Tesla Model S Dynamisch Front Exterieur
Den kleinen roten bitte ignorieren, der Roadster wird eingestellt.
 

Die andere Wirklichkeit

Tesla gewährt einen Blick auf ihr neues Model S für 2012.

11.10.2011 Online Redaktion

Um zu verstehen, wie ernst Tesla das Thema Elektromobilität angeht, muss man sich nur kurz die Rahmenbedingungen der Veranstaltung anschauen, zu der Tesla geladen hat, um die Vorserienmodell des Model S zu bewundern. Es darf kommen, wer eine Vorbestellung abgeschlossen hat. Das hört sich banaler an, als es ist. Denn eine Vorbestellung bei Tesla kostet 5000 Dollar. Es sei denn, man will zu den Early-Adoptern gehören. Also zu jenen Auserwählten, die eines der ersten tausend Modelle bekommen – die so genannte Signature-Edition. Wer die will, muss 40.000 Dollar hinlegen.

Jetzt geht das Rechnen los. Die 1000 Model S Signature sind schon alle weg. Macht 40.000.000 Dollar. Dazu kommen 5000 normale Vorbestellungen, macht 25.000.000 Dollar. Das bedeutet, Tesla hat mal eben 65 Millionen Dollar verdient, ohne ein Auto gebaut oder ausgeliefert zu haben. Wenn sie damit endlich anfangen, setzt der wahre Geldregen ein.

Bedenkt man, mit welchen Summen die Autoindustrie sonst hantiert, wirkt diese Zahl fast schon lächerlich, aber Tesla ist – trotz ihres enormen Image – eben doch noch ein Start-up-Unternehmen. Das soll sich erst mit dem Model S ändern. Und: die erste Jahresproduktion für 2012 – nämlich 5000 Stück – ist bereits ausverkauft. Erst 2013, wenn die siebensitzige Limousine auch in Europa starten soll, wird die Fabrik auf die volle Kapazität von 20.000 Stück hochgefahren.

Das Tesla Model S wird dann bei 57.400 Dollar beginnen. Mit an Bord: eine Batterie, die eine Reichweite von 257 Kilometer garantieren soll. Mehr Reichweite kostet bei Elektroautos mehr Geld – also die Umkehrung der Preispolitik konventioneller Autos, wo man ja für mehr Leistung und damit geringere Reichweite, mehr Geld bezahlt. Für 67.400 Dollar kriegt man genug Speicherkapazität verladen, um 370 Kilometer zu fahren, für 77.400 Dollar sind dann 480 Kilometer drin.

Für das Geld bekommt man eine 362 PS und 415 Newtonmeter starke Limousine, in der fünf normalgroße Passagiere Platz haben, die sich darüber freuen, dass sie ihre Kinder auf den Kofferraum-Notsitzen loswerden. Die versprochenen Reichweiten soll eine 85 kWh-Lithium-Ionen-Batterie garantieren. Der Sprint von null auf hundert dauert 5,6 Sekunden, eine Sportversion (die zu Marktstart fertig sein soll) soll den Sprint in 4,5 Sekunden schaffen, bei Tempo 209 ist Schluss mit dem Schub. Eindrucksvoll. Vor allem, wenn man bedenkt, das eben doch 1,7 Tonnen am Antrieb hängen.

Aber Elektroautos geben beim Package mehr her als Autos mit Verbrennungsmotor. Der Motor ist deutlich leichter und die Batterie wird einfach im Unterboden verstaut, was den Schwerpunkt enorm absenkt.

Tesla Model S Interieur

Obiges Foto zeigt den Innenraum der Model S-Studie, ein Bild vom Serien-Interieur wird nachgereicht. Aber schon hier ist erkennbar, dass die meisten Funktionen über eine Art iPad berdient werden, das sich als Konsole getarnt hat. Sprachsteuerung inklusive. So versteht das System Adresseingaben für die Navigation und Musikwünsche. Und das noch vor dem iPhone 4S.

Zurück zum Geld, denn darum geht es ja letztendlich. Läuft die Fabrik endlich auf Volllast will Tesla endlich schwarze Zahlen schreiben.

Mehr über das Model S lesen Sie in einer Reportage von Johannes Gasser in der Kommenden Autorevue 11/2011, die ab Freitag, 21. Oktober, im Kiosk zu haben ist.

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