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VW-Chef WInterkordn forderte einen Schulterschluss von Politik und Unternehmen.
 

Deutsche Autobranche fordert Allianz für vernetzte Mobilität

Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts sollen Autos weitgehend selbstständig fahren können – die deutsche Autobranche fordert für die vernetzte Mobilität eine Allianz von Politik und Unternehmen.

20.03.2014 APA

Deutschlands Autoindustrie fordert eine Allianz der Politik und der IT-Branche für die vernetzte Mobilität. „Beim Thema Vernetzung braucht es den Schulterschluss von Politik und Unternehmen“, sagte Volkswagen-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag beim Technischen Kongress des Automobilverbandes VDA in Hannover. „Wir brauchen rechtliche Rahmenbedingungen, die den Fortschritt nicht ausbremsen, sondern unterstützen.“ Der Chef des größten Autobauers in Europa forderte unter anderem eine modernisierte Infrastruktur, eine rasche Klärung rechtlicher Aspekte und mehr Chancen für Testbetriebe.

In 10 Jahren sollen Autos selbstständig unterwegs sein

Bereits Mitte des nächsten Jahrzehnts sollen Autos auf eintönigen Langstrecken wie Autobahnen selbstständig per Autopilot fahren. Die Grundvoraussetzung dafür – Sensorik und Vernetzung mit der Außenwelt – wird schon vorher teilautomatisiertes Fahren wie etwa im Stau oder beim Einparken ermöglichen. Die Datenflut dahinter erlaubt auch viele weitere Szenarien wie etwa individuelle Versicherungstarife.

Transparenz der Vorgänge muss gewährleistet werden

Der Vorstandschef des Autozulieferers Continental, Elmar Degenhart, warb wie Winterkorn für eine breite Allianz in der Branche, bei der das Thema Datensicherheit den Ton angebe. „Das Erfolgsrezept für das vernetzte Fahrzeug ist Vertrauen durch Dialog mit den Fahrern und Transparenz der Vorgänge“, betonte Degenhart. Winterkorn sagte: „Was wir nicht wollen, ist, dass diese Daten unserer Kunden irgendwo hinwandern.“ Drohender Vertrauensverlust sei eine Riesengefahr. „Und deshalb ist Cyber-Sicherheit ein so großes Thema“, sagte Winterkorn.

Datenschutzfragen sollen Fortschritt nicht bremsen

Dabei ist es in der Branche noch ungeklärt, wem Daten des vernetzten Fahrens eigentlich gehören sollen. Fahrer, Fahrzeughalter, Autobauer, Technikzulieferer, Datennetzbetreiber, Versicherer oder Dienstleister wie Parkhäuser oder Werkstätten – die Gemengelage ist vielschichtig. Trotz der vielen datenschutzrechtlichen Fragen warnten die Redner vor zu wenig Tempo. Deutschland drohe die nötigen Startvoraussetzungen zu verpassen, sagte Winterkorn und verwies auf Konkurrenz im Ausland. „Insbesondere die USA sind uns da in mancher Hinsicht voraus.“

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