Nissan Titan (1)
Nissan Titan
 

Detroit Motor Show 2015: Eine Zwischenbilanz

Auf der NAIAS 2015 dominieren Pick Ups, Sportler und große SUVs. Ein erster Überblick über die Highlights.

13.01.2015 Press Inform

Auch 2015 eröffnet die Detroit Motorshow das neue Autojahr und bringt leben in die gebeutelte Stadt. Mehr als zuvor dominieren heuer auf der North American International Auto Show (NAIAS) Pick Ups, Sportwagen und große SUV. Die Stars: Ford GT, Acura NSX, Audi Q7 und Nissan Titan.

Nissan Titan

Nissan Titan

Rekordzahlen für die Autohersteller

Die internationalen Autohersteller melden auf der NAIAS Rekordzahlen. Absolute Verkaufszahlen, Zuwachsraten oder nationale Erfolge – nahezu jeder findet seine Kategorie, in der er die Konkurrenz ausgestochen hat. Keine große Überraschung, dass in der Cobo Hall direkt am Detroit River leistungsstarke Sportwagen, luxuriöse SUV und Pick Ups das Sagen haben. Nachdem Elektroautos weitgehend spurlos von den Messen verschwunden sind, haben es bei lokalen Kraftstoffpreisen von umgerechnet 40 Cent pro Liter Benzin selbst Plug-In-Hybride wie der Mercedes C 350 e schwer, in die erste Reihe zu fahren.

Mercedes C Plug-in-Hybrid

Mercedes C Plug-in-Hybrid

Elektromotoren mit dem gewissen Etwas

„Und für alle, die bei den aktuell sehr niedrigen Benzinpreisen an einem Plug-In-Hybriden zweifeln“, sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche zur Rechtfertigung des C 350 e, „die dürfte die Boostfunktion des Elektromotors begeistern.“ Der 279 PS starke Vierzylinder mit Elektromotor bringt 600 Nm an die Hinterachse. Der überarbeitete Chevrolet Volt dürfte es sich angesichts von Billigkraftstoff, Design und Verarbeitung in seiner zweiten Generation schwer haben, wie der Ausblick auf den Chevrolet Bolt; eine allemal gefällige Konkurrenz für den elektrischen BMW i3.

Chevrolet Bolt

Chevrolet Bolt

Pick Ups als Stars der Show

Die Pick Ups sorgen in Detroit für das meiste Aufsehen. Im abgelaufenen Jahr 2014 belegten Ford F-150, Chevrolet Silverado und RAM 1500 die ersten drei Plätze der Verkaufsstatistik. Im schneereichen Detroit gibt es vom erst jüngst vorgestellten Ford F-150 die nachgeschärfte Raptor-Version und eine Modellpflege nebst Rebel-Modell vom RAM, der ehemals Dodge hieß.

Ford Raptor

Ford Raptor

Nissan & Toyota

Nissan will mit einer Neuauflage des mächtigen Titan endlich an den großen Dreien kratzen. Toyota legt eine Klasse darunter den Tacoma nach – alles Fahrzeuge ohne Bedeutung für den europäischen Markt. Was schade ist, denn die aktuellen Pick Ups sehen nicht nur klasse aus und punkten mit einem großen Nutzwert, sondern haben Dank Leichtbau mächtig abgespeckt und bieten echtes Mittelklassefahrgefühl mit dem Nutzen eines Kleinlasters.

Nissan Titan

Nissan Titan

Europäer auf dem Vormarsch

Die Europäer greifen die Amerikaner auf der NAIAS derweil mit ihren eigenen Waffen an. Mercedes legt beim GLE Coupé die 585 PS starke Power-Version aus dem Hause AMG nach, Porsche zieht das Tuch vom 570 PS starken Cayenne Turbo S und Audi enthüllt nach langem Warten seinen neuen Q7 – leichter, effizienter und luxuriöser als je zuvor.

Audi Q7

Audi Q7

Plug-In-Hybride überholen E-Autos

GLE und Q7 werden noch in diesem Jahr ebenso wie der BMW X5 als Plug-In-Hybride kommen, die den reinen Elektromodellen aufgrund der größeren Plug-In-HybridePraktikabilität längst den Rang abgelaufen haben. Ebenfalls auf die Kombination aus Benzin- und Elektrotriebwerk setzt Volvo mit seinem XC90, der jedoch nur mit kleinen Vierzylindermotoren zu bekommen ist.

Sportler im Schnee

Auch wenn es vor den Messehallen munter schneit, sind auf den Messeständen eine Reihe von Sportlern zu bestaunen. Die dünne Modellpflege der BMW 6er Reihe ist für den US-Markt ebenso wichtig wie der Porsche 911 Targa 4 GTS oder der immer wieder verschobene Hybridsportler Honda NSX, der in Amerika unter dem Markenableger Acura angeboten wird. Star der Messe ist jedoch der neue Ford GT. Sein Design flach, breit und kompromisslos, wie es schon immer war; jedoch völlig neu interpretiert und einfach nur sehenswert. Hoffentlich kommt dieser GT wie der neue Ford Mustang nach seinem Serienstart in 2016 auch nach Europa und gibt der Marke mit dem Blue Oval mehr Emotionalität.

Ford GT

Ford GT

Volumenmodelle am Rande

Die Volumenmodelle stehen in Detroit einmal mehr nur am Rande. Toyota Camry, der jüngst in Deutschland eingestellte Honda Accord, Toyota Corolla oder Nissan Altima lassen den europäischen Modellen in der US-Verkaufsstatistik unverändert keine Chance. Der Ford Fusion, in Europa mit Verzögerung jüngst als neuer Mondeo vorgestellt, liegt auf Platz zehn der US-Verkaufsstatistik. Das bestplatzierte Auto eines deutschen Herstellers ist der VW Jetta auf Platz 26 mit gerade einmal 161.000 Verkäufen in 2014. Gerade Volkswagen tut sich in den USA nach wie vor schwer. Die Studie des Cross Coupé GTE ist nicht mehr als eine sehenswerte Überbrückungsmusik für den neuen Groß-SUV zum Billigpreis, der jedoch nicht vor Anfang 2017 Realität wird. Volkswagen konnte sich über eine Überraschung freuen: der VW Golf, in den USA alles andere als ein Bestseller, bekam den Titel „Car of the Year“ verliehen. Zum besten Truck wurde wie erwartet der neue Ford F-150 gekürt.

Dank an press-inform

Mehr zum Thema
pixel