BMW M5 Exterieur Dynamisch Front
Premiere wird der M5 auf der IAA feiern.
 

Eile ohne Weile

Der BMW M5 begräbt das Kriegsbeil, wird aber nicht friedlich.

18.06.2011 radical mag

Nun ist die Katze aus dem Sack – oder besser gesagt: der BMW M5 aus den heiligen Verdunkelungshallen der M-GmbH. Und: Er ist nicht nur äußerlich für M-Verhältnisse eher zurückhaltend. Offenbar hat man das Leistungs-Kriegsbeil begraben.

Keine Angst – eine Luxuslimousine mit dem Leistungsvermögen eines staksigen Topmodels ist der neue M5 nicht. Satte 560 PS aus acht Zylindern sind es nicht zuletzt dank Turboaufladung. Derart motorisiert soll der fette Bayer in 4,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h spurten. Bis zur 200-km/h-Marke sollen nur 13 Sekunden vergehen. Und wer das „M Drivers Package“ ordert (was auch immer das dann genau alles beinhaltet und kostet) der darf den Vortrieb bis 305 km/h genießen. Sparfüchsen wird die Freude am Autobahnfahren bei 250 km/h elektronisch genommen.

Seit 1985 gibt es M5er. Wir sind bei der fünften Generation der Oberklassen-Sportlimousine angelangt. Damals gab es viel weniger Leistung als heute (218 PS, in der Schweiz sogar nur 204 Pferdestärken), aber das Auto wog auch bei weitem nicht so viel wie heute. Wie viel genau der neue M-Sportler wiegt, darüber wird derzeit noch der Mantel des Schweigens gebreitet. Wer rechnen kann, weiß aber, dass der scharfe 5er mindestens 1850 kg wiegen wird, denn BMW nennt ein Leistungsgewicht von 3,3 kg pro PS. Spätestens jetzt ist klar, dass der Bayer mehr Wapitihirsch denn afrikanischer Springbock ist.

BMW M5 Exterieur Dynamisch Front

Ganz klar ist dafür, was der Sportler verbrauchen soll. Da haben die Techniker wohl lange geschraubt, bis der M5 im Zyklus die 9,9 Liter pro 100 Kilometer erreicht hat. Im Tagesgeschäft wird man es wohl kaum unter die Marke von zwölf Liter schaffen. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder übernimmt das Doppelkupplungsgetriebe Drivelogic mit sieben Gängen. Die Steuerungselektronik verfügt über eine traktionsoptimierte automatische Gangwahl sowie eine Launch-Control.

Doch das Getriebe allein macht noch keinen Vortrieb. Der Hund soll beim M5 in der Hinterachse begraben sein. Dank dem aktiven Differenzial mit elektronisch geregelter Lamellensperre ist eine variable Verteilung des Antriebsmoments zwischen den Hinterrädern möglich. Das soll die Traktion und die Fahrstabilität in Wechselkurven und beim Herausbeschleunigen aus engen Biegungen stark verbessern.

Das Sperrmoment wird situationsgerecht zwischen 0 und 100 Prozent geregelt. Dabei bezieht das System Daten von der Fahrstabilitätsregelung sowie vom Gaspedal, den Raddrehzahlsensoren und vom Gierratensensor.

Natürlich kann auch der M5 mit allem bestückt werden, was gut, schön oder einfach nur teuer ist. Nahezu die ganze Palette an Optionen der zivilen 5er-Modelle ist auch für die Sportvariante verfügbar. Dazu gehört natürlich auch eine Unzahl von Fahrassistenzsystemen.

Die Aufpreisliste ist beim M5 also nicht viel kürzer als bei einem 520d – aber das kennen BMW-Kunden ja schon und dürften deshalb kaum handscheu werden. Noch sind keine Preise für den neuen M5 bekannt. Sicher ist aber, dass er an der IAA in Frankfurt zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Haben wir noch etwas vergessen? Ach ja, 680 Nm drückt das M-Treibwerk bei 1500 Umdrehungen ab. Nur so zum Vergleich: 680 Nm war vor 25 Jahren ein guter Wert für einen Überland-Lastwagen…

Vielen Dank an www.radical-mag.com

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