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Honda HR-V und das Raumwunder

Ja, beim neuen Honda HR-V, darf durchaus von einem Raumwunder gesprochen werden. Überhaupt werden Kunden gefallen an ihm finden.

14.11.2015 radical mag

Bevor wir auf den neuen Honda HR-V zu sprechen kommen, eine kleine Zeitreise in das Jahr 1998. Als die erste Generation des Honda HR-V auf den Markt kam, rieb man sich schon etwas die Augen. Kompakte SUV waren in jenen Jahren noch nicht so richtig in Mode (gute Zeiten waren das…), und hochbeinige Zweitürer, die einen Hauch von Abenteuer vermitteln wollten, erst recht nicht. Die Off-Road-Eigenschaften des außergewöhnlich gezeichneten Japaners bestanden allerdings einzig in etwas mehr Bodenfreiheit, mehr als Frontantrieb und einen nicht gerade wilden 1,6-Liter-Benziner mit 105 oder 124 PS gab es nicht. Und doch schaffte es der Honda, einen erstaunlich großen Fan-Kreis aufzubauen. Man sieht sie auch heute noch, diese eigenartigen HR-V mit dem großen Dachspoiler. Gebaut wurde diese erste Generation des Honda bis 2006, den es auch noch als Fünftürer gab, dann verschwand sie vom Markt. Ersatzlos gestrichen.

Neubelebung des Honda HR-V

Doch jetzt beleben die Japaner den Namen neu. Wieder mit einem kompakten SUV, angesiedelt unterhalb des CR-V, also in einem Segment, das nicht nur in der Schweiz einen Boom erlebt. Im Gegensatz zum Ur-HR-V ist das neue Modell aber optisch eher zurückhaltend gestaltet – es verschwindet trotz angedeuteter Coupéform fast so ein wenig in der großen Masse dieser kleinen Fahrzeuge, die auf Geländewagen machen, aber halt keine sind. Der neue HR-V gehört zu jenen Vertretern in diesem Segment, die nur mit Frontantrieb geliefert werden – das Abenteuer ist also abseits der befestigten Straßen ein eher kleines.

Honda-HR-V (11)
© Bild: Werk

Preis des neuen Honda HR-V in Österreich

Bei den Antrieben ist die Auswahl etwas größer: der auf dem Jazz basierende HR-V kommt entweder mit einem 1,5-Liter-Benziner mit 130 PS (ab 20.990 Euro) oder mit einem 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS (ab 22.990 Euro), geschaltet wird manuell über 6 Gänge oder über ein CVT-Getriebe (nur Benziner).

Keine Mühe mit den 1,3 Tonnen

Wir fuhren den Selbstzünder, der mit dem knapp 1,3 Tonnen schweren Gefährt keine Mühe hat, was den satten 300 Nm maximalen Drehmoment zu verdanken ist. Angenehm zurückhaltend versieht der Diesel seinen Dienst, ausgesprochen sportliche Fahrleistungen darf man aber nicht erwarten. Auf dem Papier will der Honda nur gerade 4,0 Liter verbrauchen, aber man weiß ja unterdessen, was von solch optimierten Norm-Verbräuchen zu halten ist. Andererseits: ein Verbrauch von unter 6 Litern erscheint auch dank des verhältnismäßig geringen Gewichts des nur 4,29 Meter langen Wagens realistisch.

Ja, beim HR-V, darf von Raumwunder gesprochen werden

Üppige Platzverhältnisse will man in einem solch kompakten Fahrzeug nicht erwarten – und wird dann positiv überrascht. Nicht nur, dass der Kofferraum mit einem Volumen von 453 Litern (bei abgeklappten Rücksitzen: 1.026 Liter) erstaunlich groß ist – das vom Jazz übernommene Konzept der «Magic Seats» sorgt auch für die Passagiere mehr als genügend Raum. Und die Variabilität ist vorbildlich, die hinteren Sitze sind in alle Richtungen verschieb- und klappbar. Da hat Honda etwas geschaffen, was es bei den anderen Herstellern in dieser Form nicht gibt. Da muss es auch irgendein Patent geben, denn eigentlich müsste solches dringend allerorten kopiert werden.

Honda-HR-V (12)
© Bild: Werk

Mehr Komfort denn Sport

Nicht anders als bei der Konkurrenz ist hingegen das Fahrverhalten. Doch die doch beachtliche Höhe von 1,61 Metern hat zur Folge, dass der HR-V sich in flotter gefahrenen Kurven schon ziemlich zur Seite neigt. Auch deshalb, weil das Fahrwerk mehr auf Komfort denn auch Sportlichkeit ausgelegt ist. Doch solch ein kompaktes SUV ist ja nicht dafür geschaffen, Rundenrekorde zu brechen, da sind andere Qualitäten wichtiger. Und von denen hat der Honda ja, wie beschrieben, reichlich, und dazu noch die saubere Verarbeitung.

Eine der am meisten unterschätztesten Marken

Es gibt den neuen HR-V seit Anfang Oktober ab 20.990 Euro und mit großzügig bemessener Serienausstattung zu kaufen. Der Preis wird einem Erfolg des kompakten Japaners also nicht im Weg stehen. Und ja, wir wünschen es Honda, einer der am meisten unterschätzten Marken überhaupt.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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