Elektroauto Morgan Plu E Plus 8
Fährt elektrisch. Dank der britschen Regierung und ihren 100.000 Pfund.
 

Klassisch, britisch, elektrisch

Der Hang zur Elektromobilität macht auch vor Morgan nicht Halt.

27.03.2012 radical mag

Eigentlich scheuen Traditionshersteller wie Morgan Veränderungen an ihren Modellen wie der Teufel das Weihwasser. Und wenn es dann noch um die Elektrik geht, dann wird es in England traditionsgemäß eher duster und nicht hell. Wie sagte schon der britische Lampenkönig Joseph Lucas gemäß unbestätigter Gerüchte auf dem Sterbebett? „Fahrt nie bei Nacht.“

Nun will es Morgan aber doch wissen und wagt den Schritt in die Elektromobilität. Mit einem Auto das seit gefühlten 2000 Jahren in ähnlicher Form gebaut wird – dem Morgan Plus 8. Im

Ernst: der erste Wagen der 8er-Serie wurde 1969 eingeführt. Mit Elektroantrieb heißt das Teil dann entsprechend Plus E. Da im Zuge der Modellpflege jeweils nur neue Motoren und Getriebe implantiert wurden (meist wegen strafferer Umweltgesetze), ist der Morgan Plus 8 eines der am längsten in Serie gebauten Fahrzeuge der Welt.

Nun also die Elektrovariante. Und die hat es faustdick hinter den Ohren. Zumindest auf dem Papier, denn bisher ist der Plus E nur ein Konzeptfahrzeug. Aber es soll eine Serienversion geben – irgendwann.

Angetrieben wird der puristische Roadster von einem 70 kW leistenden Elektromotor von Zytek. Als maximales Drehmoment gibt Morgan 300 Newtonmeter an, was für ordentliche Fahrleistungen sorgen soll. Morgan nennt einen Topspeed von 185 km/h und ein Spurtvermögen von sechs Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Das scheint realistisch, wiegt der Plus E gemäss Werk nur 1250 Kilogramm.

Unter der Motorhaube befindet sich beim Plus E die Lithium-Ionen-Batterie, über deren Speicherkapazität Morgan noch keine Angaben macht. Aber der Plus E soll 196 Kilometer weit kommen – doch das wollen wir erst einmal nicht glauben.

Elektroauto Morgan Plu E Plus 8

Doch der Morgan wartet mit einer Weltneuheit auf: der Plus E Concept ist der erste vollelektrisch angetriebene Personenwagen mit manuellem Fünfganggetriebe sein. Die Serienversion soll sogar mit einer sequentiellen Schaltung ausgerüstet werden.

Wer sich nun fragt, wie sich Morgan die Entwicklung eines solchen Fahrzeugs leisten kann, bekommt die Antwort von der britischen Regierung. Die hat nämlich 100.000 Pfund beigesteuert. Offenbar genug, um einen ersten Prototypen auf die Räder zu stellen. Bis zu einer allfälligen Serienfertigung will Morgan aber nicht nur bei Getriebe noch investieren, sondern auch bei der Batterietechnik. Welche Akku’s dann aber zum Einsatz kommen sollen, ist noch nicht klar.

Ein derart leichtes, puristisches Auto mit Elektroantrieb kann durchaus seinen Reiz haben. Doch wir zweifeln, dass die als verschroben bekannten Engländer eine Serienversion des Plus E derart alltagstauglich auf die Räder stellen können, wie sich dass ein Elektroauto-Kunde
wünscht. Doch gerne warten wir auf weitere News aus der Morgan-Fabrik.

Wir danken den Kollegen von www.radical-mag.com

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