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Mercedes E 220 d: Gen-Spritze vom großen Bruder

Die neue E-Klasse will mit viel Komfort und einem reichhaltigen Angebot an Fahrassistenzsystemen Punkten, die ersten Eindrücke des Mercedes E 220 d ergeben ein klares Bild.

09.03.2016 Press Inform

Die neue Mercedes E-Klasse soll den Stuttgartern wieder den Vorsitz auf den Olymp der Oberklasse bringen. Ein ehrgeiziges Vorhaben bedenkt man, dass sowohl Audi A6 (in Europa) als auch der 5er BMW (weltweit) in den Verkaufszahlen vor Mercedes lagen. Mit einem unaufgeregten Design passt sich die neue E-Klasse dezent ins aktuelle Familiengefüge zwischen C- und S-Klasse ein. Etwas mehr Eigenständigkeit wäre schön, doch wer mag sich über das sehenswerte Design beschweren, wenn sich auch die Technik in Richtung S-Klasse aufschwingt?

Zahlenspiele beim neuen Mercedes E 220 d

In Europa geht ohne die ebenso drehmomentstarken wie sparsamen Diesel gar nichts. Für Mercedes Grund genug, einen neuen Vierzylinder-Selbstzünder zu entwickeln, der ebenso wie sein kraftvoller, aber lauter Vorgänger zukünftig in allen Sternen verbaut werden wird. In seiner mittleren Ausbaustufe leistet das Vollaluminium-Triebwerk im Mercedes E 220d 143 kW / 194 PS und 400 Nm maximales Drehmoment. Den Spurt 0 auf Tempo 100 schafft das Business Modell in 7,3 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h. Die Kombination mit der nunmehr neunstufigen Getriebeautomatik ist vorzüglich; vielleicht nicht so dynamisch wie das achtstufige ZF-Gegenüber, das in der Konkurrenz von Audi A6, Jaguar XF oder BMW 5er verbaut wird, aber dafür sparsamer denn je.

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© Bild: Werk

Leichter und leiser

Und das Geräuschniveau ist nicht nur durch die geringeren Drehzahlen geringer als je zuvor. Der Normverbrauch des Mercedes E 220d liegt trotz 1,7 Tonnen Leergewicht bei knapp unter vier Litern Diesel. Im Vergleich zum Vorgänger hat die neue E-Klasse um 80 Kilogramm abgespeckt. Dabei ist sie um rund vier Zentimeter auf 4,92 Meter gewachsen. Der Längenzuwachs kommt dabei jedoch überraschend wenig den Passagieren im Fond zugute. Denn auch wenn der Radstand auf 2,94 Meter wuchs, stieg die Kniefreiheit hinten nur um sechs Millimeter. Das Kofferraumvolumen sank unmerklich auf 530 Liter. Nun um Verhältnis 40:20:40 teilbar: die Rückenlehne.

Fahrprogramme und Sitzkomfort

Mit der optionalen Luftfeder ausgestattet mutiert der E 220d zu einer wahrhaften Sänfte, die nicht ganz, aber nah an der aktuellen S-Klasse rangiert. Dabei kann er nicht nur Langstrecke, mit den Fahrprogrammen Sport und Sport Plus darf auch mal die ein oder andere Kurve etwas forscher genommen werden. Seine wahre Stärke zeigt er jedoch in den Modi Komfort oder Eco, wenn die E-Klasse. Mitfahrer bekommen derweil ein reichhaltiges Angebot von ihrem Sitz geboten: klimatisierte Sitze, beheizte Armlehnen und zahllose Massageprogramme während sie die 64 Farben der Ambientebeleuchtung durchprobieren oder die beiden optionalen Großdisplays des Cockpits betrachten.

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© Bild: Werk

Die wichtigsten Kriterien beim Autokauf

Design, Antrieb und Fahrverhalten sind neben den Kosten nach wie vor die wichtigsten Kriterien beim Autokauf, doch in der Disziplin Fahrerassistenz definiert die E-Klasse das Autofahren nicht nur in der Oberklasse neu. Hier braucht sich der E 220 d sogar vor seinem großen Bruder, der Mercedes S-Klasse, nicht verstecken. Denn kein Serienfahrzeug weltweit lässt die Leine des teilautonomen Fahrens derart locker hängen wie die neue E-Klasse. Dank Doppelkamera, Radar und zahlloser Sensoren chauffiert sich der Schwabe mit dem Drive Pilot sicher durch den Verkehr, dass es einem wie ein Abstecher in die automobile Zukunft erscheint. Auf der Autobahn kann der Fahrer bis 210 km/h die Lenkarbeit ebenso einstellen, wie die Betätigung von Gaspedal und Bremse. Damit die Aufmerksamkeit nicht völlig in Emails und Telefonieren verschwindet, muss der Fahrer in bestimmten Abständen mit dem Finger über eine der beiden Sensortasten am griffigen Lenkrad streichen. Dann fährt der Mercedes wie von Geisterhand gesteuert auf der Fahrbahn, während er auf Verkehrszeichen und andere Verkehrsteilnehmer achtet. Wird der Blinker betätigt, kann er sogar teilautonom die Fahrspur wechseln und überholen. Zudem bietet die Mercedes E-Klasse Assistenten für Kreuzungen, Notbremsungen, Parken (auch per Fernbedienung) und kann sogar bei Gefahr die Lenkarbeit des Piloten verstärken um auszuweichen.

Preis des Mercedes E 220 d in Österreich

Der Einstiegspreis für die jedoch nur mäßig ausgestattete Basisversion Mercedes E 220 d mit 194 PS liegt bei 49.540 Euro. Der stärkere E 350 d ist ab 63.420 Euro im Handel (258 PS). Peinlich: bei der nach eigenen Aussagen intelligentesten Business-Limousine der Welt sind weder Navigationssystem, noch animierte Instrumente oder LED-Scheinwerfer serienmäßig. Die gleißend helle Fahrlicht hat sogar bereits der Vorgänger. Und ein Schritt zurück tut immer weh – denn die neuen Konkurrenten von Audi und BMW stehen 2017 bereits vor der Tür.

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© Bild: Werk

Technische Daten Mercedes E 220d

  • Vierzylinder-Commonrail-Diesel
  • Hubraum: 1950 ccm
  • Leistung: 143 kW/194 PS bei 3 800 U/min
  • Max. Drehmoment: 400 Nm bei 1.600 – 2.800 U/min
  • Antrieb: Heckantrieb
  • Getriebe: 9-Gang-Automatikgetriebe
  • Länge / Breite / Höhe: 4923 / 1852 / 1468 mm
  • Radstand: 2.939 mm
  • Leergewicht: 1.680 kg / Zuladung: 640 kg
  • Kofferraumvolumen: 540 Liter
  • Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 7,3 s
  • Durchschnittsverbrauch: 3,9 Liter/100 km
  • CO2-Emission:102 g/km
  • Schadstoffklasse: Eu6
  • Marcus Lang

    Die Fahrleistungen, Verbräuche und Assistenzsysteme sind echt eine Ansage! Auch toll, dass das Leergewicht gegenüber dem Vorgänger gesunken ist. Wenn sie jetzt noch einen ebenso kraftvollen wie sparsamen Benziner (oder auch Benzin-Hybrid) – also 100 bis 110 g/km CO2 – herausbringen, sind sie weltklasse. Gut – der Preis ist noch nicht auf „Kundenniveau“!

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