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Hyundai i40 Kombi – Mind-Blower?

Kann der Hyundai i40 Kombi mit der Konkurrenz aus Europa mithalten, wie fährt sich der Koreaner und was kann zur Technik gesagt werden?

20.10.2015 radical mag

Nein, er ist kein Mind-Blower, der Hyundai i40 Kombi, muss er auch nicht sein. Dafür ist er schlicht zu: normal. 1,7 Liter großer Diesel unter der Haube, 141 PS, dazu ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen – das zieht die Wurst nicht vom Teller. Hättet halt einen anderen Motor bestellen müssen mögen einige jetzt denken. Geht nicht, antworten wir, denn seit dem Facelift gibt es den i40 Kombi nur mit diesem einen Antrieb. Wobei, das stimmt nicht ganz. Denselben Motor gibt es noch mit 115 PS. Das haben wir uns dann doch nicht angetan. Die Koreaner mögen es offenbar pragmatisch. Was nichts daran ändert, dass der frische i40 eine sehr gute Figur macht. Er sieht schon sehr schnittig und doch elegant aus, sicher optisch einer der gelungensten Kombis aus Fernost. Nur 147 cm hoch ist der Kombi was zusammen mit der Länge von 477 cm und der Breite von 181 den Wagen ziemlich sportlich aussehen lässt. Das Rezept ist ja bekannt, weniger Höhe bringt optisch mehr Dynamik, weniger Luftwiderstand (jedenfalls in den meisten Fällen) und eine hohe Gürtellinie. Das ist ja alles prima, aber es soll nicht verschwiegen werden, dass dies auch Nachteile mit sich bringt. So werden die Fensterflächen beispielsweise ziemlich klein, was der Rundumsicht nicht gerade zuträglich ist. Und auch mit der Kopffreiheit ist es nicht sonderlich weit her. Zumindest bei unserem Testwagen in der Topversion. Denn der hat ein elektrisches Glasschiebedach an Bord, welches den Kopfraum zusätzlich einschränkt. Menschen mit einer Körpergröße über 185 cm sollten deshalb genau austesten, ob sie eine angenehme Sitzposition finden.

Preis des Hyundai i40 Kombi

Das positive an der Topversion ist natürlich, dass sie eigentlich alles schon mit an Bord hat, was auf der Aufpreisliste steht. Für 39.990 Euro bekommt man also einen Kombi dem es an nichts fehlt, außer vielleicht etwas Elan. Doch dazu später mehr. Innen ist der Kombi aus Korea mittlerweile richtig fein gemacht. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau, oder es mit den Worten von Dr. Hackenberg zu sagen: da scheppert nix. Der Einstiegspreis für den i40 Kombi liegt bei 24.990 Euro für den 135 PS Benziner.

Hyundai i40 Kombi (4)
© Bild: Werk

Hyundai hält Schritt mit der Konkurrenz

Ja, beheizte und belüftete Sitze gibt es bei einigen Herstellern in dieser Fahrzeugklasse nicht einmal gegen Aufpreis. Genauso wenig wie ein schnell agierendes Navigationssystem, das erst noch einfach zu bedienen ist. Hyundai ist vielleicht nicht der große Technologieführer in diesem Bereich, aber man ist auf Augenhöhe mit den Großen im Infotainmentbereich. Das sieht man zum Beispiel auch an der guten Rückfahrkamera, die auch in der Dämmerung noch ein gutes Bild liefert.

Das wichtigste beim Kombi, der Laderaum

Und ja, bei einem Kombi wichtig ist natürlich der Laderaum. Als Fünfsitzer passen maximal 553 Liter hinter die Fondsitze. Klappt man die Rückenlehnen ab, sind es 1.720 Liter. Ein durchaus ansehnlicher Wert und die trotz der geringen Fahrzeughöhe. Dazu gibt’s ein einfaches aber effektives System zur Ladungssicherung und eine angenehm tief liegende Ladekante. Kombi kann man also bei Hyundai.

Hyundai i40 Kombi (3)
© Bild: Werk

Zeit, auch etwas über die Fahreigenschaften zu sagen

Die sind, unspektakulär. Das ist sehr wahrscheinlich so gewollt, aber der i40 Kombi berührt das Fahrerherz etwa so wie sich der Fußballfan an einem Eishockeyspiel erfreut – oder halt umgekehrt. Klar, es fährt, aber die emotionale Optik mag der Antrieb und das Fahrwerkssetup nicht zu unterstreichen. Der kleine Vierzylinder-Diesel wird ziemlich laut, wenn man ihn tatsächlich 141 PS abverlangt. Klar sind 280 Nm maximales Drehmoment für einen 1700er-Motor ein anständiger Wert, aber begeisternd ist anders. Kommt dazu, dass das Doppelkupplungsgetriebe nicht auf dem Stand anderer Hersteller ist. Eine gesunde Portion Anfahrverzögerung animiert den Fahrer, noch mehr aufs Gaspedal zu drücken. Was wiederum die Vorderräder dazu animiert, trotz 225er-Reifen den Halt zu verlieren. Man muss sich wirklich erst an die Kupplung gewöhnen, beeinflussen kann man es ja nicht. Der i40 ist dafür ein wunderbarer Gleiter. Einmal in Schwung kann man stundenlang über Autobahnen tuckern, die bequemen Sitze und die auf Komfort ausgelegte Federung machen es möglich.

Verbrauch und Fazit

Und weil man meist völlig entspannt fährt, kann sich auch der Dieselverbrauch sehen lassen. 5,0 Liter pro 100 Kilometer versprechen die Koreaner im Schnitt. Wir kamen zwar nicht ganz an diesen Wert heran, aber 5,9 L/100 km sind auch sehr okay. Das Paket stimmt also, Schade nur, dass es an der Emotionalität fehlt. Die Hülle verspricht mehr, als drinnen steckt. Doch das gilt nur für die Fahrdynamik, der Rest kann sich mit den Konkurrenten aus Europa durchaus messen.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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