1/11
 

DS 4 Crossback, hoch hinaus

Der DS 4 erhält mit dem Crossback einen Off-Road-Bruder mit 3 cm mehr Bodenfreiheit, zwar ohne Allrad, dafür aber im Innenraum erfreulich aufgeräumt.

19.10.2015 radical mag

Es geht vorwärts bei DS Automobiles, der neuen französischen Marke, die dieses Jahr aus der Premium-Linie von Citroën heraus geboren worden war. Das Retorten-Baby wächst, der DS 5, der als erstes Modell erneuert worden war, verkauft sich seit der Gründung um 35 Prozent besser als noch als Citroën. In China wird in diesen Tagen auch noch eine Stufenheck-Variante des DS 5 nachgereicht, die allerdings – und glücklicherweise – nicht nach Europa kommen wird.

DS 4 Crossback, Allrad gibt’s keinen

Und nun folgt der zweite Streich, der ebenfalls doppelt geführt wird. Einerseits wird der in den vergangenen vier Jahren 120.000 Mal verkaufte DS 4 rundum erneuert, andererseits kommt mit dem DS 4 Crossback ein neues Modell dazu. Das sich vom «gewöhnlichen» DS 4 durch drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit und eine noch einigermaßen zurückhaltende Plastikbeplankung unterscheidet. Der Crossback ist, man ahnt es, ein Crossover, ein weiteres kompaktes SUV für die Stadtindianer, die auch einmal ein kleines Abenteuer erleben wollen. Allradantrieb ist allerdings Fehlanzeige, es gibt den DS 4 Crossback wie den DS 4 nur mit Frontantrieb. Als Goodie gibt es immerhin eine intelligente Traktionskontrolle, welche die Traktion auf losem Untergrund verbessern soll. Diese ist aber auch im normalen DS 4 serienmäßig.

DS 4 Crossback (10)
© Bild: Werk

Off-Road im Vormarsch

Mit dem DS 4 hatte Citroën damals, 2011, wohl den Fehler gemacht, den Wagen nicht ausdrücklich als Crossover zu positionieren. Rein von der Form her wäre das kein Problem gewesen, das Fahrzeug ist ja ziemlich hoch, auch die Sitzposition ist höher als bei einer klassischen Limousine, die Übersicht über das Verkehrsgeschehen ein wenig besser. Mit dem Crossback wird dieser strategische Mangel nun korrigiert, dem Trend Genüge getan – es ist gut vorstellbar, dass die Verkaufszahlen des bodenständigeren neuen Bruders jene des eleganteren DS 4 schon bald übertreffen werden. Denn Fahrzeuge im Off-Road-Look machen im Segment der Premium-Kompaktlimousinen unterdessen schon 30 Prozent aus, Tendenz stark steigend.

Fahrverhalten des DS 4 Crossback

Beim Fahrverhalten merkt man nicht viel von der neuen Persönlichkeit des Crossback. Er bleibt in erster Linie komfortabel, federt und dämpft sehr angenehm – die Zeiten der französischen Sänften sind längst vorbei, der Crossback kann durchaus sportlich um die Kurven wedeln. Als etwas eigenartig empfanden wir aber die Lenkung, die einen ziemlich hohen Kraftaufwand braucht – und etwas gar heftig wieder in die Mittelposition zurückdrängt. Wir wissen nicht so genau, was DS dem Fahrer damit suggerieren will. Die Bremsen sind bestens, haben keinerlei Probleme mit dem rund 1,4 Tonnen schweren Franzosen.

DS 4 Crossback (11)
© Bild: Werk / DS 4 und DS 4 Crossback

Der stärkste DS 4 Crossback

Bei einer ersten Testfahrt stand die neue Top-Motorisierung des DS 4 Crossback zur Verfügung, ein 180 PS starker 2-Liter-Diesel mit 400 Nm maximalem Drehmoment (ab 32.640 Euro). Dieser Motor wird ausschließlich in Verbindung mit einem 6-Gang-Automaten angeboten – und bildet eine sehr souveräne Einheit. Die Gangwechsel sind kaum spürbar, das mit Abstand beste Drehmoment im Segment sorgt jederzeit für ein flottes Vorankommen. Dass die PSA-Diesel zu den ruhigsten und sparsamsten auf dem Markt gehören, ist nichts Neues, mit einem Normverbrauch von 4,4 Litern tanzt da auch diese neue Motoren-Variante nicht aus der Reihe.

Der Preis des neuen DS 4 Crossback

Der neue DS 4 Crossback ist ab 25.290 Euro zu haben, in der Basis mit einem 130 PS starken 1,2-Liter-Benziner. Der Aufpreis gegenüber dem DS 4 beträgt 4.300 Euro. Dieser wiederum wurde ja auch erneuert, hat das neue DS-Gesicht mit den Voll-LED-Lampen sowie mehr Chrom erhalten (der Einstiegspreis liegt bei 23.990 Euro). Und ebenfalls eine neue Top-Motorisierung, einen 1,6-Liter-Benziner mit stattlichen 211 PS (den es im Crossback nicht gibt). Damit wird der DS 4 ganz schön flott, rennt maximal 235 km/h schnell und in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Auch das sind ganz neue Töne für den DS 4.

Eine Frage bleibt

Beiden Wagen gemein ist die riesige Panorama-Frontscheibe – und ein angenehm raffiniertes Innenleben. Das Bedienkonzept wurde von diversen Knöpfchen und Schalterchen befreit, es läuft nun fast alles über den großen Bildschirm. Gegen Aufpreis gibt es das bekannt feine DS-Leder, in dem rund 8 Stunden Handarbeit stecken, schöne Nähte und anderes, was das Auge erfreut. Das Verarbeitungsniveau ist hoch, die Franzosen beweisen, dass sie auch Premium können. Auch wenn die dreckigen Stiefel, die man im Crossback ja eigentlich tragen muss, nicht so recht dazu passen wollen. Bleibt noch die Frage: wann wird der Cactus zum Crossback erhoben?

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

Mehr zum Thema
pixel