Des Playboys Bösewicht

Das böse Auto des noch böseren Bob Cramer ist wieder da. In echt.

04.05.2010 Online Redaktion

Blättern wir im heimischen Michel Vaillant Heftchen. Dort werden wir auf den Erzfeind Bob Cramer stoßen und – dank des geschärften Mobilisten-Blicks – auf sein Auto. Ein Scarab. Während die Produktion des Fahrzeugs 1959 nämlich eingestellt wurde, lebte dieser Bösewicht zumindest im Comic weiter.

Und das kam so. Lance Reventlow war 1957 gerade 25 Jahre alt, als er in die charaktertestende Situation kam, ein Playboy, reicher Erbe (Woolworth) und ambitionierter Rennfahrer zu sein. Wie das so ist, wenn man zu viel Geld hat, steigt man nicht in irgendein Cockpit, sondern lässt sich eines maßschneidern. Die Firma Reventlow Automobiles wurde in Venice, Kalifornien, gegründet und fertigte für die Saison 1958 besagten Scarab. Noch einige Fahrer stiegen zu, es gab Siege und Rundenrekorde und im Sommer 1959 eine Coverstory im Road & Track, Titel: „America’s Finest Sports Car“.

Angeblich hätte Chuck Daigh, ein freudiger Fahrer, jede Konkurrenz panieren können. Das kann man stehen lassen, schließlich konnte mangels Rennen gegen Maserati oder Mercedes (die Messlatte) kein Gegenbeweis geführt werden. Der gezeichnete Bob Cramer allerdings blieb eher erfolglos.

Aber zurück in die Gegenwart. 2008 entschließen sich Don Devine und Pete Hinkel den Scarab neu aufzulegen. Nicht als Replica, sondern als moderner Racer mit neuester Technik. Die Karosserie ist aus Aluminium, wird in Polen gefertigt und in den USA um Armaturenbrett und Sitze ergänzt. Die zitieren fleißig die Vergangenheit. Die Achsen stammen von der Corvette, rundum gibt es Scheibenbremsen. Die Auswahl von Motor und Getriebe überlässt man dem Kunden, schließlich weiß der am besten, was er mit der Waffe vorhat. Lediglich Empfehlungen werden ausgesprochen: Chevrolet, V8. Rund 75.000 Dollar werden fällig, NoVA, MWSt und das nötige Typisieren nach einem Import noch nicht mitgerechnet.

Mehr dazu gibt es im kommenden Premium-Heft, das am Freitag, 7. Mai, in den hiesigen Läden landet. Ehre wem Ehre gebührt: Die Fotos stammen von Tom Strongman.

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