Blog Michael Berger
 

Ersatzbefriedigung

Wie die Vienna Motorshow die Sucht befriedigt.

10.01.2011 User

Am 13. Jänner ist Weihnachten, am 14.Jänner Ostern, am 15.Jänner Nationalfeiertag und am 16.Jänner mein Geburtstag. Das Paradoxe an dieser Art von Paradoxon ist, dass es eigentlich keines ist. Es sind keine Risse im Zeitkontinuum, die dieses Zusammentreffen der höchsten Feiertage des Jahres ermöglichen. Man muss weder die moderne Quantenmechanik in Frage stellen noch ist es eine Beweisführung der speziellen Relativitätstheorie. Die Lösung ist ganz einfach: Vom 13. bis 16.01. findet die Vienna Motorshow 2011 statt.

Natürlich wäre es für mich als autophilen Autonarren das allerhöchste der Gefühle, wenn ich die wirklichen Megaevents der Autobranche – Pariser Autosalon, Detroit Car Show, Frankfurter Automesse – besuchen könnte, doch allein mir fehlt die Zeit, sprich Urlaub – und mein unnachgiebiger Sklaventreiber, sprich Dienstgeber, hat für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kein Verständnis.

So bleibt für mich nur die Vienna Motorshow, die zwar kein Topstar der Branche ist, aber immerhin quasi ein C-Movie-Darsteller – und das soll in einem Land, das de facto noch keine eigene Berühmtheit hervor gebracht hat, was heißen (ausgenommen vielleicht das „Phantom der Oper“, sprich der nie realisierte Austro Porsche vor über 30 Jahren).

Also werde ich gleich am ersten Tag, solange die Modelle noch auf Hochglanz poliert sind, meine Sucht lindern und mir für die nächsten 365 Tage eine Überdosis Blech, Leder und Wurzelholz holen. Erfahrungsgemäß hält dies aber nur bis maximal zum Sommerbeginn, so das ich als Ersatzdroge, sprich das Substitol unter den Autonarren, auf die Autorevue zurück greifen muss – weshalb ich auch seit Jahren Abonnent bin.

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