1/15
 

Honda NSX 2015: Supercar mit 4 Motoren

Der neue Honda NSX wird im Sommer 2016 erstmals auf Europas Straßen zu sehen sein. Wir konnten das japanische Supercar bereits bewegen und geben unsere Eindrücke an euch weiter.

27.10.2015 Press Inform

Lange mussten die -Fans auf den neuen Honda NSX 2015 warten. Drei Jahre lang praktizierten die Japaner eine automobile Salamitaktik, verschiedene Studien lüfteten langsam Schleier über die heißerwartete Nippon-Flunder. Schließlich genießt die erste Version, die von 1990 bis 2005 gebaut wurde, Legenden-Status. Der Ur-NSX hatte solche Leckereien, wie ein Aluminium-Chassis, elektronisch gesteuerte Drosselklappen und Titan-Pleuel. Der V6-Motor jodelte bis 8.000 U/min. Große Schuhe, in die der neue Honda passen muss. Zu allem Überfluss steht NSX auch noch für „New Sport Experience“. „Der neue NSX soll ein Alltags-Super-Auto sein“, so NSX-Projektleiter Ted Klaus. Kommt halt auf den Alltag an. Obwohl, das technologische Rüstzeug hat das weißlackierte Kraftpaket auf alle Fälle: variable Dämpfer und ein steifes Chassis aus Aluminium und extrem festen Stählen.

Honda-NSX-2015-15

Motorenquartett im Honda NSX 2015

Nach dem Hineinschlängeln in die bequemen Sportsitze ist ruckzuck eine ideale Sitzposition gefunden. Das farbenfrohe digitale Zentralinstrument erinnert an die Anzeigen aus einem Videospiel. Passt aber irgendwie, schließlich kommt der NSX aus Japan, der Heimat der bedeutendsten Spielekonsolen. Was aber nicht zusammengehört, ist das sauber verarbeitete Leder im Interieur und die Plastik-Chrom-Imitat-Applikationen in den Türen und um die Mittelkonsole. Aber nach dem Druck auf den Start-Knopf ist das alles Makulatur, da gilt der Blick nur noch dem Asphalt, bestenfalls dem Drehzahlmesser und der Griff dem Lenkrad, das gut in der Hand liegt, Geschmeidig, lautlos hechtet der weiß-schwarze Tiger los. Insgesamt drei Elektromotoren sorgen für Vortrieb: Zwei mit jeweils 27 kW / 36 PS an der Vorderachse und einer mit 35 kW / 47 PS, der mit Bi-Turbo-Verbrennungs-Motor verschmolzen ist, hinten. Insgesamt lässt die eilige Quartett eine Systemleistung von 422 kW / 573 PS auf den Asphalt los. Die Kraft der Batterie reicht maximal bis 90 km/h oder zwei Kilometer lang, dann schaltet sich fast unmerklich der V6-Aluminium-Twin-Turbo dazu. Nach deutlich weniger als vier Sekunden, knackt der NSX die 100 km/h Marke. Erst bei 305 km/h ist Schluss.

Ausgefeilte Aerodynamik

Was sofort auffällt: Auch bei hohen Geschwindigkeiten liegt der Super-Honda extrem stabil und lässt sich entspannt bewegen. Das liegt auch an der ausgefeilten Aerodynamik des Sportwagens, die den Auftrieb reduziert. Die rasante Tempojagd geht weiter, schneller immer schneller. Die Mischbereifung (vorne 245 – 19 Zoll, hinten 305 – 20 Zoll Räder) krallt sich in den Straßenbelag. Der wilde Drang lässt auch bei den Gangwechseln des hauseigenen Neungang-Doppelkupplungsgetriebes nicht nach, da die beiden vorderen E-Maschinen die minimale Zugkraftunterbrechung beim Schalten ausgleichen. Untermalt wird der Supersportler vom metallisch sägenden Sechszylinder im Rücken des Fahrers. Wer es auf der Autobahn gemütlicher haben will, nutzt die Fahrstufe Nummer neun, die als Spargang ausgelegt ist.

Honda-NSX-2015-16

Fahrmodi, Motorsound und Bremsen

Je nachdem welchen der vier Fahrmodi – Quiet (rein elektrisch), Sport, Sport+ oder Track – man wählt, steigert sich das Verbrennungs-Gebrüll, wird aber nie derart infernalisch laut, wie bei einem italienischen Sportwagen. Das ist ein Tribut an das anvisierte Klientel in den USA, China und den Nahen Osten. Allerdings verändert sich das Verhalten des Hondas. Wer es sportlich will, bekommt es knackig, dann straffen sich die Dämpfer und die Lenkung wird noch direkter. Selbst im Track-Modus verschwindet das ESP nicht ganz. Das muss der Fahrer schon selbst per Druck auf einen extra Knopf ausschalten. Durch diese spezielle Herangehensweise kann sich der Pilot mit dem Sportgerät anfreunden. Falls es dennoch einmal eng wird, packen die Carbon-Keramik-Bremsen kräftig zu.

Allradantrieb und Preis des Honda NSX

Der NSX vermittelt viel Vertrauen und lenkt in schnellen Kurven agil ein. Der Allradantrieb hilft, indem er die Kraft an einzelne Räder schickt, das hilft beim Slalom aber auch auf der Geraden durch das erwähnte stabile Fahrverhalten. Zumindest in schnellen Passagen verhält sich der Honda NSX so behände, dass das durchaus stattliche Gewicht von 1.725 Kilogramm nicht auffällt. Wer diesen Faktor optimieren will, kann noch etwas abspecken, denn vor Sommer nächsten Jahres werden die ersten Autos nicht nach Europa kommen. Der Preis wird bei etwa 160.000 Euro liegen.

pixel