ford ka seite grün
Der letzte Schilling-Preis des Ford Ka vor über zehn Jahren war in Euro umgerechnet etwa gleich hoch wie heute.
 

Autos sind billig wie noch nie

Die Autos sind heute so billig wie noch nie – und noch mehr gute Nachrichten.

07.10.2013 Autorevue Magazin

Auch wenn sie immer besser und sparsamer werden: Die Autos sind so billig wie noch nie, zumindest kann man diesen Blickwinkel einnehmen. Denn 1983, also vor dreißig Jahren, erschien der „kleine“ Mercedes, der 190er, in etwa der Vorläufer der heutigen C-Klasse. Er kostete in seiner Basisausführung 241.280 Schilling. Das sind streng umgerechnet 17.534,50 Euro. Der billigste Mercedes, das aktuelle Einstiegsmodell der A-Klasse, kostet heute 21.950 Euro, also nicht riesig viel mehr. Die billigste C-Klasse kostet heute 29.150 Euro, das wären 401.173 Schilling. Das heißt, der Preissprung liegt gravieren unter einer Verdoppelung. Die Preise fürs Bier im Wirtshaus und fürs Semmerl beim Bäcker haben sich hingegen verdreifacht.

Dazu sei erwähnt, dass dieser 190er Mercedes unvorstellbar nackt war.

Selbst ein fünfter Gang war nur gegen Aufpreis erhältlich, genauso wie ein zweiter Außenspiegel. Der VW Golf hatte damals bereits einen zweiten Außenspiegel serienmäßig, dies aber nur deshalb, weil er aufgrund der umlegbaren hinteren Sitzbank als Kombi galt und von Gesetzes wegen dazu gezwungen war. Sonst war auch ein Golf pudelnackert. Heute selbstverständliche Dinge wie ABS oder gar ESP steckten gerade erst in den Köpfen revolutionär denkender Ingenieure, die vom breiten Publikum ihrer krausen Ideen wegen eher belächelt wurden.

Noch eine gute Nachricht: Vor mehr als zehn Jahren lautete der letzte Preis in Schilling für einen Ford Ka 129.500 Schilling. Der heute aktuelle Listenpreis beträgt 9.890,– Euro, das wären 136.090 Schilling. Kaum mehr Geld trotz mächtiger Inflation in der Zwischenzeit.

Und noch etwas: Musste man vor dreißig, aber auch vor zehn Jahren, noch gewissermaßen ein Ansuchen stellten, um überhaupt das gewünschte Auto zu bekommen, wird man heute vom Verkaufspersonal regelrecht umschwänzelt, welches oft auch noch kräftig die Hosen runterlässt. So hart die Zeiten für Hersteller infolge von Überkapazitäten auch sind, die Kundschaft profitiert davon.

Eines ist aber nicht zu leugnen: Die Autos sind zwar billiger geworden, das Autofahren ist es trotzdem nicht.

Die Kosten rund ums Auto sind exorbitant gestiegen. Dabei macht der Spritpreis nur einen kleinen Teil der Mehrkosten aus, schließlich verbrauchen die meisten Autos heute die Hälfte als ein vergleichsbares vor 30 Jahren. Aber: Wenn man fürs Parken früher bezahlte war das die Ausnahme, heute ist es die Regel. Die Schlichtheit der Technik erlaubte es seinerzeit jedem einigermaßen begabten Bastler, selbst Hand anzulegen. Die komplizierte Technik zwingt uns heute in die Werkstätte, mit Stundensätzen jenseits der 100 Euro. Streckenmaut kannten wir früher nur aus Italien, heute wird sogar in Deutschland immer öfter darüber geredet. Und falls jemand glaubt, dass er in Zukunft mit Strom billiger fahren wird, ist sicher auch auf dem Holzweg.

  • Bernd

    Erscheint schlüssig, Hr. Skarics. Dies gilt jedoch offenbar nur für die unteren Fahrzeugklassen – ab der Mittelklasse wird es schwieriger.
    Oder wie würden Sie dann erklären, dass ein mittelmäßig ausgestatteter Audi A6 rund EUR 70.000,- kostet, das war im alten Geld 1 Mio? Das lässt sich jetzt nicht nur damit erklären, dass es hier vielleicht das eine oder andere Extra gibt, das man sich damals nicht einmal noch erdenken konnte…

  • dr.georg fidler

    ……..bitte weniger rechtschreibfehler oder druckfehler!
    im übrigen bin ich mir gar nicht sicher, ob die vergleiche öS/€ passen.
    die autos werden möglicherweise aufgewertet, aber sind sie deswegen auch qualitätsvoller?? cabrios waren früher armut, jetzt sind sie luxus, die werkstoffe waren erdig, heute plastik, ja und die motoren, damals wunderbar (ton), heute 3-zylinder…………
    nun, in hinblick auf die weltatmosphäre ist die entwicklung in ordnung, aber, die wahren schädlinge sitzen anderswo, das auto ist nur ein geringfügiger…………………………!!

  • Weber

    Der Redakteur hat recht, dass Autos heute so billig wie nie sind. Inflationsbereinigt sind die Autos sogar billiger geworden und dass bei WEIT mehr Aussstattung. Was der Readakteur dabei noch gar nicht erwähnt hat, ist die Qualität. So waren früher 6 Monate Garantie der Normalfall und wer 1 Jahr Garantie bekamm, könnte sich schon besonders freuen. Heute sind mind. 2 Jahre vorgesehen, die meisten Hersteller jedoch bieten 4, 5 oder gar 7 !!! Jahre schon an. Das bedeutet sorgenfreiens Fahren solange die Garantie läuft. Auch sind die Autos qualitativ so gut, dass man kaum noch (außer zur Jahresinspektion) in die Werkstatt muss.

    Leider hat der Redakteur recht, dass die Kosten für das Autofahren nicht billiger geworden sind. Das betrifft nicht nur die laufenden Kosten, sondern auch Dinge wie NOVA und CO2 bei der Anschaffung. Noch immer sehen so manche Politiker im Autofahrer einen kapitalisten, der geschröpft werden muss. Auch wenn dieser einen uralt PKW hat um 500.- Euro Kaufpreis. Das viele auf das Auto auch angewisen sind (z.B: beruflich) wird immer wieder von so manachem Neidkomplexler in der Politik ignoriert.

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