Tesla Model S Exterieur Front Dynamisch
Kommt 2012. So man denn die eigene Ansprüche an die Verarbeitung erfüllt.
 

Elektrische Oberklasse

Der Tesla Roadster ist tot, lang lebe das Model S.

21.03.2011 Online Redaktion

Tesla sahen wir stets als Beweis dafür, dass Elektroautos funktionieren können. Nicht rein technisch. Auch emotional. Ein Bild davon zeichnen „Stille Auskehr“, „Tixo Tesla“ und „Dancer in the Dark“.

Tesla erklärte sein Nischendasein aber für beendet. Schon länger kündigen sie das „Model S“ an. Eine viertürige, rein elektrisch betriebene Premium-Limousine, die jetzt Gestalt angenommen hat.

Vorweg: Bei der ganzen Debatte rund um Tesla sollte man nicht vergessen, dass es sich um ein Start-up-Unternehmen handelt. Die Firma hat in ihrer ganzen Geschichte noch nicht einen Euro Profit gemacht und stützt sich auf Zuschüsse und Investoren, die an eine Zukunft der Idee glauben. Der Roadster war, bei allem Respekt vor dessen Fähigkeiten, eine Art rollende Werbung. Das Auto hat reichlich Laptop-Akkus im Heck und bietet eine erstaunliche Reichweite. Allerdings ist es „nut“ eine umgebaute Lotus Elise und weit davon entfernt ein eigenständiges Modell zu sein. Dazu kamen grobe Verarbeitungsmängel bei den ersten gebauten Stück. Wegen des Konzeptes verzieh man der Firma.

Jetzt will Tesla einen Schritt weiter gehen. Schon vor geraumer Zeit kaufte das amerikanische Unternehmen eine Fertigungsanlage von Toyota in den USA. Ziel war von Anfang an, dort das Model S zu bauen. Tesla will sich von seiner Beziehung zu Lotus lösen und entwickelte völlig eigenständig die neue Limousine, die jüngst auch in Genf zu sehen war.

Craig Davis ist in Europa die treibende Kraft der Marke Tesla. Hier vor dem Model S in Genf. Foto: David Staretz.

Tesla Model S Messe Genf Craig Davis David Staretz

Zum Motor machte Tesla nur wenige Angaben. Den Spurt auf Tempo hundert soll das Model S in unter sechs Sekunden erledigen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Wer sich ein Auto kauft kann nicht zwischen Leistungsstufen, sondern zwischen Akkureichweiten entscheiden. 255, 370 und 480 Kilometer sollen zur Auswahl stehen. Um den Energieverbrauch für die angesprochenen Fahrleistungen zu minimieren wurde beim Model S stark auf Gewichtsminimierung geachtet. Die Karosserie ist komplett aus Aluminium gefertigt. Auslieferungsbeginn ist 2012, der Einstiegspreis soll unter 50.000 Euro liegen.

Stilistisch hat man das Model S an Maserati Quattroporte, Porsche Panamera und Audi A7 angelegt. Preis- und wahrscheinlich auch austattungstechnisch spielt die Fließhecklimousine aber eine Klasse tiefer. Rund 20.000 Stück sollen pro Jahr verkauft werden. Damit nach den ersten paar tausend Stück nicht wegen schlechter Presse Schluss ist, will man sich Zeit lassen. Mängel wie bei den ersten Roadster sollen vermieden werden. Zumal Tesla keinerlei Erfahrung mit solchen Stückzahlen hat.

Knackpunkt könnte die Reichweite werden. Auch wenn natürlich noch keine Preise feststehen, dürfte zwischen der 255- und der 480-Kilometer-Variante (der Akku wird im Fahrzeugboden verbaut) die Preisschere mächtig strapaziert werden. Sollte die teure Version nicht die versprochene Reichweite liefern – so wie kein Elektrofahrzeug unter realen Bedingungen die versprochenen Kilometer abspult – dürfte es bald die ersten Beschwerden geben. Hoffnung macht, dass der Roadster in dieser Beziehung vorbildlich funktioniert.

Apropos Roadster. Mit dem Auslieferungsbeginn des Model S wird dessen Produktion übrigens eingestellt. Schade eigentlich.

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