Dodge Dart 1970 Generation Drivestyle Marvin Zieler
Marvin Ziegler und sein Dodge Dart von 1970.
 

Dodge Dart: Playboy, Hut und Kojak

Marvin Ziegler (20) wollte ein Auto und bekam einen neuen ­Lebensentwurf. Der Dodge Dart von 1970 macht’s möglich.

15.08.2013 Online Redaktion

Willkommen im Jahr 1970. Der amerikanische „Playboy“ wirbt auf seinem April-Cover mit „The Girls of Israel“ und der Dodge Dart surft mit 192.000 verkauften Stück gerade seinen Heydays entgegen. Eines dieser Modelle wird in Kanada in einen Seecontainer gesteckt und über New Jersey nach Europa gebracht. Es ist eines der Top-Modelle. Also mit Custom- und GT-Ausstattung, mit Vinyldach außen und sportlichem Innenraum.

Ein Dodge Dart in Europa

In Europa angekommen, spult der Dart 98.000 Meilen runter, dann steht er zwölf ­Jahre in einer Garage und wird gepflegt. Bis ihn 2011 Marvin Ziegler entdeckt. Das Auto ­gehörte damals noch einem guten Bekannten, und Marvin bekommt den top gepflegten Amerikaner für einen Freundschaftspreis.

Dodge Dart 1970 Generation Drivestyle Marvin Zieler

Gruppenbild mit Kleinwagen.

Damit hat Marvin den Salat. In die Stadt kann er nur fahren, wenn er sich sicher sein kann, einen Parkplatz zu finden. Das Auto ist fünf Meter lang und hat keine Servolenkung. Jeder moderne Pick-up ist eine ­Ballerina dagegen. Und das, ­obwohl der Dodge Dart ein amerikanischer Klein- oder wenigstens Kompaktwagen war. Eigentlich. Ganz uneigentlich kommen aus den 5,2 Liter Hubraum des V8 satte 233 PS. Im Winter hat Marvin ­solche Probleme nicht. Liegt Schnee, fährt er einen Ford ­Fiesta aus dem Jahr 1977.

Ist aber erst einmal Sommer, kann man sich um Marvin herum gar kein anderes Auto als den Dodge vorstellen. Nach bestandenem Führerschein wollte er von seinem Ersparten (Dank geht an die Städtische Versicherung, die ihn mit Ferialjobs ver­sorgte) nur ein „schönes,
altes Auto“ kaufen. Statt eines Old­timers kam ein ganzes ­Lebenskonzept.

Dodge Dart 1970 Generation Drivestyle Marvin Zieler

5,2 Liter Hubraum, 233 PS

Lebenskonzept rund um den Dodge Dart

Vanishing Point T-Shirt, Mopar-Gürtelschnalle, besagter „Playboy“ aus dem Baujahr auf der Hutablage. Dazu ein Detail, das an Liebhaberei nicht mehr zu überbieten ist. Ein Kojak-Hut. Nicht irgend­einer. Sondern das gleiche ­Modell, das Kojak in einer ­Szene trägt, in der auch ein grüner Dodge Dart zu sehen ist. Kurzum: Auto und Fahrer funktionieren zusammen als Gesamtkunstwerk.

Die üblichen Ami-Treffen sind für Marvin Pflichtprogramm, Filme wie Bullitt oder The Seven-Ups das große Kino. Das Auffälligste an seinem Dodge Dart – wenn man sich vom Gesamteindruck endlich abwenden kann – ist die konkave Heckscheibe. Die war ­damals schon nicht dicht und trieb Händler zur Verzweiflung und Kunden in Anwaltskanzleien. Passiert ist zwar noch nichts, aber Marvin vermeidet Regenfahrten.

Dodge Dart 1970 Generation Drivestyle Marvin Zieler

New Jersey. Das Mödling New Yorks.

Wer sich kraft seiner Jugend und seines auffälligen Eisens zur Generation Drivestyle zählt, möge sich bitte unter redaktion@autorevue.at melden.

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