Dodge Durango Citadel Testbericht US Car Pirmann
Mit dem Dodge Durango ist den Amerikanern ein Auto gelungen, das jedem europäischem Standard genügt.
 

Dodge Durango: Immer nie Italien

Die Amerikaner erhalten gerade Fiat am Leben. Der Dodge Durango als Fiats Lebensversicherung – ein Testbericht.

08.09.2014 Online Redaktion

Hier steht sie, die Lebensversicherung von Fiat. Dodge Durango. Der Moneyboy des Chrysler-Konzerns. State of the Art: acht Gänge, sechs Zylinder, 290 PS. Für 68.500 Euro (Preis bei US-Car Pirmann) gibt es ganze Kuhherden als Polsterung, genug Soundboxen, um ganze Stadtteile zu beschallen und ein Heck, dass bei jedem Bremsvorgang zu einer horizontalen Lichtkaskade aus 192 LED wird.

Wie der Dodge Durango Fiat hilft

Ein Auto, das es möglich macht, dass es den Fiat-Konzern in seiner jetzigen Form überhaupt noch gibt. Denn in den USA erwirtschaftet Chrysler die Milliardenüberschüsse, die es braucht, um die Kollegen in Italien am Leben zu erhalten. Oder anders: kein Fiat Panda ohne Dodge Durango. Sergio Marchionne weiß das und lässt amerikanische Autos im amerikanischen Markt unangetastet. Das Badge Engineering findet auf kosten europäischer Befindlichkeiten und Identifikationen statt.

Dodge Durango Citadel Testbericht US Car Pirmann

Die Sietenlinie ist eher zurückhaltend.

Die Werbekampagne zum Dodge Durango wurde in den USA ein viraler Hit. Chrysler engagierte für die Werbespots den Schauspieler Will Ferrell in seiner Rolle als Nachrichtensprecher Ron Burgundy. Ferrell war gerade in aller Munde, weil der zweite Teil von „Anchorman“ gerade in den Kinos und die Hollywood Maschinerie auf Hochtouren lief. Die Spots kamen mit der Direktheit und dem Machismo eins Vorschlaghammers mit Schnauzbart.

Eine Darstellung, die zwar witzig und uramerikanisch ist, dem Auto aber nicht gerecht wird. Die Front ist wuchtig, keine Frage, die Seitenlinie aber fast schon entschuldigend zurückhaltend. Das Heck wird dann vom angesprochenen LED-Buffett dominiert. Innen herrscht eine luxuriöse und filigrane Atmosphäre vor, die wir einem amerikanischen Auto in diesem Segment nicht zugetraut hätten.

Europäischer Flair

So werden die Gänge über einen Drehschalter eingelegt. Ein fescher Schmäh, der so auch schon bei Jaguar und Land Rover funktioniert. Das zentrale Display ist leicht vertikal ausgelegt, was ihm mehr Leichtigkeit verleiht. Hinter der zweiten Sitzreihe gibt es nicht einfach nur Laderaum, sondern die atmosphärische Fortsetzung eines luxuriösen Lebensraumes. Samt dritter Sitzreihe.

Beim Anlassen dann der erste Schock. Über Nacht hat jemand zwei Zylinder gestohlen. Das spüren Sie beim Fahren nicht wirklich, hören es aber. Aber auch amerikanische Hersteller müssen sich Gedanken machen, was den Kunden beim Unterhalt noch zumutbar ist. In Österreich wird die Regierung jährlich 1.578,56 Euro abgreifen, wenn Sie den Dodge Durango mit Sechszylinder fahren. Der V8-Hemi kostet Sie 2.041,79 Euro.

Dodge Durango Citadel Testbericht US Car Pirmann

Die Frage ist erlaubt: Warum ist das Widderkopf-Logo verschwunden?

Der Wagen fährt, wie er aussieht. Er beschleunigt souverän, stresst den Fahrer aber nicht, mit permanentem Vorwärtsdrang. Kein Wunder. Die Ingenieure stellen den 290 PS satte 2,3 Tonnen entgegen. Der Paradesprint geht sich so in 9,0 Sekunden aus. Dieses Drohszenario gegen die Tanknadel deeskalieren die Ingenieure mit 11,6 Liter Normverbrauch. Tatsächlich lässt sich der Dodge Durango mit wenig mehr als 12 Litern auf hundert Kilometern bewegen.

Was vor allem dem Automatikgetriebe zu verdanken ist. Basis des Dodge Durango ist nämlich der (zwanzig Zentimeter kürzere) Jeep Grand Cherokee, der besagtes Getriebe im vergangene Jahr spendiert bekommen hat. Nervös wird die Technik nie. Es ist eigentlich immer der richtige Gang eingelegt und die Drehzahl pendelt sich bei brummelnden 1500 Touren ein. Die Amerikaner wissen, warum sie dieses Getriebe in großen SUV anbieten. Wie sich diese Schaltorgie in Racern fährt sollte Thema einer Doktorarbeit werden.

