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Maserati Levante und das Luxusproblem

Im Segment der Bling-Bling-SUV geht es derzeit ordentlich zur Sache. Das neuste Statussymbol hört auf den Namen Maserati Levante, punktet mit italienischer Eleganz und zeigt dennoch kleine Schwächen.

15.04.2016 Press Inform

In Italien ist alles „Grande Opera“. Das ist beim Maserati Levante nicht anders. Der erste Auftritt des Sport-SUVs beeindruckt nachhaltig: Der imposante Kühlergrill ähnelt mit seinen acht Chrom-Längsstreben dem Biss-Schutz des weltbekannten Film-Kannibalen Hannibal Lecter. Die optische Wucht dieser Maske ist so stark, dass Kleinwagen-Fahrer selbst auf schmalen Landstraßen nach rechts ziehen, wenn der Dreizack im Rückspiegel auftaucht. Dann ist da noch der Parkmodus: Sobald der Maserati Levante abgestellt wird, senkt sich die Karosserie um 45 Millimeter ab, um den Passagieren das Aussteigen zu erleichtern. Angenehmer Nebeneffekt: Die kauerndere Optik macht einiges her – wir sprechen hier immer noch von einem Italiener.

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© Bild: Werk

„Der Levante ist der Maserati unter den SUV“

Da der Levante eine Luftfederung hat, sind fünf verschiedene Karosserie-Höhen-Niveaus möglich. Je nach Fahrmodus beziehungsweise Geschwindigkeit feuert das SUV tiefgeduckt über den Asphalt (zum Beispiel in der Einstellung „Sport“) oder reckt sich stolz in die Höhe („Off-Road“). Grundsätzlich beträgt die Bodenfreiheit des nach einem mediterranen Wind benannten Autos 207 Millimeter. Sechs Fahrmodi stehen zur Wahl: Die Spanne reicht von „Normal“ über besonders sportlich bis hin zu Off-Road (jeweils zwei Varianten) und extra sparsam (I.C.E). „Der Levante ist der Maserati unter den SUVs“, so Markenchef Harald Wester und meint damit nichts anderes, als dass die Stoßrichtung des jüngsten Dreizack-Modells auf den Porsche Cayenne zielt.

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Soundkulisse des Maserati Levante

Um der Konkurrenz das Leben möglichst schwer zu machen, ziehen die Maserati-Ingenieure einige Register der Sportwagen-Baukunst. Das geht beim Antriebstrang los. Der voluminöse Klang sorgt hier garantiert für Gänsehaut-Momente. Sobald der Top-V6-Benziner mit 316 kW / 430 PS gestartet wird, taucht man in eine Verbrennungs-Symphonie der besonderen Art ein. Dem grollenden Fauchen folgt ein Konzert aus metallischem Sägen, gierigem Schlürfen und dem wilden Zwischengas-Trommelwirbel. Diese Geräuschkulisse intensiviert sich und begeistert mit tief bellenden Zwischen-Gas-Stößen, sobald man in den Sport-Fahrmodus wechselt. Dann trompetet der italienische Athlet seine Potenz mit Inbrunst heraus. Dagegen klingt ein Mercedes-AMG wie ein Schüler-Chor. Kurz: Levante fahren heißt den großen Auftritt pflegen, optisch, wie akustisch.

Beschleunigung und Verbrauch

Die Kraft des V6-Motors, der gemeinsam mit Ferrari entwickelt wurde, lässt den Levante mit richtigem Dampf lossprinten. Das Triebwerk macht den 2.109 Kilogramm schweren SUV zum Spielball der Dynamik-Gelüste des Piloten. In nur 5,2 Sekunden erreicht die Top-Version des Levante die 100-km/h-Marke und die knackige Power des maximalen Drehmoments von 580 Newtonmetern, das bei 1.750 Umdrehungen pro Minute bereitsteht, feuert den Levante bis zur Höchstgeschwindigkeit von 264 km/h. Dass derartige Sportler-Muskeln Nahrung brauchen, ist klar. Weswegen der Durchschnittsverbrauch von 10,9 Litern pro 100 Kilometer keine Überraschung ist.

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Fahreigenschaften des Maserati Levante

Jede Kurve demonstriert die Potenz des Aggregates, garniert mit einem Fahrwerk, bestehend aus Multi-Lenker-Hinterachse und Double-Wishbone-Achse vorne und drei Differentialen. Hinten kommt mit einem mechanischen selbstsperrenden Differential klassische Ingenieurskunst zum Einsatz, die vorne durch ein weiteres Differential und Torque-Vectoring per Bremseingriffen garniert wird. Das mittlere Differential sorgt für die Kraftverteilung zwischen den Achsen. Im Normalfall gehen 90 Prozent nach hinten und 10 Prozent nach vorne. Bei Bedarf schickt das System blitzschnell innerhalb von einer Zehntel-Sekunde bis zu 50 Prozent auf die Vorderachse.

Die Lenkung im Vergleich zum Diesel-Modell

Das Resultat dieser Melange aus Technik, Gehirnschmalz und akustischer Emotion ist eine große Freude auf die nächste Kurve. Dabei hilft die perfekte Gewichtsverteilung von 50:50, die den Levante zu einem echten Carver macht. Lediglich die Lenkung fällt beim agilen Gesamtpaket etwas ab: Sie ist zwar direkt, aber zu leichtgängig und gibt zu wenig Rückmeldung. Interessanterweise fühlt sich die Steuerung beim 202 kW / 275 PS Diesel aufgrund des zusätzlichen Motorgewichts, das auf der Vorderachse liegt, weniger teigig an. Zudem ist man mit dem Selbstzünder durchaus zackig unterwegs.

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Innenraum und Preis des Maserati Levante

Der Innenraum glänzt mit italienischem Chic, auf Wunsch gibt es sogar eine Leder-Seide Kombination – pompöser kann man fast nicht Autofahren. Hinten wird es für Menschen, die die 1,85 Meter Körpergröße überschreiten, eng. Das Kofferraum-Volumen ist mit 580 bis rund 1.600 Litern in Ordnung. Außerdem offenbart der Levante Schwächen im Detail: Das Infotainment mit dem 8,4-Zoll-Touchscreen kann mit der Konkurrenz nicht mithalten und das Minidisplay zwischen den Rund-Instrumenten wirkt altbacken. Das Hartplastik-Ambiente inklusive der Bedienelemente rings um den Automatik-Hebel ist ebenfalls nicht besonders wertig. Den Levante S gibt’s in Österreich ab 115.204 Euro. Die Diesel-Variante kommt auf 85.442 Euro. Wer auf den guten Diesel schwört, muss bis Juli warten und der kleinere Benziner mit 257 kW / 350 PS wird dann wohl erst ab nächstem Jahr zu haben sein.

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