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BMW 225xe Active Tourer, die Hybrid-Verlockung?

Der BMW 225xe Active Tourer kommt mit Plug-In-Hybrid-Technik und einem verlockenden Angebot daher. Geht die Münchner Strategie auf?

06.02.2016 Press Inform

Eines vorweg, beim BMW 225xe Active Tourer, bleibt der Laderaum weitgehend unangetastet, ein Umstand, der für viele potenzielle Kunden nicht unwesentlich ist. Die Rückbank ist etwas erhöht. Die rein elektrische Reichweite liegt bei rund 40 Kilometern und der Preis überrascht mit einem Niveau unter dem des nahezu identisch starken BMW 225xi. Kostet der schlechter ausgestattete 231-PS-Benziner mindestens 40.050 Euro, so gibt es das familiäre Hybrid-Allrad-Paket ab 39.650 Euro. Die Stoßrichtung ist klar: BMW will mehr Hybriden auf die Straße bringen – koste es, was wolle. Die CO2-Richtlinien schmerzen auch am Münchner Petuelring.

BMW 225xe Active Tourer und die Leistungsausbeute

Während der Verbrennungsmotor des 4,34 Meter langen 2er Active Tourer unverändert BMW-untypisch die Vorderachse antreibt, überträgt das Elektromodul seine Kraft ausschließlich direkt an die Hinterachse. Ganz ohne Kardantunnel und die entsprechende Welle wird der 225xe so zum Allradler. Die Leistungsausbeute beider Triebwerke kann sich für eine Familienkutsche wie den Active Tourer allemal sehen lassen. Im Vorderwagen arbeitet der nach wie vor rasselnde Dreizylinder-Turbo mit 1,5 Litern Hubraum, der 100 kW / 136 PS und 220 Nm leistet. Für zusätzlichen Schub oder eben den alleinigen Vortrieb sorgt der Elektromotor, der 65 kW / 88 PS beisteuert und so für eine Gesamtleistung von 165 kW / 224 PS und 385 Nm maximales Drehmoment sorgt. Die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in 6,7 Sekunden zwar beeindruckend, aber in dieser Klasse etwas irrelevant, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 202 km/. Der 231 PS starke Benziner des BMW 225xi schafft spielend 237 km/h.

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© Bild: Werk

Ladezeit

Dafür punktet der Hybride mächtig mit seinem Verbrauch, denn neben der elektrischen Reichweite von 41 Kilometern liegt der Normverbrauch bei Plug-In-geschönten zwei Litern auf 100 Kilometern. „Wir machen das praktisch sinnvolle, nicht das praktisch machbare“, so BMW-Stratege Dr. Michael Rath. Das Akkupaket mit einer Kapazität von 7,6 kWh lässt sich je nach Stromstärke in zwei bis dreieinviertel Stunden wieder zu Kräften bringen. Das Akkupaket erhöht das Leergewicht des familiären Fünfsitzers um immerhin 160 Kilogramm auf mehr als 1,7 Tonnen. Die sind bei der familiären Fahrt ohne große fahrdynamische Ansprüche jedoch kaum zu spüren.

Fahrmodi und E-Modus

Das gilt nicht für das stramm abgestimmte Fahrwerk, denn das zeigt sich zumindest für einen Familienvan überaus sportlich; noch unterstützt durch fest konturierte Sitze vorne und überraschend wenig Sitzkomfort im Drei-Personen-Fond, wo die Polsterung weicher sein könnte. Die verschiedenen 225xe-Fahrmodi (Auto e-Drive, Max e-Drive, Max e-Drive und Save Battery) werden dabei für ein Hybridfahrzeug überraschend zurückhaltend inszeniert, denn neben dem ohnehin schon blassen Fahrerlebnisschalter in der Mittelkonsole gibt es nur einen zusätzlichen E-Modus-Taster, wo die Elektroprogramme angewählt werden können.

