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Mercedes-Benz E 350 d: Selbst oder doch lieber selbstständig?

Die Qual der Wahl bezieht sich beim Mercedes E 350 d in erster Linie nicht auf die Wahl der Lackierung, sondern ob die Fahrt selber oder selbstständig passiert.

10.06.2016 Press Inform

Die neue Mercedes E-Klasse muss eigentliche ein Alleskönner sein. Gehört sie doch zu den wichtigsten Modellen des Konzerns und hat schon auf Anhieb zugefallen. Der Innenraum des aktuellen Topmodells, des E 350 d, steht seinem wertigen Äußeren in nichts nach. Doch neben den schweren Ledersitzen, den verchromten Lüftern oder auch dem großen Panoramadach fällt vor allem eines ins Auge: das Cockpit. Zwei gewaltige, horizontal eingebaute, hochauflösende Bildschirme sorgen in Kombination mit der klanggewaltigen Soundanlage für ein kleines Kinoerlebnis.

Der Mercedes E 350 d hat alles im Blick

Allerdings bieten die vielfach konfigurierbaren Bildschirme nicht nur eine beachtliche Kinoatmosphäre, sondern auch eine gewaltige Systemstruktur, die erst einmal durchblickt werden muss. Vom einfachen Navigationsmenü, über sämtliche Arten der Konnektivität mit dem Smartphone bis hin zu den vielen, einzelnen Ansichten, die die rund ums Fahrzeug installierten Kameras bieten bleiben nur wenige Wünsche offen. Die Nutzer der von selbst ausfahr- und auch wieder einfahrbaren Anhängerkupplung können sich zudem sehr freuen: Sie benötigen ab sofort keine Hilfe mehr beim Anhängen, da es auch dafür eine eigene Ansicht inklusive Richtungspfeilen gibt. Dieser erste Eindruck der kompletten Überwachung des Umfeldes findet in den zahllosen Assistenzsystemen seinen Gipfel.

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© Bild: Werk

Autonomes Fahren mit der neuen E-Klasse

Mag es noch zehn oder mehr Jahre dauern (oder gar viel weniger?), bis tatsächlich komplett autonome Fahrzeuge auf den Straßen rollen, hat die neue E-Klasse bereits einen gewaltigen Schritt dorthin gemacht. Selbst in der Stadt heißt es aktuell: Abstandsregeltempomat auf 50 Kilometer pro Stunde programmieren, Spurhalte-Assistent an und zurücklehnen. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit verlangt eine kleine Grafik vom Fahrer, dass er doch bitte das Lenkrad touchieren möchte. Und auch das Einparken funktioniert einfacher denn je – und sogar von außerhalb des Fahrzeugs per Smartphone-App. In Kombination mit der auf Wunsch sehr komfortablen Federung, die Kanaldeckel und Co. einfach wegbügelt, kommt die Fahrt im neuen 350 d dem Flug auf einem 1.800 Kilogramm schweren, fliegenden Teppich nahe.

Preis und Fahrleistungen des Mercedes E 350 d

Wäre da nicht der drei Liter große V6-Dieselmotor unter der geschwungenen Motorhaube, der bei Bedarf 258 PS an die Hinterräder leitet, würde es eigentlich nur wenige Sorgen im Leben eines E-Klasse-Kunden geben – in puncto Auto versteht sich. Doch mit dem Wissen, dass nicht nur die Neungang-Automatik per Schaltwippen manuell bedient werden kann, sondern auch auf Geheiß des Fahrers satte 620 Newtonmeter Drehmoment für eine brachiale Beschleunigung sorgen können, stellen ihn vor die ständige Frage: Soll ich nicht doch lieber alles selbst machen? Nicht, dass der mindestens 63.420 Euro teure Mercedes es nicht auch könnte. Fahrspaß will aber erst so richtig aufkommen, wenn die 1.800 Kilogramm schwere E-Klasse manuell in die Kurven geschmissen und auch wieder herausgewuchtet wird. Dabei genießt der Fahrer der 4,92 Meter langen Limousine die Unterstützung der sehr präzise arbeitenden Lenkung, deren Charakteristik sich, wie auch die des Motors und der Federung, individuell anpassen lässt. 5,9 Sekunden für den Sprint bis Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde sprechen da für den Motor.

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© Bild: Werk

Dämmung bis zur Lautlosigkeit

Doch genau hier polarisieren das Aggregat und die gesamte Abgasanlage äußerst stark. Denn was an diesen beiden prägnanten Stellen an Geräusch- und Klangkulisse entwickelt wird, dürfte nur den Freunden von lautloser Fortbewegung entgegenkommen. Alle anderen, die sich gern im sportlich klingenden Business-Wagen wähnen wollen, dürften da doch eher zur Konkurrenz greifen. Selbst im Modus Sport+ sorgt er weder für Gänsehaut noch für irgendetwas. Vom Standgeräusch mal ganz zu schweigen. Wer dennoch den Auspuffklang mit einem Aufnahmegerät für die Nachwelt speichern möchte, sollte zuvor einen genauen Blick unter das Heck des E 350 d werfen, damit er es nicht an die falsche Stelle hält. Denn nur hinter einer verchromten Auspuffverblendung steckt auch tatsächlich ein Endrohr.

Und die Reisetauglichkeit?

Dabei wird der Sound dem sportlichen Potenzial des neuen Mercedes E 350 d in keinster Weise gerecht. Kurven können dank ESP und Co. so scharf genommen werden, dass die Rückbänkler froh sein können, wenn sie dort hinten zu dritt sitzen und sich gegenseitig stützen können. Im Modus Sport+ hilft das aber auch nicht mehr, da die Traktionskontrolle dann sogar kleine Drifts zulässt. Dabei packen die Bremsen wirklich gut zu, diese lassen sich nicht nur voll oder gar nicht, sondern auch butterweich und punktgenau bedienen. Wird auf Kurvenhatz und starke Beschleunigungen verzichtet, soll der Normverbrauch von 5,5 Litern auf 100 Kilometern sogar in greifbare Nähe rücken. In Kombination mit dem sehr klein geratenen 50 Liter großen Dieseltank lassen sich so fast 1.000 Kilometer realisieren. Der Kofferraum ist sehr tief und fasst bis zu 540 Liter Gepäck. Hier passen nicht nur Handgepäckstücke, sondern ganze Reisekoffer hinein.

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