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Ford Kuga 2017: Sag’s deinem Auto!

Wo bei anderen wild herumgefuchtelt wird, wird beim neuen Ford Kuga gesprochen und das kompakte SUV hört erstaunlich gut zu.

31.10.2016 radical mag

Beim Kuga hat Ford einen erstaunlichen Rhythmus eingeschlagen. 2007 wurde das kompakte SUV erstmals gezeigt, 2008 kam die erste Generation auf den Markt. Schon 2011 wurde die zweite Generation erstmals präsentiert, ab Mitte 2012 war sie in den USA auf dem Markt, Anfang 2013 folgte dann auch Europa. Das Facelift dieser zweiten Generation hatte dann bereits im vergangenen Frühling Premiere – erstaunlicherweise auf dem Mobile World Congress in Barcelona, wo eigentlich Smartphones im Mittelpunkt stehen – und kommt Anfang 2017 auf den Markt. Einen Gefallen hat sich Ford damit nicht getan, die frühe Ankündigung wirkte sich nicht wirklich positiv auf die Verkaufszahlen von 2016 aus. Man darf dabei nicht vergessen: beispielsweise war der Kuga in der Schweiz einmal Nummer 1 in seinem Segment.

Neuerungen beim Ford Kuga 2017

So richtig tiefschürfend fällt das Facelift nicht aus. Neue Lampen, klar, eine prägnanter gezeichnete Front, eine etwas anders geformte Motorhaube, das war es schon an von außen erkennbaren Änderungen. Insgesamt lassen sie den Kuga aber irgendwie etwas behäbiger erscheinen, daran ändern auch die teilweise etwas gar kräftigen neuen Farben, die ST-Anbauteile und die allfälligen 18-Zöller nichts.

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© Bild: Werk

Rede mit deinem Auto

Innen gibt es ein neues Lenkrad, neue Sitzmaterialien, aufgefrischte Armlehnen und ein umgestaltetes Cockpit, bei dem auf ein paar Knöpfe und Schalter verzichtet wird. Das hat mit dem Bediensystem Sync3 zu tun, das auch einen größeren Touchscreen und eine weiter verbesserte Sprachsteuerung beinhaltet. Da wiederholen wir uns: Ford ist da einen Schritt weiter als die (meisten) anderen Hersteller, auch der Kuga ist ein guter Zuhörer – und macht es vorstellbar, dass man schon in naher Zukunft mehr mit seinem Auto reden wird, es darum bittet, die Heizung etwas wärmer zu stellen und vielleicht auch gleich noch ein schönes Kaffeehaus zu suchen. Als Mensch mit Dialekt wird man zwar nicht gerade bevorteilt – und wer etwa etwas in einer slawischen Sprache sucht, der muss vorher an seiner Aussprache arbeiten. Doch es wird tatsächlich immer besser – und wir sind froh darum, denn unsere Phantasie in Sachen Gestensteuerung ist etwas begrenzt.

Die richtigen Werte

Andererseits: man sieht schon, dass es sich beim jüngsten Kuga «nur» um ein Facelift handelt, andere Hersteller gehen in Sachen Vereinfachung des Cockpits längst gleich ein paar Schritte weiter als Ford. Und verwenden vielleicht dabei auch etwas weniger Plastik. Aber immerhin wurde die antiquierte Handbremse durch so ein elektronisches Knöpfchen ersetzt, was Raum für eine zusätzliche Ablagefläche schafft. Beim neuen Fiesta, der Ende November vorgestellt wird, soll man dann aber sehen können, wie sich Ford die Zukunft des Innenraums vorstellt. Wie auch immer: man sitzt gut im Kuga. Auch hinten ist genügend Platz, und der Kofferraum ist mit 456 Litern (maximal 1.653 Liter) von anständiger Größe – das sind die Werte, die in dieser hart umkämpften Kategorie von entscheidender Bedeutung sind.

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© Bild: Werk

Eine bekannte Größe bleibt hingegen das Fahrverhalten

Dass Ford bestens kann in Sachen Fahrwerk, ist bekannt, und auch der Kuga lässt sich dynamischer bewegen als so ziemlich jeder Konkurrent unter den kompakten SUV. Sogar dann, wenn man es etwas übertreibt, die Kurve etwas gar flott umrundet, bleibt der Ford souverän; die elektronischen Fangnetze brauchen kaum je einzugreifen, und das ist ja jeweils ein gutes Zeichen für eine gelungene Auslegung. Der Komfort kommt deswegen keineswegs zu kurz, man darf Ford wieder einmal loben für einen feinen Kompromiss. Weil prinzipiell auch eine friedliche Ruhe herrscht in diesem Wagen (vor allem bei den Benzinern und dem stärksten Diesel), darf der Kuga auch als sehr angenehmer Reisewagen gepriesen werden.

Motorisierung des neuen Ford Kuga

Für den Vorwärtsdrang zuständig ist einerseits ein 1,5-Liter-Benziner, der mit 120, 150 und 182 PS erhältlich ist, dazu kommt neu ein 1,5-Liter-Diesel mit 120 PS, und schließlich ist da auch noch der bekannte 2-Liter-Selbstzünder mit 150 oder 180 PS. Am überzeugtesten erschien uns der stärkste Diesel in Verbindung mit dem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das sehr sanft schaltet und die 400 Nm maximales Drehmoment souverän auf die Straße bringt. Fahren konnten wir auch den 150-PS-Diesel mit manuellem 6-Gang-Getriebe, da wirkt dann alles etwas rustikaler. Damit man den Kuga als SUV ernst nehmen kann, wird man sowieso eine Variante mit dem intelligenten Allradantrieb wählen, denn manchmal schneit es ja auch.

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© Bild: Werk

Preis des neuen Ford Kuga in Österreich

Der Einstiegspreis des neuen Ford Kuga liegt bei 26.400 Euro, da gibt’s dann die 120-PS-Variante mit Frontantrieb; der günstigste Allradler will mit mindestens 33.400 Euro bezahlt sein, die Top-Version mit 182 PS und Allrad steht mit 41.200 Euro zu Buche. Weil es ja nun so ist, dass Ford eigentlich auf Premium-Niveau arbeitet, auch in der schieren Masse von Assistenzsystemen und mit einer sehr sauberen Verarbeitung, aber keine Premium-Preise verlangt, dürfen die neuen Kuga als gute Angebote betrachtet werden. Ob das allerdings reicht, um wieder auf den ersten Platz unter den SUV zu kommen, muss der Markt entscheiden – die Konkurrenz in Form von VW Tiguan und neu dem Peugeot 3008 sowie bald dem Skoda Kodiaq schläft ja auch nicht.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

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