Eistanzen

Das aber strikt ohne Eis.

23.03.2010 Autorevue Magazin

Winterliche Bewerbe sind ja so eine Sache: Man weiß, man wird frieren. Aber man weiß nicht so richtig, ob mit und ohne Schnee. Also hecken gute Veranstalter die einzelnen Bewerbe so aus, dass sie sich entkoppeln von Schneedecken, die entweder da sind oder nicht. Vom Ballzielschupfen mittels einer 2CV-Stoßstange als Abwurfschläger, dem auf eine 2CV-Heckscheibe geklebten Labyrinth, das mit einer kleinen Kugel ausgetrickst werden wollte, oder dem Hütchenspiel unter Scheinwerfertöpfen (der Hütchenspieler hatte eine Gipshand, aber kein Mariahilferstraßen-Training, war also von einem Teammitglied leicht zu besiegen, ohne dass die anderen was davon merkten) im Zuge der Winterspiele des Weinviertler Citroën Club gibt’s nicht so viel zu berichten, vom Eistanz-Slalom aber schon.
Das Eis war nämlich spiegelglatt und praktisch auf den 2CV montiert: Statt der Hinterräder gab’s ein drehbares Rad nach dem System eines Einkaufswagerls. Das Heck musste also ausbrechen, ob es und der Fahrer wollten oder nicht. Zwar hätte man winzige Chancen gehabt, wäre man strikt geradeaus gefahren, aber strikt geradeaus lässt sich kein Slalom bezwingen. Wir wussten also: In der Ruhe würde die Kraft liegen, und der Probelauf bestätigte: Wer ein bisserl zu flink dran ist, kringelt sich flink ein, und beim Wenden am Ende des Parcours weiß man natürlich nicht, wie man den Bürzel nach 180 Grad wieder einfangen soll. Besonders dann nicht, wenn der Rübenplatz leicht bergab geht, was man auf vier spurstabilen Rädern niemals merken würde.
Ihr merkt aber: Ich versuche, wortreich meine Pirouetten schönzureden, was nicht so recht gelingen will. Aber es hat Spaß gemacht. (Und ich wüsste bis heute gerne, ob ich die Herren- oder die Damenschritte getanzt habe, was beim Wiener Walzer aber eh nicht viel Unterschied macht.)

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