Travec Tecdrah Exterieur Statisch Front
Mitte 2012 soll der Tecdrah auf den Markt kommen.
 

Die grüne Tonne

Travec Tecdrah heißt der kommende Offroad-Preisbrecher.

18.11.2011 Online Redaktion

Jetzt nennen wir erst einmal den Preis: von 13.000 Euro (4×2 Einstiegsbenziner) bis 18.000 Euro (4×4, Diesel). Für ein 4,18 Meter langes SUV – namens, Vorsicht Zungenbrecher, Tecdrah von Travec. Jetzt erklären wir, warum man deswegen nicht ganz so skeptisch sein muss, wie es der Preis vermuten lassen könnte.

Travec ist ein Zulieferer für die Automobilindustrie und sitzt in Frankfurt am Main. Wie andere Zulieferer zuvor (Tazzari mit dem Zero) hat sich auch Travec entschlossen selbst in den Automobilbau zu gehen. Das ist noch keine revolutionäre Nachricht. Aber jetzt wird es interessant. Auf das Konzept einer Ganzstahl-Karosserie wird verzichtet. Der Tecdrah baut auf einem Stahlrahmen auf, auf dem eine Sicherheitszelle aus Aluminiumrohren befestigt wird. Eine Idee, die auch bei Rallyeautos Anwendung findet. Verkleidet wird das ganze mit Karosserieteilen aus ABS-Kunststoff. Rein sicherheitstechnisch sei das kein Problem, weil ja die Sicherheitszelle die „tragende Rolle“ übernehme.

Diese Plastiklösung hat mehrere Vorteile. Zum einen rosten die Kunststoffteile nicht, es wird kein Lack benötigt, weil die Teile durchgefärbt sind, damit ist das Auto auch kratzresistent. Zum anderen wiegt diese Art der Verkleidung nur die Hälfte von konventionellen Karosserieteilen. Der Tecdrah bringt somit gerade mal zwischen 925 und 1.288 Kilogramm auf die Waage. Zum Vergleich: ein Suzuki Jimny ist einen halben Meter kürzer, wiegt (und kostet) aber in etwa das Gleiche. Ein Defender 90 ist dreißig Zentimeter kürzer, gewichts- und preistechnisch aber schon nicht mehr vergleichbar.

Travec Tecdrah Exterieur statisch heck

Die Karosserie besteht übrigens zu 72 Prozent aus Recyceltem Kunststoff. Zusätzlich können Kunden CO2-Ausgleichszertifikate für 50.000 oder 100.000 Kilometer erwerben. Mit dem Geld werden Kooperationen mit nachhaltigen Energieprojekten befeuert, die einen CO2-Ausgleich herstellen sollen.

Fahrbar wird das Plastikkleid dank Dacia-Technik. Fahrwerk, Motor, Antrieb und Innenausstattung stammen aus dem Duster, die Hinterachse wird auch im Nissan Qashqai verbaut. Unter der Haube gibt es also Bewährtes: 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS und 1,5-Liter-Diesel mit 90 PS. Letzterer kommt auch als Allradversion, die mit 5,5 Litern auf 100 Kilometern auskommen soll.

In Sachen Offroad-Kompetenz setzt man vor allem auf die bauartbedingten Vorteile. Geringes Gewicht, enorme Böschungswinkel dank kurzer Überhänge, robuste Bauweise durch Hilfsrahmen, hohe Bauchfreiheit. Einerseits. Andererseits verzichtet man auf eine Gelände-Reduktion. Die soll ein besonders kurz übersetzter erster Gang unnötig machen.

Dazu kommt das aus dem Duster bekannte Allradsystem. Drei Modi stehen zur Verfügung. So wird das Auto entweder ausschließlich über die Vorderachse angetrieben, schaltet bei Bedarf die Hinterachse zu, oder bietet eine starre 50:50 Kraftverteilung.

Und weil die Technik nicht neu ist, war auch die Homologation für den europäischen Markt kein Problem. Mitte 2012 soll dann die Markteinführung sein. Zwar könnte jeder Renault-Nissan-Händler den Service durchführen, Tecdrah plant aber gerade ein eigenes Händlernetz. Auch an weitere Modelle mit mehr Sicherheitsfeatures (lediglich Dreipunktgurte und zwei Airbags gibt es serienmäßig) und anderen Radständen wird gedacht.

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