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McLaren 570GT: Wie fährt sich der Komfortsportler?

Komfort und Sport vereint der McLaren 570GT, soll damit mehr Alltagsnutzen bringen und schließlich mehr Kundschaft ansprechen. Geht die Rechnung auf?

25.05.2016 Press Inform

Die wichtigste Information direkt vorweg: Wer einen McLaren 570GT bestellt, bekommt ihn auch. Das war bei den letzten Familienzuwächsen der Marke nicht immer so. Doch mit dem 570GT kommt nun ein Modell der Sports Series auf die Straße, das schnell zum Kunden-Liebling aufsteigen könnte. Denn er ist mit Abstand der gemütlichste und praktischste seiner Zunft. Das liegt zum einen an seinem massiv vergrößerten Gepäckraumvolumen und an seinem übrigen Platz-, Einstiegs- und Federungskomfort. Wer nun hofft, dass es bei McLaren jetzt einen Kombi mit SUV-Sitzhöhe und Baja-California-Rennwagen-Federwegen gibt, der wird an dieser Stelle leider enttäuscht. Für ein Mitglied der McLaren-Familie sind seine deutlich spürbaren Veränderungen allerdings ein signifikanter Schritt Richtung Alltagstauglichkeit.

McLaren 570GT, Einstieg leicht gemacht

Bislang gab es mit dem 150 Liter fassenden vorderen Kofferraum etwas Platz um kleinere Dinge zu verstauen. Doch dank des 220 Liter großen Gepäckraums hinter den Köpfen der beiden Insassen ist der Stauraum mindestens doppelt so groß. Ist einmal alles verstaut, beginnt der Einstieg in den 1,20 Meter flachen Supersportwagen. An dieser Stelle wird der Unterschied zwischen der Super und der Sports Series klar. Wie schon beim sportlichen S-Bruder lassen sich die nach vorn oben aufschwingenden Türen des GT weiter öffnen, als zum Beispiel beim 650S. In Kombination mit dem in seiner Höhe reduzierten Türschweller und dem automatisch zurückfahrenden Sitz und Lenkrad lässt sich eines festhalten: Es war noch nie einfacher in einen McLaren hineinzukommen.

McLaren-570GT-Fahrbericht (16)
© Bild: Werk

Mit den Sportsitzen verschmolzen

Einmal eingestiegen versinken und verschmelzen die Körper von Fahrer und Beifahrer in und mit den beiden Sportsitzen. Sie bieten so einen hohen Komfort und zugleich den geforderten und von McLaren auch zu erwartenden Seitenhalt, dass sie erst beim nächsten Tankstopp zwangsläufig wieder verlassen werden müssen. Wie lang das am Ende dauert, kann der Fahrer natürlich auch weiterhin mit seinem rechten Fuß bestimmen. Der Normverbrauch beträgt zumindest 10,7 Liter auf 100 Kilometer und der Tank fasst 72 Liter Treibstoff. Wer möglichst schnell von A nach B und somit auch von Tankstelle zu Tankstelle gelangen möchte, dem legt McLaren auch im 570 PS starken 570GT keine Steine in den Weg. Sollten dennoch mal welche auf der Straße liegen, bekommen die Insassen im Komfortmodus deutlich weniger von ihnen zu spüren, als noch beim Brudermodell, dem 570S. Die Reduzierung der Federraten in Höhe von 15 Prozent vorn und zehn Prozent hinten sorgt für ein wesentlich angenehmeres Reisegefühl. Gleichzeitig hilft die zweiprozentige Reduzierung der Lenkübersetzung des elektrohydraulischen Lenksystems für eine geschmeidigere Umsetzung der Fahrervorgaben bei hohen Geschwindigkeiten.

Konfiguration und Preis des McLaren 570GT in Österreich

Mit der Launch Control von 0 auf 100

Doch auch ein komfortabel abgestimmter McLaren bleibt ein McLaren. Und so lässt sich mithilfe verschiedener Modi seine Charakteristik von Engelchen auf Teufelchen wechseln. Bei Benutzung der Launch Control ist eine Sprintzeit von 3,4 Sekunden bis 100 und in 9,8 Sekunden bis 200 km/h möglich. Bei Tempo 328 ist Schluss. Der von innen weniger, von außen dafür umso klarer wahrnehmbare Motorenklang lässt sich dank der optionalen Sport-Auspuffanlage um ein Vielfaches verstärken. Bei Bedarf können sich die Nachbarn also auch vom Sound eines 1.350 Kilogramm schweren 570GT am Sonntagmorgen aus den Federn brüllen lassen.

McLaren-570GT-Fahrbericht (20)
© Bild: Werk

Die Kette auf Zug

Auf der freien Landstraße erstmal angekommen, wird der sportlich ambitionierte Fahrer schnell merken, dass der auf Komfort ausgelegte GT erst ab 6.500 Umdrehungen pro Minute so richtig an der Kette zieht. Dank der Schaltwippen und dem Motorsetting Track lässt sich die Drehzahl aber ohne weiteres genau in diesem Bereich halten. Der 600 Newtonmeter starke Vortrieb, den der 3,8-Liter Doppelturbo V8 M838TE Motor per 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterräder weiterleitet, sorgt im sogleich für strahlende Gesichter im Innenraum.

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