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© Bild: Werk

Fahreindrücke

Wer seinen BMW 225xe per Knopfdruck startet, wird nicht viel von dem rauen Dreizylinder bemerken, denn los geht es – bei entsprechend geladenem Akku – immer elektrisch. Im Auto-E-Modus zuckelt der Familienvan allein über die Hinterachse angetrieben flott durch den Straßenverkehr. Erst beim starken Beschleunigen, oberhalb von 125 km/h oder anderen Fahrmodi schaltet sich der 1,5 Liter großen Turbomotor im Vorderwagen zu und das Elektrotriebwerk schließlich ab. Die komplexe Abstimmung der beiden Antriebe und den beiden Achsen übernimmt die Motorelektronik ohne Zutun des Fahrers auch in Abstimmung mit den Regelsystemen. So wird der BMW 225xe bei rutschiger Fahrbahn vollautomatisch zum Allradler und unterstützt mit seinem 65 kW / 88 PS starken Elektromodul und zusätzlichen 165 Nm Drehmoment an der Hinterachse die Verbrenner. Das Leergewicht von über 1,7 Tonnen macht sich im normalen Fahrbetrieb kaum bemerkbar; auch weil das Mehrgewicht intelligent verteilt über der Hinterachse liegt.

Oder doch der Griff zum Diesel?

Abgesehen vom unscheinbaren Taster an der Mittelkonsole und die zweite Tankklappe am vorderen linken Kotflügel ist dem hybriden BMW 225xe seine Kraft der zwei unterschiedlichen Herzen nicht anzumerken. Das gilt erfreulicherweise auch für den Innenraum, denn die allein um drei Zentimeter erhöhte Rückbank und Laderaum zeigen keine Unterschiede zum normalen Tourer. So gibt es 400 Liter, die sich durch Umlegen der verstellbaren Sitzlehne auf bis zu 1.350 Liter erweitern. Genau wie beim normalen 2er Active Tourer. Vorausgesetzt man interessiert sich für den BMW 225xi. Die meisten Kunden dürften daher bei einem kleineren Diesel landen. Der 218d Active Tourer startet bei 32.600 Euro – und verbraucht auch nur 4,1 Liter Diesel. Gibt es auf Wunsch auch mit Komplettausstattung inklusiv Allradantrieb und Achtgang-Automatik.

  • Holub N.

    Infolge des hohen Wirtschaftswachstums 2016 welches bekanntlich durch 4 Tage Mehrarbeit der Unselbstständigen gegenüber 2015 verursacht wird (29. Februar, 1.Mai an einem Sonntag und Weihnachten am Wochenende), der Steuerreform unseres Bundeskanzlers sowie „negativer Kreditzinsen“ kann sich bald ein jeder von uns solch ein Auto leisten.

  • Marcus Lang

    Der 218 xd beschleunigt in 8,8 sec, ist also deutlich weniger agil. Für den 218d (egal ob x oder nicht) zählt man motorbezogene Steuer für 150 PS, also mehr als beim 225xe. Abgesehen davon liegt der Normverbrauch beim 218xd natürlich nicht mehr bei 4,2L, sondern bei 4,8L oder 127g CO2. Es spricht also auch als Firmenauto viel für den 225xe – und wenig für den 218xd.

  • Rudi O.

    In 95 Prozent der Fälle komme ich mit 40km Reichweite rein elektrisch aus. In Österreich muß man für den Benzinmotor, wenn er denn fix an Board ist, horrende Steuern bezahlen, auch wenn man ihn kaum nutzt. Das erklärt auch den Schwund bei den Privatneuwagenkäufern. Bereits Zwei Drittel sind Dienstwägen bzw Händlerzulassungen. Da werden dann auch stark motorisierte Autos gekauft, da die motorbezogenen Steuern ja nicht der Fahrer zahlt sondern die Firma entweder gar keine abführt (wie bei Taxis) oder von der Steuer absetzt respektive an die Kunden überwälzt. Als Privater würde ich mir nur ein reines Elektroauto kaufen und den Strom von der Solaranlage am eigenen Dach tanken. So ein rein elektrisch betriebener Pickup wäre das Ideale für einen Privatkunden. Da kann man dann auf die Ladefläche einen günstigen Diesel-stromgenerator draufschnallen, wenn man mehr Reichweite braucht und den Kerl auch bei der Fahrt laden lassen – schnell montiert , wenn man ihn braucht und schnell wieder abmontiert wenn man ihn nicht braucht und alles ohne Steuern. Ein zukunftsträchtiges Konzept. Werden einmal die Akkus billiger so kann man dann (wie bein Handy über USB) einen Zusatzakku statt dem Stromgenerator mitführen.

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