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Die Vermessung der Welt – Fahrbericht Audi Q7

Audi erfindet den Q7 zwar nicht neu, aber minus 325 kg sind dann doch eine Ansage.

12.05.2015 Press Inform

Von außen mag der neue Audi Q7 auf den ersten Blick nur dezent überarbeitet wirken, doch ist man einmal hinter dem Steuer, ist die zweite Generation des Luxus-SUV kaum wiederzuerkennen. Das liegt nicht nur am komplett neu gestalteten, luftigen Innenraum samt animiertem Cockpit und allerlei Hightech-Dreingaben, sondern an einer eindrucksvollen Abspeckkur: „Mit 325 Kilogramm weniger Gewicht setzt er den Benchmark im Wettbewerb“, unterstreicht Entwicklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg, „er ist rund 26 Prozent effizienter.“ Die üppige Gewichtsersparnis ist jedoch nur eine Seite der Seite der Medaille, schließlich wiegt das Auto immer noch 2,1 Tonnen. Unterwegs wirkt der 5,05 Meter lange Crossover dennoch so, als wäre man eine Klasse kleiner unterwegs – Anteil daran haben die massiv steifere Karosserie, der niedrigere Schwerpunkt und die erstmals auf Wunsch erhältliche Vierradlenkung, die nicht nur den Wendekreis um gut einen Meter reduziert, sondern auch auf der Landstraße guttut.

Audi Q7 3.0 TDI Quattro (6)
© Bild: Werk

Erste Gedanken zum neuen Audi Q7

Und überhaupt: Der erste Q7-Koloss war trotz üppiger Motorleistungen bis hin zum Zwölfzylinder kein Wunder an Fahrdynamik. 530.000 verkaufte Fahrzeuge unterstreichen dennoch, dass Audi mit dem Top-SUV den Nerv der Zeit getroffen hat. Zum Marktstart des Nachfolgers im Juni sind zunächst nur Sechszylinder erhältlich: Einmal als Diesel (200 kW/272 PS), einmal als Benziner (245 kW/333 PS). Der Diesel als erwartetes Volumens-Modell schiebt den Audi Q7 souverän und allemal dynamisch an, ohne wirklich sportliche Gefühle aufkommen zu lassen (es gibt ja noch einen Porsche Cayenne). Überhaupt soll sich der Allradler gerade einmal 5,7 Liter Diesel auf 100 Kilometern genehmigen, und nein, eine reine Frontantriebs-Variante ist nicht in Sicht. Der 3,0 TDI schafft den Sprint auf 100 in gut sechs Sekunden und 234 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Die Motorenpalette

Nachgereicht wird noch ein Spardiesel mit 218 PS sowie ein V8-Topdiesel, später folgt auch ein aufgeladener V8-Benziner und ein Plug-In-Dieselhybrid. Ein 250 PS starker Vierzylinder-Benziner (2,0 Liter Hubraum) ist nur in China und den USA erhältlich, kolportiert wird außerdem eine W12-Version mit dem Motor, der auch die kommenden Bentleys, Phaetons und A8 antreiben wird.

Viel Detailliebe haben die Audi-Entwickler in die Abstimmung von Fahrwerk und Fahrkomfort investiert. Rollte der Vorgänger gerade bei üppigen Radgrößen hölzern ab, so schwebt er nunmehr lässig und leicht über alle Unebenheiten hinweg. Per Taster lassen sich verschiedene Fahrprogramme ansteuern, die spürbar weit gespreizt sind in Sachen Feder-Dämpfer-Abstimmung und Gasannahme. Weniger Unterschiede gibt es bei der Lenkung, die, wiewohl präzise, für sportliches Fahren zu leichtgängig agiert. Am stimmigsten fährt der Audi Q7 im Komfortmodus, dann kommt auch das geringe Geräuschniveau gut zur Geltung. Allweil exzellent: die Abstufung der achtstufigen Getriebeautomatik.

