andreas renschler iaa
© archiv.iaa.de
 

Ex-Daimler-Manager Renschler wollte Zetsches Posten

Renschler spricht auch mit anderen in der Autobranche. Der ausgeschiedene Produktionsvorstand wollte eigentlich Mercedes-Chef werden.

06.02.2014 APA

Der bei Daimler ausgeschiedene Produktionsvorstand Andreas Renschler hält sich einem Magazinbericht zufolge alle Türen für einen Wechsel zu einem anderen Autobauer offen. Renschler spreche nicht nur mit Volkswagen, sondern auch mit anderen Unternehmen aus der Automobilbranche, zitiert das Fachmagazin „auto motor und sport“ den 55-Jährigen in seiner neuen Ausgabe.

Er verspüre keinen Zeitdruck und werde erst Anfang nächsten Jahres eine neue Aufgabe übernehmen. Bis dahin verhindert eine Klausel in seinem Auflösungsvertrag einen Wechsel zu einem Konkurrenten.

Mangelnde Karriereaussichten für Renschler bei Daimler

Renschler begründete seinen Weggang nach 26 Jahren bei Daimler erneut mit mangelnden Karriere-Aussichten. Auslöser sei die Personalrochade im vergangenen Frühjahr gewesen, als Daimler-Chef Dieter Zetsche auf Druck des Betriebsrats den Vorstand umbauen musste. Wolfgang Bernhard, bis dahin Produktionsvorstand, musste damals ins Lkw-Ressort wechseln, das bis dahin viele Jahre von Renschler geführt wurde. Für Bernhards Bereich wurde Renschler zuständig. „Ich musste zustimmen, damit Zetsche wiedergewählt wurde“, erläuterte Renschler. Schon damals sei ihm klar gewesen, dass er den Job nicht auf Dauer machen wolle. Zetsches Vertrag als Vorstandschef war damals nur um drei Jahre verlängert worden.

Renschler wollte Zetsches Job

Sein eigentliches Karriereziel sei der Posten als Mercedes-Chef gewesen, den Zetsche in Personalunion ausübt. Damit machte Renschler klar, dass er nicht Daimler-Chef werden wollte. Als Aufsichtsratschef Manfred Bischoff jüngst erklärt habe, die Entscheidung über den Posten des Mercedes-Chefs werde erst 2016 fallen, sei ihm klar geworden, dass dies für ihn dann zu spät sei. Im Vorstand seien alle Manager etwa gleich alt. Wenn Zetsches Vertrag noch einmal verlängert werden sollte, seien alle Vorstandsmitglieder zu alt für eine Nachfolge, sagte Renschler.

Reuters hatte unlängst erfahren, dass Volkswagen Renschler am liebsten noch in diesem Jahr nach Wolfsburg holen möchte, wo er die beiden Lkw-Töchter MAN und Scania stärker verzahnen soll.

Mehr zum Thema
pixel