Dieser nahezu neuwertige 1970er Plymouth Hemi Cuda könnte euch gehören

Der traumhaft schöne Hemi Cuda hat gerade einmal 81 Meilen auf dem Tacho – und wird somit nicht gerade billig.

02.05.2015 Online Redaktion

Scheunenfunde: Jeder kennt sie, jeder überschlägt sich fast vor Freude, wenn er ein halb verwestes Auto aus irgendeinem längst vergessenen Loch hervorzaubert. Aber es geht noch besser. Viel besser: Wie bei diesem 1970er Plymouth Hemi Cuda, der in seiner 45-jährigen Geschichte nur insgesamt 81 Meilen (umgerechnet ca. 130 Kilometer) zurückgelegt hat.

Weniger Meilen am Tacho eines Hemi Cuda gibt’s nicht

Das feuerrote Schmuckstück wurde nie restauriert und ist trotzdem so gut wie neuwertig. Mit seinen lächerlich wenig Meilen am Tacho ist er der am wenigsten gefahrene Hemi Cuda „von dem man weiß, dass er exisitert“. Und es kommt noch besser: ihr könnt ihn kaufen, wenn Mecum Auctions ihn zwischen 12. und 16. Mai versteigert. Sofern ihr 600.000 bis 800.000 Dollar übrig habt – so viel soll der so gut wie neuwertige Oldtimer Schätzungen zufolge nämlich einbringen.

Hemi Cuda für Drag-Races

Wie aber kam es dazu, dass ein so schönes Auto in 45 Jahren so gut wie nie gefahren wurde? Die wenig bewegte Geschichte des Hemi Cuda beginnt im Jahr 1970. Im Juni entschied sich der 62-jährige Amerikaner Bill Reardon dazu, sich endlich sein Traumauto zu kaufen. Der Plymouth in der Farbe „Tor Red“ mit schwarzer Innenausstattung, TorqueFlite-Getriebe, Shaker-Motorhaube und Goodyear Polyglas GT-Reifen entsprach exakt seiner Wunschvorstellung. Er kaufte den Hemi Cuda, um damit Drag Races zu fahren, und baute ihn dementsprechend um.

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© Bild: Mecum Auctions - Theo Civitello

Umbau, Rückbau

Um sein neues Auto für die Beschleunigungsrennen zu rüsten, tauschte Reardon das Abgas-System, die hinteren Räder und die vorderen Stoßdämpfer aus. Die Originalteile bewahrte er sorgsam auf. Auf dem Drag-Strip feierte der Monster-Hemi Cuda zwar große Erfolge – aber bereits in der ersten Saison, in der er mit seinem neuen Auto auf die Drag-Strips unsicher machte, verstarb Bill Reardon. Sein Sohn verkaufte das Auto im Jahr 1977 an einen Sammler, der zwar die Originalteile wieder einsetzte, aber trotzdem kaum damit fuhr – warum auch immer.

Endlich in den Händen eines Experten

Nachdem der Cuda durch die Hände von drei weiteren Besitzern gegangen war, die aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen offenbar alle keinen Spaß daran fanden mit ihm durch die Gegend zu heizen, nahm sich der Hemi Cuda-Experte John Arruza des Schmuckstücks an. Er sorgte dafür, dass das Auto sich wieder genau so fährt, wie frisch aus der Fabrik – falls denn endlich einmal jemand damit fahren möchte.

Wer will ihn denn nun endlich fahren?

Und genau zu diesem Zweck wird der 1970er Hemi Cuda mit der erstaunlich unbewegten Geschichte im Mai von Mecum Auctions ein weiteres Mal versteigert. Wer schon länger überlegt, was er mit seinen überflüssigen 600.000 Euro bloß anstellen soll, sollte unbedingt mitsteigern – denn so eine Gelegenheit bietet sich wahrscheinlich nie wieder.

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