleich auch das Potenzial für kriminelles „Mult-Tasking“ erhöhen können.

Googles selbstfahrendes Auto

„Tödliche Waffen“

In dem Report spekuliert das FBI, selbstfahrende Autos könnten Verfolgungsjagden bei hoher Geschwindigkeit „revolutionieren“. Der Report warnte auch davor, dass selbstfahrende Autos zu „tödlichen Waffen“ werden könnten – mehr als Fahrzeuge es bereits heute sind.

Kriminelles Multi-Tasking

Das FBI prophezeit, dass selbstfahrende Autos „starke Auswirkungen darauf haben werden, was sowohl Gesetzesvertreter als auch ihre Gegenspieler mit einem Auto machen können“. Mit dem „kriminellen Multi-Tasking“ ist gemeint, dass Verbrecher in der Lage sein werden, während dem Autofahren Tätigkeiten zu verrichten, die die Nutzung beider Hände oder das Abwenden des Blickes von der Straße erfordern – also zum Beispiel auf Verfolger zu schießen, während das Fluchtauto von selbst flüchtet. Auch könnten die Roboter-Autos dem Bericht zufolge zu „selbstfahrenden Bomben“ werden – Terroristen könnten sie mit Sprengstoff vollpacken und ohne Fahrer an das Ziel schicken.

Die „tödliche Waffe“ erhöht die Sicherheit

Ein Argument für selbstfahrende Autos, das die Industrie oft an oberster Stelle anführt, ist genau das Gegenteil dessen, wofor der FBI-Bericht warnt – die Erhöhung der Sicherheit. Die automatische Steuerung soll eigentlich dazu beitragen, Unfälle, die auf menschliches Versagen – also beispielweise Müdigkeit, Unachtsamkeit oder Übermütigkeit – zurückzuführen sind, zu vermeiden. Das erkennt auch das FBI in seinem Bericht an: „Das Risiko, dass Ablenkung oder schlechte Einschätzung der Situation zu einer Kollision führen, das die manuelle Stuerung mit sich bringt, würde substantiell reduziert werden“

Vorteile für die Exekutive

Auch würde die Technologie nicht nur Nachteile für die Exekutive bringen. Selbstfahrende Autos würden es beispielsweise viel einfacher machen, Verdächtige zu beschatten. „Die Überwachung wird effektiver und einfacher werden und die Chancen, dass ein Polizeiwagen ein zu beschattendes Fahrzeug aus den Augen verliert, verringern“. Zudem könnten Algorithmen eingesetzt werden, um die Distanz zum Ziel-Auto zu steuern und Ablenkungs-Manöver zu fahren, wodurch eine Entdeckung unwahrscheinlicher werde.

Das FBI geht davon aus, dass selbstfahrende Autos in den nächsten fünf bis sieben Jahren für den regulären Straßenverkehr in den USA zugelassen werden.

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