Den Alko-Test soll künftig das Auto erledigen.
 

EU will Alkolocks in jedem Auto

Richtlinie für einheitliche Alkohol-Wegfahrsperren soll bereits am 15. Mai in Kraft treten

29.04.2015 Online Redaktion

Jährlich wird 26.000 Österreichern der Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer entzogen – trotzdem setzen sich etwa 4.000 davon wieder betrunken hinters Steuer. Das berichtete das Kuratorium für Verkehrssicherheit Anfang des Jahres im Rahmen einer internationalen Tagung zum Einsatz von Alkohol-Wegfahrsperren für alkoholauffällige Lenker. Damals wurde diskutiert, wie so genannte Alkolocks die Rückfallrate von Alkolenkern senken können: Wird ein solches Gerät in einem Auto installiert, muss der Fahrer beim Einsteigen einen Alkoholtest absolvieren. Er pustet in ein Röhrchen, und das Alkolock analysiert die Alkoholkonzentration in der Atemluft. Nur, wenn diese unter dem vorher festgelegten Grenzwert liegt, lässt sich die Zündung betätigen.

EU plädiert für Alkolocks in allen Fahrzeugen

Diese Alkolocks sollten ursprünglich nur in den Autos von Fahrern, die bereits alkoholisiert hinterm Steuer erwischt worden sind, installiert werden. Die EU-Kommission verfolgt nun aber einen drastischeren Ansatz: Autohersteller sollen künftig in all ihren Fahrzeugen Alkohol-Wegfahrsperren verbauen. Durch ein EU-weit einheitliches technisches System soll die generelle Einführung erleichtert werden. Die Richtlinie für einheitliche Alkolock-Geräte soll bereits am 15. Mai in Kraft treten. Den EU-Mitgliedsstaaten bleibt es aber selbst überlassen, sich dafür oder dagegen zu entscheiden.

Automobilindustrie gegen flächendeckende Einführung

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht sich gegen die generelle Einführung von Alkolocks aus. „Der flächendeckende Einbau von atemalkoholgesteuerten Wegfahrsperren wäre mit erheblichen Kosten verbunden“, zitiert das Wirtschaftsblatt den Autohersteller-Verband. Eine Regelung, nach der nur die Fahrzeuge  von alkoholauffälligen Lenkern mit den Geräten ausgestattet werden müssen, sei sinnvoller.

Verschiedene Regelungen in EU-Staaten

In einigen EU-Ländern ist die Regelung – in verschiedenen Variationen – bereits in Kraft. In Schweden waren bereits Anfang 2014 in 75.000 Fahrzeugen Alkohol-Wegfahrsperren installiert – auch in den Autos von bisher unauffälligen Lenkern. In den Niederlanden bekommen Alkolenker für die Dauer von mindestens 2 Jahren eine Wegfahrsperre in ihr Auto. In Frankreich und Finnland sind Alkolocks in Schulbussen verpflichtend.

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