Deutschland: Verbot von Benzin- und Dieselmotoren für 2030 geplant

Die deutschen Bundesländer wollen ab 2030 keine Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr neu zulassen – der ADAC protestiert

10.10.2016 APA

Die deutschen Bundesländer wollen ab 2030 keine Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr neu zulassen. Das berichtete „Der Spiegel“ am Samstag. Sowohl SPD- als auch unionsregierte Länder befürworteten ein entsprechendes Verbot von Verbrennungsmotoren. In einem Beschluss aus ihrer jüngsten Sitzung fordere der Bundesrat (Länderkammer des Parlaments, Anm.) die EU-Kommission auf, „die bisherigen Steuer- und Abgabenpraktiken der Mitgliedstaaten auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Förderung emissionsfreier Mobilität auszuwerten (…), damit spätestens ab dem Jahr 2030 unionsweit nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden.“

ADAC protestiert – Verbot würde tausende Arbeitsplätze gefährden

Der deutsche Automobilklub ADAC stellte sich gegen den Vorstoß. Aus seiner Sicht blieben effiziente und umweltfreundliche Verbrennungsmotoren auch über 2030 hinaus ein wichtiger Faktor für Verkehr und Wirtschaft in Deutschland, erklärte der Klub. „Einseitige Verbote bestimmter Technologien auf nationaler Ebene sind deswegen keine realistische Option.“ Vielmehr sollten emissionsarme Technologien breiter und intensiver gefördert werden, damit sich diese am Markt durchsetzen und ihren Beitrag zur Erfüllung der Klimaschutzziele leisten könnten. Ein Verbot von Verbrennungsmotoren würde Tausende Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie in Gefahr bringen, da für den Bau eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb nur ein Zehntel des Personals nötig ist.

Grüner Verkehrssprecher in Österreich befürwortet Vorschlag

Georg Willi, Verkehrssprecher der Grünen in Österreich, befürwortete den Vorstoß des deutschen Bundesrates und fordert auch hierzulande eine diesbezügliche Diskussion. „Wer sich das heute nicht vorstellen kann, den lade ich ein, sich die Entwicklung des Handys in Erinnerung zu rufen. Was vor 25 Jahren als sehr teures und schweres D-Netz-Telefon mit Antenne begann, ist heute ein Wunderding, dessen vielfältige Funktionen die meisten Menschen gar nicht mehr nützen können. Niemand konnte sich das vor 25 Jahren vorstellen. Es ist also Optimismus angesagt, wenn es darum geht, Mobilität neu zu denken“, so Willi.

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  • Marko Weiß

    Wo kommt die Zahl her, daß bei der Produktion eines E-Autos nur ein Zehntel des Personals nötig sei?
    Ich denke selbst eine Verringerung um 10% ist deutlich zu hoch gegriffen.

  • Der Schwedenkönig

    Was für ein Supergau, wenn dann die Elektroblase platzt.
    Hoffentlich müssen wir dann nicht die Autoindustrie retten – weil „systemrelevant“.

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