1/5
 

Der neue Hyundai Tucson: einerseits – andererseits

Als grundsolide darf der neue Hyundai Tucson ruhig bezeichnet werden. Die Südkoreaner bieten viele Extras, wobei nicht alle überzeugen können.

04.01.2016 Press Inform

Der Ur-Tucson war der erste südkoreanische SUV und damit der Einstieg in die Welt des allradangetriebenen Hochsitzens. Sein Nachfolger, der ix35, bot wenige Jahre später eine spürbare Verbesserung in allen Punkten. Jetzt ist der Tucson wieder zurück – mit viel Kraft, noch mehr Komfort und jeder Menge technischer Helfer bläst er zum Angriff im vielumkämpften SUV-Segment. Mit Blick auf sein neues Heck kaum noch von einem Kia Sportage oder VW Tiguan zu unterscheiden, zeigt er sich zumindest in seiner Frontansicht ein wenig eigenständiger.

Viel Platz und Wärme im Hyundai Tucson

Im Innenraum sieht das schon anders aus. Hier herrscht Hyundai-Atmosphäre wohin das Auge blickt. Moderne Farben, feine Materialien mit angenehmer Haptik und jede Menge Schalter und Knöpfe lassen nur wenig Raum für Kritik. Vor allem in der Topausstattungsvariante lachen einen an kalten Tagen die Sitzheizungs-Knöpfe für die Vorder- und Rücksitze sowie die Lenkradheizung an. Das gewaltige Panoramaschiebedach lädt derweil auf der beheizten Rücksitzbank zum Sternegucken ein. Platz, soviel sei jetzt schon verraten, findet sich auf jedem der insgesamt fünf Sitzgelegenheiten mehr als genug. Zudem spricht der Komfort für jedwede Form der automobilen Fernreise. Damit die auch sicher zum Ende kommt, dafür stehen dem Fahrer zahlreiche Assistenzsysteme zur Verfügung.

Hyundai-Tucson-2015-(5)
© Bild: Werk

Einerseits – andererseits

Einer von ihnen dient der Spurhalteunterstützung. Werden beide Hände vom Lenkrad genommen und die Fahrspuren auf der rechten und der linken Seite sind gut erkennbar, zeigt das System einen ernstzunehmenden Blick in die autonome Zukunft auf. Störend ist dabei jedoch, dass der Assistent so stark einwirkt, dass die Benutzung der elektrischen Servolenkung für den Fahrer nur noch begrenzt Spaß macht. Zu sehr ruckelt und zuckelt der imaginäre Fahrlehrer am belederten Lenkrad. Wer dies zu störend wahrnimmt kann die Unterstützung deaktivieren. Ebenfalls auf der einen Seite sehr gelungen, auf der anderen Seite nicht zu Ende gedacht ist der Einparkpilot. Bei ausreichendem Licht gelingt das Einparken-Lassen ohne große Mühe – die Bestellung der Sechsstufen-Automatik vorausgesetzt. Sobald sich jedoch die Sonne verzieht und in der Rückfahrkamera-Darstellung die Bordsteinkanten kaum noch auszumachen sind, stößt das System völlig verständlich an seine Grenze. Unverständlich ist jedoch, warum es sich dennoch zum Einparken anbietet. Wem etwas an den schicken Felgen liegt, der sollte sein Glück in die eigenen Einparkgeschicke legen.

Hyundai-Tucson-2015-(2)
© Bild: Werk

So fährt sich der neue Hyundai Tucson

Gar nicht problematisch verhält sich der neue Hyundai Tucson mit seinem 2,0 Liter Vierzylindermotor, wenn er auf das reduziert wird, für das er eigentlich genutzt wird: das Fahren an sich. Er ist sehr spurtreu, laufruhig und vor allem sehr gut schallisoliert. Trotz seiner SUV-Ausmaße und dem allradantriebgeschuldeten Gewicht von über 1,8 Tonnen ist im Innenraum kaum etwas von der Fahrt mitzubekommen. Selbst bei 201 Kilometern pro Stunde, seiner Höchstgeschwindigkeit, kommt das Gefühl einer angenehmen Reisegeschwindigkeit auf. Einen großen Anteil daran haben aber auch die sehr komfortablen Sitze sowie das einfach zu bedienende und sehr gut arbeitende Infotainmentsystem. Von der nicht so gut funktionierenden Verkehrsschilderkennung einmal abgesehen, ist auch das Navigationssystem ohne große Tadel unterwegs. Gleiches gilt auch für das Gepäckraumabteil, das im Vergleich zum Vorgänger mit 513 Liter rund zehn Prozent mehr Stauraum anbietet. Erfreulich ist die Tatsache, dass die elektrische Heckklappe nur kurz einen warnenden Piepton von sich gibt und dann lautlos ihre Arbeit verrichtet. Alles in allem bietet der Hyundai Tucson ein ordentliches Gesamtpaket, bei dem nicht jedes Sonderausstattungs-Häkchen gesetzt werden sollte. Das Einstiegsmodell des neuen Hyundai Tucson ist in Österreich ab 23.990 Euro erhältlich, das Topmodell liegt bei mindestens 43.990 Euro.

pixel