EU-Fahne, dahinter Scheinwerfer
Im Jänner wurden EU-weit um 5,5 Prozent mehr Neuzulassungen verbucht.
 

Europas Automarkt spürt leichten Rückenwind

Im Gegensatz zum österreichischen scheint sich der europäische Automarkt leicht zu erholen. Um 5,5 Prozent legte der Handel in der EU zu.

18.02.2014 APA

Die europäischen Zulassungszahlen im Jänner geben der Branche Grund zur Freude und Hoffnung. Im vergangenen Monat stiegen die Neuzulassungen EU-weit um 5,5 Prozent auf 935.640 Fahrzeuge und konnten damit den fünften Monat in Folge zulegen. Rückgänge gab es nur in fünf von 28 EU-Ländern, am schlechtesten lief es in Österreich mit einem Minus von 13,6 Prozent.

Deutschland, Großbritannien und Spanien mit mehr als 7 Prozent Zuwachs

Wie der europäische Herstellerverband ACEA am Dienstag mitteilte, wuchsen in den fünf großen Ländern die Verkäufe. Deutschland, Großbritannien und Spanien erreichten jeweils mehr als sieben Prozent Zuwachs, Frankreich schaffte immerhin ein knappes Plus von 0,5 Prozent. Selbst in Italien, wo der Markt lange kein Lebenszeichen zeigte, kehrten die Kunden in die Autohäuser zurück.

Zahlen mit Vorsicht zu genießen

Damit stehen nach Meinung von Analysten jedoch noch keine rosigen Zeiten bevor – der Jänner 2014 war trotz der Steigerungen immer noch der zweitschwächste Jahresauftakt seit Beginn der Aufzeichnungen vor zehn Jahren. Von einem Wiederanspringen des Marktes könne noch nicht die Rede sein, sagte Carlos Da Silva von IHS Automotive. „Nach einer Zeit, in der Überleben für viele Hersteller zum Schlüsselwort wurde, kommen wir endlich in eine Phase der Belebung“, fügte der Analyst hinzu. In guten Zeiten seien in der EU ohne Weiteres im Jänner mehr als eine Million Neuwagen zugelassen worden. Davon sei man weit entfernt.

Gute und schlechte Nachricht

„Die gute Nachricht ist: Der Abwärtstrend in Europa ist gestoppt“, sagte Peter Fuß von Ernst & Young. Die schlechte Nachricht sei jedoch, dass die Krise längst nicht vorüber sei, fügte der Automobilexperte und Partner der Unternehmensberatung hinzu. Bis der europäische Absatzmarkt wieder annähernd das Vorkrisenniveau erreiche, dürften noch viele Jahre vergehen. Für 2014 erwartet Fuß einen Anstieg der Neuzulassungen im mittleren einstelligen Prozentbereich – sowohl in Deutschland als auch EU-weit.

Positiver Trend sollte sich fortsetzen

Der Trend weist damit nach einhelliger Meinung der Experten nach oben. Rückgänge gab es im Jänner nur in fünf von 28 EU-Ländern. Am schlechtesten lief es in Österreich, wo 13,6 Prozent weniger Neuwagen zugelassen wurden als vor Jahresfrist. In der Alpenrepublik wurden nach Angaben der dortigen Statistikbehörde dagegen mehr Gebrauchtwagen zugelassen.

Aufatmen bei Peugeot-Citroen

Besonders stark wuchsen im Jänner die Neuwagenverkäufe einiger Massenhersteller. Die angeschlagene französischen Peugeot-Citroen-Gruppe schlug 7,4 Prozent mehr von ihren Wagen los. Der Marktanteil von Europas Nummer zwei nach Volkswagen kletterte damit um 0,2 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Damit ließ der Druck auf Peugeot unmittelbar vor dem Einstieg des chinesischen Partners Dongfeng etwas nach.

VW-Konzern an der Spitze

Der französische Lokalrivale Renault verkaufte sogar 13,4 Prozent mehr von seinen Fahrzeugen als vor einem Jahr und steigerte seinen Marktanteil um 0,6 Punkte auf 9,2 Prozent. Einsam an der Spitze blieb der Volkswagen-Konzern, der mit seinen Marken wie VW, Audi, Seat und Skoda dominiert. Die Neuzulassungen der Wolfsburger Gruppe wuchsen im Jänner um 8,9 Prozent. Auch zu Jahresanfang war jedes vierte in der EU neu zugelassene Auto eines aus dem VW-Konzern.

Rückschlag für Opel

Dagegen erlebte Opel einen Rückschlag. Der Absatz der GM-Tochter schrumpfte im Jänner um 7,6 Prozent und sank damit unter den großen Herstellern am stärksten. Der Marktanteil der lange ums Überleben kämpfenden Rüsselsheimer Marke und ihrer britischen Schwester Vauxhall erreichte mit 5,8 Prozent einen neuen Tiefpunkt.

Rückgang bei Fiat

Fiat verkaufte zwei Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit wird für Konzernchef Sergio Marchionne immer wichtiger, dass er zusammen mit der Tochter Chrysler neue Modelle auf den Markt bringt.

Geringe Steigerung bei Mercedes-Benz

Unter den Premiumherstellern konnte sich die Daimler-Tochter Mercedes-Benz trotz neuer Modelle kaum steigern. Ihr Absatz legte um 0,7 Prozent zu. Der Münchner Rivale BMW verbesserte sich im Jänner um ein halbes Prozent. Die Marktanteile beider Premiummarken schrumpften leicht.

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