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Familie und Co.: Citroën Berlingo BlueHDi 120

Seit fast 20 Jahren bedient der Citroën Berlingo die Bedürfnisse praxisorientierter Kunden. Nun gibt es ein kleines Facelift für den Hochdachkombi.

06.06.2015 Press Inform

Rollendes Kinderzimmer mit angebauter Spielzeugkiste, „Activity-Vehicle“ mit Moutainbike-Garage im Heck, Tauchstation mit Kleiderschrank für Neopren-Anzüge und Sauerstoffflaschen, Anstreicherladen mit Farbdepot, mobile Schlosser-Werkstatt mit wohlsortiertem Werkzeugkasten – der Berlingo von Citroën ist ein Multitalent. Seit die Franzosen ihn 1996 erstmals auf den Markt gebracht haben, sind rund 2,9 Millionen Stück verkauft worden. Und er hat schnell zahlreiche Mitbewerber bekommen: Vom Fiat Doblò über den Renault Kangoo bis zum VW Caddy.

Citroën Berlingo: Form follows Function

Hier zählt noch Funktion vor Form, entsprechend quaderförmig ist die Karosserie, mit Rädern weit im Ecke, großen Türen und üppigen Klappen. Optische Abgrenzung passiert da über Details. Der Citroën Berlingo hat dazu eine neue Frontschürze bekommen, es bleibt der kecke Schwung in den Seitenfenstern und der Trick mit der Heckscheibe, die man separat öffnen kann.

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© Bild: Press-Inform

Was gibt’s innen? Vor allem viel Platz in alle Richtungen, selbst Marge Simpsons Turmfrisur würde eine Ausfahrt unbeschadet überstehen. Gegen Aufpreis gibt es den Dachhimmel „Modutop“ mit vielen Glasflächen und einem integrierten Ablagensystem. Insgesamt haben die Ablagefächer im Berlingo dann ein Fassungsvermögen von 170 Litern – das bringt ein Fiat 500 gerade mal als Kofferraum mit.

Infotainment am Stand der Zeit

Am Armaturenbrett hat der neuen 7-Zoll-Touchscreen Einzug gehalten. Darüber laufen Navigation und Multimedia, er dient als Bordcomputer und als Schnittstelle zum Smartphone, aktuell noch beschränkt auf Android-Handys. Die Bedienung ist einfach, wenn man sich erst einmal an ein paar gestalterische Eigenheiten gewöhnt hat. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Lautstärke des Radios über zwei einsame, unscheinbare Druckknöpfe oberhalb des Displays geregelt wird. Hinter dem Lenkrad versteckt bleiben die Bedienelemente für Tempomat und Audio-Fernbedienung.

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© Bild: Press-Inform

Von den Materialien her ist beim Berlingo eine Tugend, was man in anderen Autos bemängelt: Hartplastik. Beim Berlingo gibt es Hartplastik rundum, und das ist gut so. Denn die Oberflächen lassen sich so einfach sauber halten, wenn der Nachwuchs die Kurvenfahrt mal nicht verträgt oder die Schokoladenfinger mal wieder hingelangt haben, wo sie nicht hinlangen sollten. Ähnlich robust sind auch die Bezugsstoffe der bequemen Sitze. Die drei hinteren Sitze sind einzeln verstellbar und können auch komplett herausgenommen werden. Entsprechend lässt sich das Gepäckraumvolumen von normal schon üppigen 675 Litern auf 3.000 Liter erweitern. Von der Fläche her passen dann zwei Euro-Paletten ins Heck des Berlingo.

Euro 6: Die Motoren wurden überarbeitet

Beim Fahren geht es im Berlingo überraschend ruhig zu. Mit viel Feinarbeit haben die Ingenieure den Geräuschpegel gesenkt, sowohl Windgeräusche als auch Abrollgeräusche halten sich in moderaten Grenzen, und auch der Motor drängt sich nicht in den Vordergrund. Die Motoren für den Berlingo hat Citroën überarbeitet und fit gemacht für die Euro 6-Norm. Lediglich bei den gewerblichen Kastenwagen sind noch zwei Euro 5-Motoren gelistet. Bei den Kombis sind zwei Benziner mit 72 kW (98 PS) und 88 kW (120 PS) im Angebot. Dazu kommen zwei Diesel mit 73 kW (99 PS) und 88 kW (120 PS). Die Benziner arbeiten ebenso wie die kleineren Diesel mit einer 5-Gang-Handschaltung zusammen, den kleinen Diesel gibt es auch mit einem automatisierten 6-Gang-Getriebe. Eine solide Wahl ist der 120 PS starke BlueHDi mit Start&Stop-Automatik und 6-Gang Handschaltung.

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© Bild: Press-Inform

Der Schalthebel sitzt griffbereit erhöht am Armaturenbrett und flutscht präzise durch die Kulisse. Der Motor selbst hat nicht zuletzt dank des maximalen Drehmoments von 300 Nm, die ab 1.750 U/min. anliegen, kein Problem mit dem Berlingo. Die Gasannahme ist direkt und nach 11,4 Sekunden ist der Kombi aus dem Stand auf Tempo 100. Bei 174 km/h ist Schluss mit dem Vorwärtsdrang. Der offizielle Durchschnittsverbrauch: 4,4 Liter auf 100 Kilometern. Real lassen sich je nach Fahrweise ein bis drei Liter dazu addieren.

Idealer Reisebegleiter für kleine Familien

Dabei ist der Berlingo mit einer überraschend komfortablen Federung unterwegs, die Unebenheiten problemlos wegschluckt. Poltern? Fehlanzeige. Die Lenkung gibt ausreichend Rückmeldung und liefert auch genügend Widerstand. Ohnehin prescht man mit einem hohen Kombi wie den Berlingo nicht Vollgas um die Kurven – wobei: Auch bei etwas flotterer Gangart bleibt er brav in der Spur, neigt sich trotz seines hohen Schwerpunkts nicht übermäßig und lässt sich agil und sicher bewegen.

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© Bild: Press-Inform

Die Preise nach dem Facelift beginnen bei 15.990,– Euro für die Basisversion Flash. Den gefahrenen Blue HDi 120 mit 120 PS gibt es ab 20.590,– Euro. Damit liegt der Citroën Berlingo gut im Klassenschnitt, mit einer Ausnahme: Den Dacia Dokker kann man ab 8.990 Euro einpacken. Wer ein paar Euro mehr investieren möchte, der findet in der Aufpreisliste mittlerweile eine ganze Reihe von Optionen, die seine handwerklichen Ursprünge schnell vergessen lassen: Rückfahrkamera, Notbremsassistent, Tempomat, automatisches Fernlicht, Berganfahrhilfe, Freisprechfunktion fürs Telefon – die kargen Jahre sind auch beim Berlingo vorbei.

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