Audi Q7 3.0 TDI Quattro (13)
© Bild: Werk

Innenraum und Ladefläche

Modern und technisch zeigt sich der Audi Q7 im Innenraum, das Raumangebot ist sowieso über alle Zweifel erhaben. Auf Wunsch wird der Q7 zum Siebensitzer mit bis zu sechs Kindersitzen oder glänzt mit einer komplett ebenen Ladefläche. Das Ladevolumen des Audi Q7 liegt je nach Sitzkonfiguration zwischen 295 und 2.075 Liter, die Heckklappe ist serienmäßig robotisiert.

Voll digitalisierten Armaturen

Die voll digitalisierten Armaturen sind gut und präzise abzulesen, je nach Präferenz des Fahrers lässt sich sein Inhalt variieren und um ein Head-Up-Display im oberen Sichtfeld ergänzen. Eine nette Geste ist der ausfahrbare Bildschirm am Armaturenbrett – wer schon einmal eine Nacht auf der Autobahn verbracht hat, weiß jede Reduktion des Licht-Smogs zu schätzen. Wenngleich der Bildschirm natürlich viel zu tun hat mit Navigation, Soundsystem, Fahrzeugeinstellung und -vernetzung. Die Bedienung per Dreh-Drücksteller und Touchpad auf der breiten Mittelkonsole ist Gott sei Dank einfach und selbsterklärend. Dazu gibt es im Fond abnehmbare Tablets, um die Fondinsassen mit Fernsehen, Apps, Webzugang und Fahrinformationen auf längeren Strecken zu unterhalten.

Preis des neuen Audi Q7

Der Basispreis von 64.900,– lässt sich natürlich noch deutlich auffetten, ein Highlight unter den Technik-Gadgets ist der prädikative Effizienzassistent, der den Fahrer vor einer Kurve hinweist, wann er kein Gas mehr geben muss. Die Tüftler im VW-Konzern lieben eben die Details…

  • MIC

    Liebe Autorevueredaktion!

    Wenn Sie schon (vor allem im vollständigen Artikel in der gedruckten Version) den Begriff des „prädiktiven Effizienzassistenten“ besonders hervorheben, dann bitte vorher beim Hersteller genau nachlesen: Es handelt sich nämlich wie schon gesagt um einen voraussagenden (also „prädiktiven“) Assistenten, und nicht um einen „prädikativen“!

  • rudo

    Die Tüftler im VW-Konzern lieben eben die Details….
    ähhhhhm, bmw beglückt uns im efficiant dynamic modus schon einige zeit mit dem „blauen fuss“ im display, das genau diese funktion symbolisiert: in 200m kommt lt. navi kurve, die mit der aktuellen geschwindigkeit nicht zu nehmen ist. deshalb bitte fuss vom gas und fahrzeug ausrollen lassen, um energie zu sparen.
    das sollte ein autorevueredakteur eigentlich kennen…

    design ist geschmacksache, klar. aber der neue q7 sieht aus als hätte der alte einen vorgänger gehabt, eben den neuen. ein undynamischerer klotz hat lange nicht mehr das licht der strasse erblickt. an diesem auto ist einfach nichts schön. klobig, lieblos, zur plantschkuh q3 jetzt der elefant q7.
    und welchen sinn bitte macht ein einklappbares display wenn nicht einmal die temperatur in der mittelkonsole angezeigt wird? die durchlaufenden gitter im armaturenbrett hat auch der neue passat. nach all den tollen studien (obwohl: wird der proloque jetzt ein a9, a8 oder doch a6 – oder oh schreck: sehen wieder alle audis gleich aus?) ist dieses fahrzeug die herbeste enttäuschung nach dem neuen tt. wo sind die zeiten eines progressiven a2, erste serie tt, der wunderschöne a6 mit dem bauhausheck und der a4 mit dem adaptierten bauhausheck?
    volvo und rangerover haben ganz ganz viel richtig gemacht. so sehen autos mit willhabeneffekt aus!

    • Tyalee

      Daumen hoch

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