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Auf dem Slovakiaring mit dem Skoda Octavia RS

Klar, der neue Skoda Octavia RS lässt einen immer wieder an eins denken, oder eigentlich an einen, den Golf GTI. Wie fährt sich der Tscheche auf der Rennstrecke?

06.09.2015 radical mag

Als erstes fällt uns zum Skoda Octavia RS eines ein: MQB. Eben jenes Wort, dass wir fast nicht mehr Schreiben können. Die Kombination MQB zu tippen ist für uns mittlerweile so schwer, wie für jemanden mit Gicht in den Fingern. Aber es funktioniert halt schon gut. Die Basis des schnellen Tschechen ist der VW Golf GTI mit Performance-Paket. Also, außer die verstellbaren Dämpfer, dafür fette Räder und – eine mechanische Sperre. Ja, all das hat man bei Skoda vom GTI übernommen und in den Octavia RS 230 PS gepackt. Und, wie die Typenbezeichnung schon erahnen lässt – auch die zusätzlichen 10 PS aus dem Golf Performance. Entsprechend fährt sich denn auch der Tscheche fast wie der Wolfsburger, zumindest auf den ersten Metern. Auf der Rennstrecke – wir waren mit dem RS auf dem sensationellen Slovakiaring – bietet sich hingegen ein anderes Bild. Der Skoda ist noch etwas freundlicher abgestimmt als der Golf. Will heißen, bequemer, etwas weniger scharf. Dabei haben wir doch schon dem Golf attestiert, dass er nicht das rattenscharfe Renngerät ist. Schon enorm schnell, aber halt nicht sonderlich Emotiononal.

Skoda Octavia RS 230 (12)
© Bild: Werk

Skoda Octavia RS auf dem Slovakiaring

Und nun ist der Skoda noch weichgespülter? Ja, ist er. Aber irgendwie stört es nicht. Denn von einem Skoda erwartet man irgendwie nichts anderes. Er muss noch massentauglicher sein als ein scharfer GTI. Und nein, der RS ist kein lahmer Gaul mit dem Fahrkomfort einer Luxuslimousine. Auf dem Slovakiaring kann er auch mit schärferen Geräten sicher mithalten – mit dem GTI Performance allerdings wohl eher nicht. Das mag auch daran liegen, dass wir uns für die Tests den schwereren Kombi ausgesucht haben, eine Karosserievariante die es bekanntermaßen mir den Golf GTI nicht gibt. Genau das macht den Skoda aber auch spannend. Einen schnellen Kombi mit der bekannt guten Verarbeitung von Skoda zu anständigen Preisen. Da dürfte so manch einer schwach werden.

Im Vergleich zum GTI

Aber auch neben der Karosserieform und den Preisen gibt es Unterschiede zu vermelden. Zum Beispiel beim elektronisch gesteuerten Differenzial. Dieses wird im Stand immer «auf Block» geschaltet und die Kupplung bleibt bis zu einem Drehmoment (an Diff) von 600 Nm dicht. Kommt mehr Drehmoment an, öffnet sich die Kupplung etwas. Beim Bremsen geschieht genau dasselbe. Das bedeutet auf der Rennstrecke, dass man nicht ganz dieses unmittelbare Feedback bekommt, wenn die Sperre ihre Arbeit aufnimmt. Alles fühlt sich etwas harmonischer, aber auch weniger scharf an, als beim Golf. Aber, wir können diese Abstimmung verstehen, die wenigsten werden mit einem Skoda-Kombi auf Zeitenjagd gehen. Der Vorteil: die Lenkeinflüsse sind auch beim heftigen Gas geben auf der Straße geringer als beim GTI aus Wolfsburg. Ganz besonders stolz war man bei der Präsentation des Fahrzeugs auf die spezielle Abgasanlage. Dort habe man besonders viel Hirnschmalz investiert. Das mag sein, wir sagen, der RS klingt so, wie er klingen soll. Und etwas mehr akustisches Feedback wäre durchaus noch im Bereich des Erträglichen gewesen.

Skoda Octavia RS 230 (11)
© Bild: Werk

Nur um es noch einmal klar zu sagen

Der Skoda ist keine Komfortschaukel, aber er ist definitiv kein Tracktool. Es ist die Mischung, die wunderbar funktioniert und im Alltag vielleicht noch etwas besser ist als die des GTI Performance. Und trotzdem scheint der Tscheche auch für eine Rennstreckenhatz standfest genug zu sein. Sechs Runden auf dem fast sechs Kilometer langen Ring, der über einige sehr schnelle Ecken und ein paar harte Anbremspunkte verfügt, schienen dem Material nichts anzuhaben. So muss das sein.

Und der Preis?

Ein Punkt wenn der Name Skoda fällt ist meist auch der Preis. Und hier machen die Tschechen ziemlich Wind. Als Basispreis nennt man beim Importeur einen Betrag von 32.730 Euro und für den Octavia RS in der Kombi-Variante 33.950 Euro. Beides eine ordentliche Ansage, hauptsächlich an die eigene Konkurrenz.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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