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Citroen E-Mehari: Schönwetterauto

Der Citroen E-Mehari ist die Neuauflage eines Klassikers. Ein Elektromotor sorgt für 100 bis 200 Kilometer Fahrspaß. Wobei das Wetter bei der Ausfahrt immer mitspielen sollte.

09.06.2016 Press Inform

Bevor es in den neuen Citroen E-Mehari geht unternehmen wir eine kleine Zeitreise. Ende der 1960er transportierte die Ur-Mehari die Surfer, die It-Girls und ihre männliche Begleiter an die Traumstrände der Côte d’Azur. Der französische Superstar Brigitte Bardot saß in dem Spaßflitzer genauso, wie der unvergessene Komiker Louis de Funes. Bis 1987 wurde das Gute-Laune-Mobil produziert, noch heute brausen die Kunststoff-Renner zwischen Cannes und Monte Carlo herum. Die Fans schwören nach wie vor auf den Sandwühler.

Citroën E-Mehari

Jetzt will Citroën den Kult wieder aufleben lassen. Doch statt des rasselnden 22 kW / 30 PS Verbrennungs-Motors, beschwingt nun ein 50 kW / 68 PS Elektro-Aggregat mit einem Drehmoment von 140 Newtonmetern den immerhin 1,4-Tonnen schweren E-Mehari. Bis zu 110 km/h schnell ist der neue Mehari. Wer mit kritischem Blick an den pfiffigen Franzosen herangeht, wird auch bei der Neuauflage so manche Schwäche entdecken. Kunststoff-Griffmulden sind nicht entgratet, der Tankdeckel ist so scharfkantig, dass man sich die Haut aufritzt und auf den Sitzen fühlt es sich eher an, wie auf einer klassischen Kutsche. Seitenhalt? Das ist kein herkömmliches Auto. Allerdings finden vier Personen Platz und der Laderaum hat ein Volumen von bis zu 800 Litern. Surfbretttauglich!

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© Bild: Werk

USB statt Airbag

Eine Klimaanlage gibt es nur gegen Aufpreis und Airbags sucht man vergebens. Ja, das geht, da es sich beim E-Mehari um eine Kleinserie handelt. Pro Jahr sollen weniger als 1.000 Autos verkauft werden, dann darf auf diesen Sicherheitsstandard verzichtet werden. Immerhin gibt es eine Freisprechanlage und auch der DIN-Schacht für ein Radio inklusive Anschlüsse ist vorhanden. Dass der E-Mehari dennoch mit der Zeit geht, merkt man an dem USB-Anschluss im unteren Teil der Hartplastik-Mittelkonsole. Bei anderen Autos würde das Tester-Urteil spätestens jetzt vernichtend ausfallen. Doch, wer sich auf den Franzosen einlässt, weiß, was ihn erwartet.

Reichweite und Innenraum

Der Elektro-Buggy ist in erster Linie für die Stadt und nicht für die Autobahn gemacht. Dafür spricht auch die Reichweite von 200 Kilometern innerorts und 100 Kilometern außerorts. Das ist nicht unrealistisch. Bei ersten Testfahrten, die sowohl über Landstraßen, als auch durch Ortschaften führten, hatte die Lithium-Metall-Polymer-Batterie nach einer Strecke von 34 Kilometern noch eine Kapazität von 70 Prozent. Der E-Mehari macht wie sein Vorgänger dank der E-Power und der Wendigkeit Spaß und ist robust. Das Fahrwerk ist genauso puristisch, wie die Innenausstattung, bei der man sich mit unverkleideten Flächen und Hartplastik-Orgien arrangieren sollte.

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© Bild: Werk

Sitzbezüge aus Neopren

Dafür ist der Franzose hart im Nehmen. Die Sitzbezüge aus Neopren verzeihen auch nasse Bade-Klamotten. Solange die Sonne auf das Sommer-Auto scheint, ist ohnehin alles paletti, wird es einmal windig oder es regnet, zieht es schon kräftig, da keine Seitenfenster, kein Heckfenster und natürlich kein Dach die Passagiere schützen. Okay, Seitenfenster werden ohnehin überwertet: Stilecht stützt man sich mit einer Hand an der Tür auf und schwingt sich mit einem beherzten Satz in den Sitz. Allerdings sollte man diese Turnübung nur mit ausreichendem Talent vollziehen, sonst ist die Gefahr groß, dass man sich vor dem Straßen-Café zum Narren macht. Apropos: Mit ein bisschen Übung lässt sich der E-Mehari innerhalb von 15 Minuten mit Planen bedecken.

Ladezeit und Preis

Innerhalb von langen 13 Stunden ist der Stadtfloh an einer herkömmlichen Steckdose wieder voll einsatzbereit. Allerdings ist der Citroen E-Mehari eher für Strand-Hotels und Insel-Autovermietungen geeignet. Zu dem Preis von 27.000 Euro (Preis für Deutschland) kommt noch eine monatliche Rate von 87 Euro für die Batterie. Bolloré, der Eigentümer des Lithium-Metall-Polymer-Akkus, gewährt acht Jahre Garantie und überwacht den Energiespender. Droht ein Defekt, wird der Eigentümer des Autos gewarnt.

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