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Neben der Spur

Hinein in die Mittelklasse mit dem Volvo S60 Cross Country, wie es sich für dieses Segment gehört ist die Optik ein wenig speziell, aber wichtiger ist die Frage, wie fährt er sich?

15.07.2015 Press Inform

Wer auf der Suche nach einer Fließheck-Limousine mit hoher Bodenfreiheit ist, wird beim Volvo S60 Cross Country fündig. 20,1 Zentimeter ragt die Karosserie über dem Boden, um genau zu sein. Und diese Freiheit weiß man nicht nur auf unebener Fahrbahn oder im Gelände zu schätzen auch der Einstiegskomfort erhöht sich merklich. Im Innenraum bietet der Schwede solide Kost, nicht mehr und nicht weniger. Die Verarbeitung ist vernünftig und die Materialien können sich sehen lassen. Allerdings wirkt die Mittelkonsole mit der Vielzahl an Knöpfen überladen. Das Bedienkonzept ist etwas antiquiert, aber nach einer kurzen Eingewöhnzeit kommt man damit klar.

Eigenheiten beim Volvo S60 Cross Country

Warum Volvo noch den 140 kW/190 PS-Fünfzylinder-Diesel anbietet, obwohl der gleich starke Vierzylinder-Selbstzünder das modernere Triebwerk ist, versteht man nicht auf Anhieb. „Das war eine wirtschaftliche Entscheidung. Der Fünfzylinder-Diesel ist halt noch verfügbar und manche Kunden fahren eben noch gerne einen Fünfzylinder-Motor“, sagt Volvo-Deutschland-Chef Thomas Bauch. Klingt irgendwie nach Resteverwertung. Dazu kommt noch, dass man beim Vierzylinder zwischen einer Sechsgang-Handschaltung und Achtgang-Automatik wählen kann, dagegen gibt es den Fünfzylinder nur mit der Sechsgang-Automatik. Wer Allrad will, muss zum Fünfzylinder-Triebwerk (kostet ab 46.991 Euro) greifen. Ob sich diese Modellpolitik durchsetzt, darf zumindest bezweifelt werden. Aber Volvo-Kunden sind bekanntlich leidensfähig und stehen sehr loyal zur ihrer Marke.

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© Bild: Werk

Beschleunigung

Auf der Straße erweist sich die modernere Kombination bestehend aus dem Vierzylinder-Selbstzünder und der – vermeintlich besseren – Achtgang-Automatik (kommt vom Zulieferer Aisin) als nicht besonders schlagkräftig. Solange es mit mäßigem Druck auf das Gaspedal entspannt vorangeht, ist der Zweiliter-Selbstzünder dank seines maximalen Drehmoments von 400 Newtonmetern Herr der Lage. Aber bei schnellen Beschleunigungsvorgängen, die mit einem Kickdown initiiert werden, agiert der Crossover betont zurückhaltend und der 140 kW / 190-PS-Selbstzünder meldet sich vernehmbar zu Wort.

Fahrwerk

Bei schlechtem Untergrund zeigen sich auch die Grenzen des Fahrwerks, das für ein um 6,5 Zentimeter höher gelegtes Fahrzeug, ziemlich mitteilsam ist. Wenn es um die Kurven geht, legt sich der Volvo freundlich zur Seite, was eine schnellere Dynamik einbremst. Da ist es gut zu wissen, dass ein erweitertes ESP – im Volvo-Jargon – „Corner Traction Control“ hilft mit Bremseingriffen bei Kurvenfahrten den 1.706 Kilogramm schweren S 60 Cross Country um die Ecke zu hieven.

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© Bild: Werk

Ausstattung

Den Volvo S60 Cross Country gibt es nur in der Top-Ausstattungslinie Summum, hier wird einiges an Ausstattung geboten, die aber nicht immer zeitgemäß wirkt: Ein Fünf-Zoll-Farbdisplay lockt heutzutage keinen mehr hinter seinem Skoda hervor, ganz geschweige von einem Premiumkunden. Dagegen gehen die bequemen Leder-Sportsitze mit Kontrastnähten durchaus als Kaufargument durch. Ein witziges Gimmick ist das Volvo-On-Call-System, mit dem man sein Auto mit Hilfe des Smartphones oder der Wearable-Uhr (z.B. Apple Watch) fernsteuern kann. Auf Knopfdruck startet die Heizung oder der Volvo meldet sich hupend und blinkend zu Wort – das hilft bei der Suche nach dem Fahrzeug. Unterm Strich ist der S60 ein Auto für Menschen, die solide Technik mit einer Optik verbinden wollen, die nicht alltäglich ist.

Preis- und Ausstattungslisten gibt’s auf der Herstellerseite

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