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Dem Fun verschrieben: Škoda FUNstar

Nach dem Citigo-Cabrio „Citijet“ im Vorjahr hat sich der Ingenieurs-Nachwuchs von Škoda diesmal an den Fabia gemacht. Herausgekommen ist der FUNstar, der an die ulkige Pick-Up-Historie Škodas anknüpft.

30.04.2015 Press Inform

Dana Maria Stanková ist sichtlich stolz auf ihre Jungs und Mädels: Jeden Vortrag der Lehrlinge begleitet sie mit einem zufriedenen Lächeln und quittiert ihn mit einem kurzen Nicken. Die Leiterin der hauseigenen Škoda Auto Berufsschule am Stammwerk im tschechischen Mladá Boleslav hat auch allen Grund zur Zufriedenheit: Die Show der 23 Azubis ist perfekt. FUNstar heißt das Projekt, das zwei junge Frauen und 21 junge Männer in den vergangenen Wochen und Monaten auf die Räder gestellt haben und das Mitte Mai auf dem GTI-Treffen am Wörthersee zum ersten Mal öffentlich gezeigt werden soll.

Gemeinsam Großes schaffen

Seit November 2014 haben die Azubis am FUNstar getüftelt und einen Škoda Fabia zum Pick-Up aufgeschnitten. Entstanden ist das Projekt der Azubis wie bei Fahrzeugstudien üblich: Ideen entwickeln, diskutieren, verfeinern, verwerfen, verändern, Teile bauen, Farbkonzepte erarbeiten, mit Abteilungen wie der Fahrzeugproduktion oder dem Design ausdiskutieren, was umsetzbar ist und was nicht – bis man das fertige Konzept dem Vorstand präsentieren kann. Und schließlich der Bau des Pickup in einer handwerklichen Qualität, an der auch Autojournalisten nichts auszusetzen haben.

Basis für den FUNstar ist der neue Fabia

Doch dem wurde nicht einfach nur das Heck aufgeschnitten und eine Ladefläche eingebaut: Die Azubis legten Hand an, bis ins Detail. So sorgen LED-Leuchten unter den Seitenleisten und den Stoßfängern für Leuchtstreifen rund ums Fahrzeug – in Škoda-Grün, versteht sich. Komplett auseinander genommen wurden auch die Scheinwerfer und die Heckleuchten. Vorne sorgen nun Zwei-Linsen-Scheinwerfer für Licht, dazu grüne LED-Lichtstreifen für das Fahrlicht. LED-Lämpchen, in fummeliger Handarbeit zur typischen C-Form arrangiert, sind auch am Heck für individuelle Erkennbarkeit zuständig. Auffällig lackiert ist die Studie in den Metallic-Farben mit den schönen Namen „Steel-Grey“ und „Moon-White“. Die Einfassung des Kühlergrills und der Heckspoiler wurden in „Reflex-Green“ abgesetzt.

Tuningschmankerl aus dem eigenen Haus

Der FUNstar ist auch fahrbereit, versichert Filip Molnár, der ein wenig als Sprecher der 23 fungiert. Allerdings hat die Studie aus eigener Kraft bisher nur ein paar Meter auf dem Parkplatz zurückgelegt. Als Motor steckt unter der Haube ein 1,2-Liter-TSI-Benziner mit 90 kW/122 PS. Beim Serien-Fabia ist mit 110 PS Schluss. Der Motor selbst dröhnt kernig aus dem ebenfalls modifizierten Endrohr: Der FUNstar soll Spaß nicht nur fürs Auge bieten. Als Getriebe haben die Azubis das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe genommen, und die Räder haben sie sich beim Octavia RS ausgeliehen. Aber auch da haben die Azubis Hand angelegt: Die Lackierung der Felgen findet sich so in keiner Škoda-Zubehörliste. Die Ladefläche im Heck ist ein wenig kantig ausgeformt, aber die Edelstahlbleche wirken robust, als könnten sie einiges aushalten.

Škoda FUNstar: eine Neuinterpretation des Felicia Fun?

Die Reminiszenz ist klar: Dies ist nicht der erste Škoda, der sich den Spaß auf die Fahnen geschrieben hat. Von 1997 an gab es die Pick-Up-Variante des seligen Felicia als qietsch-gelbe Fun-Variante. Mit Heckspoiler, angedeutetem Kuhfänger und gelben Felgen richtete er sich an eine sehr geschmackssichere Kundschaft, originell war auch die Rückbank, die sich in die Ladefläche entfaltete und damit Cabrio-Feeling für die Fond-Passagiere bot. Schade, dass es dieses Feature nicht in den neuen FUNstar geschafft hat.

Die Škoda Akademie

Die Škoda-Berufsschule gibt es in Mladá Boleslav schon seit 1927. Seit Škoda im VW-Konzern untergeschlüpft ist, gehört die „Škoda Akademie“ zum Ausbildungsverbund der Wolfsburger. Aktuell sind 880 Azubis zum Tagesstudium in 13 verschiedenen Ausbildungsgängen eingeschrieben, davon sind 12,5 Prozent Mädchen. Die kostenlose Ausbildung dauert je nach Bereich drei bis vier Jahre und schließt mit dem Gesellenbrief oder der Matura ab. Seit 1927 haben dort knapp 22.000 Schüler und Schülerinnen ihre Ausbildung abgeschlossen.

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