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Opel Insignia Sport – wie man sich irren kann

Naja, als die Anfrage kam, ob wir den Opel Insignia Sport mit 170-PS-Diesel testen möchten, haben wir nicht spontan ein Dankeslied angestimmt. Aber, wir hätten etwas verpasst.

04.10.2015 Online Redaktion

Die aktuelle Generation des Opel Insignia ist halt nicht mehr ganz taufrisch. In Juni 2013 erhielt der Mittelklasse-Opel eine große Überarbeitung. Immer wieder aber wurde das Modellangebot angepasst. Unter die «angepasste» Kategorie fällt der von uns geprüfte fünftürige Insignia mit einem Zweiliter-Turbodiesel, der 170 PS leistet. In der Version «Sport» bietet der Opel nicht nur den an fahraktiven Autos interessierten potenziellen Kunden etwas, auch optisch ist der Wagen stimmig. Die fließenden Linien harmonieren bestens mit den schönen 19-Zoll-Rädern. Je länger wir den Rüsselsheimer ansahen, desto besser gefiel er uns. Jaja, wir werden alt, schon klar.

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© Bild: Werk

Der Kern des Opel Insignia Sport

Kern des Wagens ist natürlich der Motor. Dem Diesel-Direkteinspritzer gebührt nur Lob. Der Vierzylinder läuft – einmal auf Betriebstemperatur – sehr leise und nahezu vibrationsfrei. Nur beim Anfahren im 1. Gang sind leichte Erschütterungen zu spüren, die vom Motor her übertragen werden. Rollt der Opel Insignia Sport einmal, ist Stille angesagt. Und dies, obwohl der Motor alles andere als kraftlos ist. Die 170 PS und das maximale Drehmoment von 400 Nm ab 1.750 Umdrehungen sorgen dafür, dass man mit dem Opel ziemlich flink unterwegs sein kann. Kann, aber nicht muss. Der Opel ist ein wirklich feiner Begleiter, mit dem sich auf einer wohlbekannten «Herzroute» auch schon mal ein deutlich sportlicherer Wagen vernaschen lässt. Dazu passend ist die Fahrwerksabstimmung. Auch grobe Unebenheiten werden weggebügelt, die Passagiere im Innenraum nicht von harten Schlägen überrascht. Trotzdem ist der Wagen keine Sänfte und verzeiht auch eine sportliche Gangart problemlos.

Erfreuliches zum Verbrauch

Nach wie vor nicht perfekt ist die Schalthebelführung. Das gut abgestimmte manuelle Sechsganggetriebe lässt sich zwar mit wenig Kraftaufwand bedienen, aber so richtig exakt ist das Schaltgefühl auch beim Insignia – wie bei vielen anderen Opel-Modellen – nicht. Ob wir noch erleben werden, dass das Schaltgefühl in einem Opel richtig fein ist? Wir zweifeln langsam. Erfreuliches gibt es dafür über den Verbrauch zu vermelden. Im Schnitt flossen 5,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer durch die vier Einspritzdüsen. Das sind nur 8 dl mehr, als das Werk verspricht. Angesichts der gebotenen Fahrleistungen, des Leergewichts von rund 1.500 kg und einer Fahrzeuglänge von 484 cm ein sehr guter Wert. Zumal wir mit dem Opel auch auf der Autobahn in Deutschland unterwegs waren. Und ihn dort beim besten Willen nicht schonten. Relativ locker stehen 200 km/h an, erst darüber wird die Beschleunigung doch deutlich schwächer.

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© Bild: Werk

Preis des Opel Insignia Sport

Allerdings gibt es das alles nicht zum Super-Aktionspreis. Mindestens 38.190 Euro (Aktionspreis inkl. MWSt. und NoVA, mehr Informationen dazu auf der Herstellerseite) kostet der Insignia Sport 2.0 CDTI. Zusammen mit ein paar Extras wie den wunderbaren Premiumsitzen kommt man rasch an die 50.000-Euro-Grenze. Auf den ersten Blick ein stolzer Betrag, schaut man sich die umfangreiche Serienausstattung des Opels sowie die gebotenen Fahrleistungen sowie die Verarbeitung an, kann der Insignia aber eine Sünde wert sein. Trotzdem glauben wir nicht, dass der Wagen mit diesem Preis zum Großerfolg wird. Dafür müssen andere Modelle wie der brandneue Astra sorgen, den wir ja auch bereits bewegen durften. Und der hat, unserer Meinung nach – durchaus das Zeug zum Topseller.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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