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Nach Protesten wird der Pendlerrechner nun geändert. © bmf.gv.at
 

Der Pendlerrechner wird realitätsnäher gestaltet

Zahlreiche Änderungen sollen bis Sommer umgesetzt werden. Die Frist zur Abgabe des Formulars wurde bis Ende September verlängert.

23.03.2014 APA

Der Pendlerrechner wird nach Protesten der Arbeiterkammer geändert. Er werde „realtitätsnäher“ gestaltet, hieß es am Freitag aus dem Finanzministerium. Zu den Änderungen zählen die Berücksichtigung von P&R-Anlagen in der Nähe, Fußwege zählen nicht mehr zur Öffi-Strecke und Autofahrzeiten sollen realistischer angenommen werden. Bis Sommer sollen die Adaptierungen umgesetzt werden.

Kritisiert worden war etwa, dass direkt neben einem Bahnhof lebende Arbeitnehmer vom Pendlerrechner mitunter zu weit entfernten Park & Ride-Anlagen geschickt wurden. Und statt über Umfahrungsstraßen wurden die Routen häufig direkt durch in Stoßzeiten verstopfte Ortszentren geführt.

Änderungen am Pendlerrechner

Die Autofahrzeiten sollen in Ballungszentren künftig realistischer angenommen werden

Bisher hat der Rechner zur Berechnung der Fahrtdauer eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit angenommen – zu Stoßzeiten bei dichtem Verkehr entspricht das nicht annähernd der Realität. Auch das hat vielen PendlerInnen den Anspruch auf das Pau-schale verkürzt und soll nun korrigiert werden.

Viele PendlerInnen können den vollen Arbeitsweg mit Öffis zurücklegen

Wenn es laut Pendlerrechner nur unwesentlich schneller ist, einen Teil der Wegstrecke mit dem Auto zu fahren und dann in ein öffentliches Verkehrsmittel umzusteigen, dann zieht der Pendlerrechner künftig die reine (längere) Öffi-Variante für die Berechnung heran. Dadurch kann sich im Zweifel für die Betroffenen ein (höheres) Pauschale ergeben.

Fußwege gelten künftig nicht mehr als Öffi-Strecke

In Grenzfällen haben PendlerInnen dadurch Anspruch auf das große statt nur auf das kleine Pauschale. Der Grund: Bisher hat der Rechner Fußwege von und zum Öffi zur Öffi-Strecke hinzugezählt. Der Anteil an Öffi-Kilometern am Arbeitsweg wurde damit verlängert. In Grenzfällen wurde eine Strecke dadurch insgesamt als mit öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend zumutbar gewertet, wodurch manchen PendlerInnen plötzlich nur mehr das kleine anstatt das große Pauschale zustand.

Künftig soll beim Pendlerrechner die Autofahrt nur mehr 15 Prozent der gesamten Wegstrecke betragen

Kommt man innerhalb dieser 15 Prozent nicht zu einem öffentlichen Verkehrsmittel, steht das große Pendlerpauschale zu – die Wegstrecke wird als mit öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend unzumutbar gewertet. Eine Verbesserung, denn derzeit gibt es Fälle, bei denen PendlerInnen laut Rechner die Hälfte der Strecke mit dem Auto zurücklegen sollen, um dann in ein öffentliches Verkehrsmittel umzusteigen, obwohl schon früher eine Umsteigemöglichkeit vorhanden wäre. Diese Annahme ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll und findet deshalb in der Praxis nicht statt.

Wer im Job ein Gleitzeitmodell hat, kann künftig im Rechner die Uhrzeit angeben, zu der man tatsächlich überwiegend zu arbeiten beginnt und aufhört

Eine wesentliche Erleichterung und Verbesserung. Bisher mussten PendlerInnen alle Varianten ihres Ar-beitsbeginns und Arbeitsendes im Rechner durchprobieren und die für sie ungünstigste Variante annehmen, mit der ihr Anspruch auf das Pauschale am niedrigsten ausfallen würde.

Offen ist derzeit noch, ob die Pendlerverordnung noch in folgende Richtung geändert wird

Die AK fordert: Fahren PendlerInnen mit dem Auto, soll der Pendlerrechner künftig vernünftige Wegstrecken zur Berechnung des Anspruchs auf das Pendlerpauschale heranziehen. Feldwege, Schotterstraßen oder Routen quer durch die Innenstadt zur Stoßzeit haben vielen PendlerInnen am Papier die Wegstrecke künstlich „verkürzt“, einige haben dadurch plötzlich weniger oder gar keinen Anspruch auf das Pauschale und fallen um viel Geld um. Im Alltag wählen sie vernünftige Routen, auch wenn sie mehr Kilometer zählen.

Frist für Erklärung wurde verlängert

Die Frist zur Abgabe der Erklärung beim Arbeitnehmer wird bis 30.9. 2014 verlängert (ursprünglich 30. Juni 2014). Jene, die das Formular bereits abgegeben haben, von den Änderungen jedoch profitieren würden, können die Erklärung erneut abgeben.

Rudolf Kaske begrüßt Änderungen

„Das ist wichtig. Die Pendlerinnen und Pendler haben es schwer genug, sie dürfen nicht auch noch um Geld umfallen, das sie dringend brauchen“, begrüßte AK-Präsident Rudolf Kaske in einer Aussendung am Freitag die Änderungen.

AK-OÖ-Präsident Kalliauer fordert weitere Optimierungen

Für Dr. Johann Kalliauer, AK-Oberösterreich-Präsident, sind die geplanten Änderungen aber nicht genug. Damit werde „bestenfalls nur das Chaos der vergangenen Wochen beseitigt, die Pendlerförderung selbst bleibt kompliziert und voller Ungerechtigkeiten.“ Er kündigte an, weiterhin Druck zu machen. „Wir fordern ein kilometerabhängiges Pendlergeld als steuerlichen Absetzbetrag, der die Pendler wirklich entlastet. Außerdem muss für Geringverdiener die Auszahlung des Absetzbetrages auch als Negativsteuer möglich sein“, so Kalliauer.

Mit dem „Pendlerrechner“ wird ermittelt, wie viel Pendlerpauschale den betroffenen Arbeitnehmern zusteht. Je nach Wegstrecke vom Wohnort zur Arbeit und abhängig davon, ob ein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder nicht, macht das Pauschale zwischen 31 und 306 Euro monatlich aus. Berechnet wird der Anspruch neuerdings mit dem vom Finanzministerium ins Internet gestellten „Pendlerrechner“ (https://www.bmf.gv.at/pendlerrechner).

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  • Mist

    Was soll der Unsinn, soll das versteckte Parteiwerbung sein ?
    Wenn man sagt, dass einem jemand sehr weiter gefholfen hat, dann sollte man auch ganz konkret sagen inwiefern das so war.
    Denn sonst bleibt wirklich nur noch höchste Skepsis übrig.

  • BÖHM

    HALLO !

    Bitte grüssen Sie mir Frau Staatssekretär Mag. S. Steßl; sie ht uns sehr weiter geholfen.
    Leider habe ich ihre E-Mail-Adresse verlegt.
    BEDANKE mich und lese wie immer sehr gerne Ihre Zeitschrift.
    RLG. BÖHM H:

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