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Die Kurve gekratzt?

MG existiert. Demnächst auch wieder in Europa.

04.04.2011 Online Redaktion

Die Geschichte von „Morris Garage“ gehört nicht zu den beschaulichen Ecken der Vergangenheit. Hier duftet es nach Benzin, hier kreischen Sportwägen durch Kurven, hier wurden sogar Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt (1939 war das, ein MG 1100 fuhr 326 Stundenkilometer bei Dessau).

MG B dyn vorne

Da passt auch ein Konkurs ins Bild vom bewegten Autoleben, so geschehen 2005. Zu diesem Zeitpunkt waren Glanz und Lederduft der Hochblüte-Roadster MG A und MG B schon etwas verblasst, auch der MG TF (vormals MG F) hatte schon zehn Jahre auf dem Buckel, war aber immerhin ein „echter“ MG. Die restliche Modellpalette bestand aus böse dreinschauenden Rover-Modellen mit dicken Alu-Felgen. You’ve come a long way, baby.

MG wurde dann zusammen mit Rover vom chinesischen Automobilhersteller SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation) aufgekauft, der Patient wurde quasi nach China ausgeflogen und dort aufgepeppelt. Neue Modelle wurden entwickelt und auf den Markt gebracht, 2010 wurden in China 160.000 Fahrzeuge von Roewe (die Namensrechte an Rover hat nach wie vor Tata) und MG verkauft, fast doppelt so viel wie 2009 – und dabei wurde erst 2007 wieder die Produktion aufgenommen (übrigens auch wieder in Longbridge, wo der MG TF in homöopathischen Dosen vom Band läuft).

Jedenfalls ist der florierende Absatz der britischen Traditionsmarken Anlass für SAIC, auch in Europa den Re-Launch zu starten. Womit wir in der Gegenwart angekommen wären: Großbritannien, MG 6 – Kein fetziger Roadster, sondern eine brave Fließhecklimousine vom Format eines VW Jetta. Immerhin: Das Außendesign ist durchaus fesch und widersteht jeglichem Fernost-Barock, wenngleich es individualistischere Ansagen gibt auf dem Automarkt. Ein 1,8-Liter-Turbomotor serviert 160 PS (118 kW) und einen Durchschnittsverbrauch von 6,6 Litern auf 100 Kilometern, ein sechster Gang ist derzeit ebenso wenig erhältlich wie ein Dieselmotor (letzterer soll bis nächstes Jahr folgen). Der Verkauf startet derzeit im Vereinigten Königreich, wann auch das europäische Festland und damit Österreich in den Genuss kommen, ist noch nicht fixiert, man rechnet mit 2012.

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Und wie geht es mit MG weiter? Der Kleinwagen MG3 ist in China bereits auf dem Markt – man will die Reaktionen abwarten, ehe man ans Exportieren geht. Der glücklose MG Metro der Achtziger-Jahre hätte damit zumindest einen Nachfolger. Und der TF? Wird auch noch angeboten, jedoch mit schleppendem Absatz. Nach fast zwanzig Jahren wäre die Zeit reif für einen Nachfolger, der Hersteller macht keine Angaben. Abwarten also, und Tee trinken.

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