Norbert Reithofer © PETER KNEFFEL / EPA / picturedesk.com
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Deutsche BMW-Mitarbeiter haben Recht auf Unerreichbarkeit

Betriebsrat vereinbarte flexible Arbeit mit klaren Grenzen zur Freizeit für zehntausende Angestellte.

16.02.2014 APA

BMW-Büromitarbeiter in Deutschland haben jetzt ein Recht auf Unerreichbarkeit nach Feierabend. Der Autohersteller habe mit dem Betriebsrat eine entsprechende Betriebsvereinbarung geschlossen, sagte ein Konzernsprecher am Sonntag in München. Die Vereinbarung erlaube flexible Arbeit, auch von zuhause. Andererseits könnten Mitarbeiter individuell Zeiten festlegen, in denen sie nicht erreichbar seien.

Daimler, VW und Telekom ziehen nach

Auch andere Unternehmen versuchen schon, ihren Beschäftigten nach Feierabend auf die ein oder andere Weise Funkstille zu verordnen, beispielsweise Volkswagen, Daimler oder die Telekom.

BMW habe versucht, die Vorteile flexibler Arbeit zu erhalten, aber die Vereinbarkeit mit dem Privatleben zu verbessern, erklärte BMW-Sprecher Jochen Frey. Die im Dezember geschlossene Vereinbarung sei inzwischen an allen deutschen Standorten in Kraft und gelte für die Hälfte der 79.000 Mitarbeiter – zum Beispiel Verwaltungsangestellte oder Entwicklungsmitarbeiter.

Recht auf Unerreichbarkeit

Betriebsratschef Manfred Schoch sagte dem „Spiegel“, die Beschäftigten könnten mit ihren Vorgesetzten Zeiten vereinbaren, in denen sie grundsätzlich nicht erreichbar seien. Es werde „ein Recht auf Unerreichbarkeit“ verankert.

Auf Wunsch von zuhause aus arbeiten

Angestellte in der Verwaltung, der Entwicklung und anderen Abteilungen arbeiten danach oft mehrere Stunden zu Hause und unterwegs an Smartphone und Laptop. Künftig können sie diese Überstunden geltend machen und dafür an anderen Tagen weniger arbeiten. BMW-Sprecher Frey sagte, Mitarbeiter könnten auch in Absprache mit Vorgesetzten und Kollegen auf eigenen Wunsch stundenweise von zuhause arbeiten oder die Arbeit aus privatem Grund unterbrechen. „Die Abteilungen definieren jetzt nach und nach die Spielregeln für sich.“

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  • Ravenbird

    Daß man wegen so etwas überhaupt nachdenken muß ist ein Zeichen der Verrohung der Wirtschaft – besonders im Deutschland der Adolfine Merkel.
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    Aber es ist so.
    Deutschland ist eine soziale Wüste. Kein Wunder, daß die Reichen dort so mächtig sind. Sie unterdrücken auf diese Weise – und mit Hartz IV – das Volk und fahren mit ihrer Wirtschaftsdampfwalze über Europa.

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    Ich trage mich mit dem Gedanken in einen Negerkral (nicht böse sein, meine lieben Schwarzen Freunde) auszuwandern. Die sind dort MIT SICHERHEIT sozial besser aufgestellt als wir Wirtschaftssklaven.

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