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Toyota Auris
 

Die größten Underdogs der Kompaktklasse.

Wir präsentieren: Die besten Golf-Gegner, die sie nie auf der Straße sehen. Schade darum.

04.06.2015 Online Redaktion

Kompaktklasse, das ist automobiles Kernland. Nirgendwo sonst gibt es eine solche Wahlmöglichkeit, weil nirgendwo sonst werden so viele Autos verkauft. Fast jeder Käufer entscheidet sich dabei für einen VW Golf, dahinter reihen sich Opel Astra und Renault Mègane (beide stark im Verkauf, trotz ihres fortgeschrittenen Alters) sowie Ford Focus, Audi A3 und Peugeot 308. Und die restlichen Modelle? Die bergen manche Blüte, unentdeckt von der Käufergunst. Wir präsentieren: die größten Underdogs der Kompaktklasse. Weil wir gerne mehr Vielfalt auf unseren Straßen sehen würden.

 

Kia cee`d/pro_cee`d
© Bild: Andreas Riedmann

7 – Kia Cee‘d

Zugegeben, der Kia Cee‘d ist jetzt nicht wirklich ein Geheimtipp. Aber die Verkaufszahlen deuten darauf hin, dass der smarte Bruder des Hyundai i30 etwas in Vergessenheit geraten ist. Die Motoren- und Ausstattungsvarianten wurden seit dem Marktstart etwas gestutzt, es bleibt der 1,4-Liter-Einstiegsbenziner, drei Diesel (66, 81 und 94 kW) sowie die Topvariante GT (150 kW), jeweils verpackt in einer sehr gediegenen Atmosphäre, sowohl in Sachen Verarbeitung, als auch Gestaltung. Die Preise stimmen, dazu gibt es sieben Jahre Garantie. Im Laufe des Jahres wird ein Facelift neue Turbo-Benziner bringen.

 

Honda Civic 1,6 i-DTEC Sport Edition 2015 blau vorne front seite scheinwerfer
© Bild: Andreas Riedmann

6 – Honda Civic

Ja, Honda gibt es noch. Sie haben in den ersten vier Monaten dieses Jahres so viele Autos verkauft, wie Renault vom Mègane in einem Monat. Entsprechend selten sieht man einen Honda Civic, trotzdem das Modell frisch geliftet wurde und einen der besten Dieselmotoren am Markt unter der Haube trägt. Dazu kommt der unerreicht geräumige Innenraum mit 470 Litern Kofferraum und dem Kinosessel-Trick auf der Rückbank. Vielleicht ist das spacige Design abschreckend, und der konfuse Bordcomputer, der gleichmäßig über das ganze Armaturenbrett verteilt ist.

 

Alfa Romeo Giulietta
© Bild: Andreas Riedmann

5 – Alfa Romeo Giulietta

Traurig ist, dass die Giulietta neben dem Kleinwagen MiTo und dem göttlich-entrückten 4C das einzige Auto ist, das Alfa Romeo zur Zeit baut. Das ändert aber nichts daran, dass die Giulietta gestalterisch zu den Ikonen der Kompaktklasse zählt, dank einiger kleinerer Upgrades technologisch am Stand der Zeit ist und sogar in Sachen Qualität italienische Tugenden abgelegt hat, zumal nach fünf Jahren Bauzeit. Wir würden sie gerne öfter sehen.

 

Toyota Auris 2015 Facelift
© Bild: Toyota

4 – Toyota Auris

Nach vielen Jahrzehnten mehr oder weniger geschmackloser Corollas und dem eher drögen ersten Auris hat Toyota vor drei Jahren endlich einen Golf-Gegner auf den Markt gebracht, der ambitioniert gestaltet ist, ohne in die Gaga-Ecke abzurutschen, und auch atmosphärisch was hermacht – besonders mit dem großen Panorama-Glasdach. Gerade hat der Toyota Auris ein Facelift bekommen, das neben LED-Scheinwerfern und leichten Retuschen innen und außen auch neue Motoren bringt: einen komplett neuen 1,2-Liter-Turbobenziner mit 116 PS sowie den 1,6-Liter-Turbodiesel, der mit BMW zusammen entwickelt wurde und hier 112 PS leistet. Es bleibt die Hybrid-Version als Besonderheit.

 

Mazda3
© Bild: Andreas Riedmann

3 – Mazda3

Mazda ist schon allein deswegen sympathisch, weil sich der kleine Hersteller gegen den Downsizing-Trend stellt und statt Turbomotörchen lieber großvolumige Saugbenziner mit hoher Verdichtung. Ein Underdog by nature, quasi. Verbrauch und Performance stimmen, noch nicht ganz geklärt sind die Partikel-Emissionen, aber das gilt für viele moderne Direkteinspritz-Benziner. Der Mazda3 drumherum kommt mit stimmigem Design und einem guten Bedienkonzept. Die Verarbeitungsqualität ist ohnehin ohne Tadel. Definitiv eine spannende Alternative, trotz schlechter Aussicht nach hinten.

 

Citroën C4
© Bild: Citroën

2 – Citroën C4

Der Citroën C4 wurde vor knapp fünf Jahren quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit präsentiert, abgesehen von ein paar Fahrschulautos sieht man kaum einen auf der Straße. Nun hat der Plattform-Bruder des (alten) Peugeot 308 ein kleines Facelift bekommen, und es zeigt sich, wie sehr dieses Auto unterschätzt wird. Wir haben: Ein Design, das Gesicht zeigt, ohne auf die Nerven zu gehen. Ein neues Bedienkonzept, das aus dem Stand fast alle Touchscreens am Markt düpiert (und das in einem Citroën!). Moderne Motoren (1,0-Liter-Turbobenziner, Euro-6-Diesel mit AdBlue-Einspritzung), viel Platz, edle Materialien, gute Verarbeitung, ein komfortables Fahrwerk und: Ruhe im Innenraum. Dazu kommen diverse Herstelleraktionen und damit ziemlich konkurrenzfähige Preise. Vorführautos gibt es überhaupt schon zu Kleinwagenpreisen. So, jetzt wisst ihr‘s.

 

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© Bild: Werk

1 – Nissan Pulsar

Nissan und die Kompaktklasse, das ist eine bislang unrühmliche Geschichte. Nach diversen Sunnys und Almeras (mehr oder weniger schön und haltbar) kam der Tiida als ultimatives Weltauto, das ultimativ floppte, weil es schon drei Jahre alt war, als es nach Europa kam, und sich dementsprechend fuhr. Schlussstrich, Auftritt Nissan Pulsar. Vom Tiida übernommen wurde die Idee mit dem langen Radstand und der geräumige Innenraum, dazu gibt es jetzt tatsächlich ein würdiges Auftreten. Unter der Haube jedoch steckt bereits die Plattform des kommenden Renault Mègane (ab 2016). Die Motoren entstammen der aktuellsten Generation, dazu kommen Assistenzsysteme vom Notbremsassistenten über Spurhalte- und Totwinkel-Assistent bis zur 360°-Einparkkamera. Der große Technologie-Sprung in die Gegenwart bringt dem Nissan Pulsar Platz 1 der unbekannten Golf-Gegner.

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  • Marko Weiß

    Endlich der Artikel den ich mir gewünscht habe! :)

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