Hockey-Moms Liebling

Die steigert nur die Begeisterung für den amerikanischen Pragmatismus. Ein Symbol der Effizienz und des Gedankens „Form follows function“. Im Lastenheft standen sieben Plätze (Hockey Moms sind in Übersee eine nie versiegende Geldquelle) und viel Kofferraum. Für Dodge kein Problem. 5,1 Meter Auto kamen dabei heraus, 2400 Liter Ladevolumen hat man mit Blech ummantelt. Die dritte Sitzreihe kann dabei tatsächlich auch von erwachsenen Menschen bezogen werden. Warum Europäer das nicht hinbekommen – der Audi Q7 ist schließlich genauso lang – bleibt ein Mysterium.

Dodge Durango Citadel Testbericht US Car Pirmann

Eine dritte Sitzreihe, die den Namen verdient.

Weil Sergio Marchionne hierzulande die US-Autos nur nutzt, um Lancia zu Grabe zu tragen, ist man beim Dodge Durango auf Importeure angewiesen. Der angesprochene Preis für das vollausgestattete SUV stammt von US Car Pirmann. Als Ausstattungslinie Citadel ist auch die dritte Sitzreihe inkludiert. Sergio, da kannst du noch was lernen.

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  • Harald Kuerner

    Haben einen der letzten FIAT FREEMONT ( = DODGE JOURNEY, nur feiner ausgestattet) mit 170 PS-Diesel. Die 4,94 Meter Auto lassen sich locker durch jedes Wiener Parkhaus bewegen (sogar ohne die Spiegel anzuklappen!). Schade, daß FIAT die Produktion eingestellt hat! Mit vernünftigem Diesel würde ich jederzeit auch einen als FIAT verkleideten DODGE DURANGO nehmen. Bei rund 25.000 km / Jahr kommt ein Benziner in so einem großen Wagen allerdings nicht in Frage, aber FIAT hätte ja die entsprechenden 2,2l und 3,0l – Diesel! Und die JEEP Cherokee und GRAND Cherokee sind innen und vom Kofferraum her etwas (viel!) knapper geschnitten. Dumm nur, daß die Autos halt bei uns das Doppelte in €uro vom amerikanischen Ursprungspreis in US-$ kosten. So werden in Österreich halt aus $ 30.500,– schnell € 68.500,– ( DURANGO), wenn man ein Auto kauft. Dank an Vater Staat! Merkwürdigerweise kosten deutsche Fabrikate in Amerika soviel in $ als bei uns in €uro, normaler Metallic-Lack ist in Amerika in der Regel aufpreisfrei, nur wir sind so blöd, und greifen dafür tief in die Tasche. Naja.++

  • wissender

    Ihr habt schon wieder schlecht recherchiert, oder bewusst falsche Angaben gemacht. Der Chrysler Konzern ist in einem desolaten, von Daimler Mercedes hinterlassenem Zustand von Fiat übernommen worden. Fiat hat durch die Sparmaßnahmen in Italien ( Einsparung der neuen Modelle) die Produktionswerke und Modelle von Chrysler erneuert. Wenn Chrysler heute verkaufen kann, hat sie es den durch Sparmaßnahmen ermöglichten Investitionen von Fiat zu verdanken. Somit bewahrheitet sich durch den jetzigen gut verlaufenden Verkauf von Chrysler Autos, die ursprüngliche richtige wirtschaftliche Entscheidung zur Übernahme von Chrysler durch Fiat. Ich kann verstehen, dass euch das nicht gefällt, jedoch ist es pure Realität, dass Fiat alles gelingt, wozu Daimler Mercedes nicht fähig war. Es wird jedoch jetzt noch schlimmer für euch, denn die Übernahme von Chrysler ist ja bekanntlich mittlerweile abgeschlossen, somit kann sich nun Fiat (FCA) sich gelassen, auf das wegen der Fusion versäumte, konzentrieren. Sie werden nun ihre technisch hochentwickelten Modelle bringen, wofür die Konkurrenten keine Antworten haben. Sie werden mit Alfa Romeo anfangen und ab 2019 auch wieder Lancia platzieren. Lasst euch überraschen! Ha,ha,ha,ha,ha

  • Autojoe

    Auf dieses Auto haben wir gewartet, ideal für die engen Parkplätze in den Tiefgaragen. Das kommt davon wenn man anstatt schöne Lancias diese Ungeheuer dem Kunden aufhalsen möchte. Möchte wirklich wissen wer sich bei uns ein solches Auto kauft?

    • pro74

      Grundsätzlich kein schlechtes Auto. Betreffend Platzproblematik und Lancia bin ich aber völlig Ihrer Meinung. Leider ein Resultat des Globalisierungshypes.

    • Matthias

      Ich weiß gar nicht wo das Problem liegt? Ein 5er BMW ist auch nicht größer, nur das da keine 7 Leute reinpassen.
      Wer es nicht schafft so ein Auto einzuparken, soll sich eben ein anderes kaufen.

    • Abraham Lincoln

      Wer zu blöd ist einen Amerikaner SUV zu fahren, soll einen 1600-er PSEUDO SUV von Honda kaufen.

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