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Jaguar XF, britisches Understatement und Raubkatze

Der neue Jaguar XF 3.0d tritt mit britischem Understatement gegen die Konkurrenz aus dem Hause BMW und Audi an. Und der Diesel schlägt sich richtig, richtig gut.

26.11.2015 Press Inform

Der Preis des neuen Jaguar XF 3.0d (ab 66.600 Euro) orientiert sich am Konkurrenten aus München, dem 535d (ab 65.800 Euro). Auch die PS-Anzahl mit 300 beim Briten bzw. 313 beim Bayern liegen knapp beinander. Beim Motor hören Gemeinsamkeit dann aber auf: Der BMW tritt traditionell mit einem Reihensechszylinder in den Ring, beim Jaguar sind die Töpfe in V-Form angeordnet. Das Biturbo-Triebwerk zeigt, wie nah die Briten den Deutschen schon gekommen sind. Es tritt kräftig an und beschleunigt sämig durch alle Gänge bis zur elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Aus dem Stand ist Tempo 100 nach 6,2 Sekunden erreicht.

Jaguar XF 3.0d, der Verbrauch lässt aufhorchen

Der Durchschnittsverbrauch von 5,5 Litern pro 100 Kilometer würde auch kleineren Autos gut zu Gesicht stehen. Allerdings braucht der UK-Sechszylinder Drehzahlen, um seine volle Kraft von 700 Newtonmetern zu erreichen. Unterhalb von 2.000 tut sich der V6 etwas schwerer, hat aber immer noch genug Schmalz in den Oberschenkeln um ein entspanntes Gleiten zu ermöglichen.

Jaguar XF 3.0d (9)
© Bild: Werk

Ingenieure haben einen guten Job gemacht

Für sportliche Fahrer, die gerne Gänge wechseln (bitte ran an die Schaltwippen) ist das aber kein Hindernis. Die pure Drehfreude und die Kraft des Briten-Diesels bereitet einfach Spaß und steht den deutschen Konkurrenten nur wenig nach. Sobald sich die Kurbelwelle schneller dreht, grummelt der Selbstzünder etwas unwirsch. Aber das wird durch Freudenjauchzer des sportlich versierten Fahrers ob der sehr direkten Lenkung schnell übertönt. Doch jede noch so direkte Steuer-Übertragung mutiert zum nervösen Autobahn-Spielzeug, wenn das Fahrwerk die Befehle nicht präzise umsetzt. Auch hier haben die Ingenieure einen guten Job gemacht: Die Kombination aus variablen Dämpfern (1.321 Euro) und Integral-Hinterachse ermöglichen Komfort oder – auf Wunsch – eine sportliche Abstimmung.

Das Resultat überzeugt

Obwohl der Jaguar trotz geschrumpfter Abmessungen immer noch 4,95 Meter lang ist, geht er beschwingt um die Ecken. Je länger man im XF unterwegs ist, desto mehr verwandelt sich das Volant zu der Verlängerung der Gehirnsynapsen. Das Prinzip ist einfach: Der Fahrer denkt, lenkt und das Auto agiert. Unterstützt wird das Ansinnen des Piloten von einem sehr mitteilsamen und bewegungsfreudigen Heck. Somit wird das Gewicht von 1.710 Kilogramm erfolgreich kaschiert.

Jaguar XF 3.0d (11)
© Bild: Werk

Wirklich viel Platz

Im Innenraum wird das Bemühen der Engländer deutlich, in der Premium-Liga mitzuspielen. Edles Leder, Chrom und Holz verströmen eine behagliche Atmosphäre, doch einige Knöpfe rings um das Navigationssystem passen nicht ins Bild. Der zweitbeste Platz, den Jaguar XF zu genießen ist hinten rechts. Bei der Beinfreiheit haben die Briten die E-Klasse als Maßstab ausgemacht und legen da noch etwas drauf. Deswegen können auch großgewachsene Zeitgenossen gemütlich Platz nehmen und sogar die Beine etwas ausstrecken. Mit einer Fassungskraft von 540 Liter reicht auch das Kofferraumvolumen für einen Familienausflug aus.

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